Spatenstich für neues Laborgebäude am Fraunhofer ISE

Europas größtes Solarforschungsinstitut hat jetzt tausend Mitarbeiter

(PresseBox) (Freiburg, ) Seit dem Einzug in sein neues Hauptgebäude in der Heidenhofstraße vor neun Jahren ist Europas größtes Solarforschungsinstitut Fraunhofer ISE von rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf einen Personalstamm von heute 1000, inklusive Studenten, angewachsen. Seit Jahren expandiert das Freiburger Institut auch räumlich. Jetzt entsteht ein neues Laborgebäude an der Berliner Allee. Der Spatenstich hierfür erfolgt am 25. Oktober 2010.

»Mit der Unterstützung des Laborneubaus investiert das Land in die Solarforschung. Wir sind überzeugt, dass in der Sonnenenergie das größte Ausbaupotenzial im Bereich der erneuerbaren Energien steckt. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem Milliardenmarkt. Diese Chance gilt es zu nutzen und dazu brauchen wir eine leistungsstarke Forschung und eine enge Partnerschaft mit der Industrie«, so die Botschaft des baden-württembergischen Wissenschaftsministers Prof. Dr. Peter Frankenberg, überbracht durch Ministerialdirektor Klaus Tappeser.

MinDirig Dr. Dietrich Nelle vom Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt die Erweiterung des Fraunhofer ISE in den Kontext der weltweit anstehenden Energiewende. »Deutschland hat eine Spitzenposition in der Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien. Das Fraunhofer ISE in Freiburg leistet als europaweit führendes Solarforschungsinstitut dazu einen herausragenden Beitrag«.

Bund und Land teilen sich die Kosten für den Laborneubau, 50 Prozent der insgesamt 10,2 Millionen Euro übernimmt der Bund, 50 Prozent das Land Baden-Württemberg.

Mit dem Motto »Ein Haus für die Sonne« weihte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE vor neun Jahren sein erstes eigenes Institutsgebäude in der Heidenhofstraße ein. Aufgrund der stark gestiegenen Mitarbeiterzahl war das Gebäude jedoch schon beim Einzug zu klein und mehrere Forschungsgruppen und Laboreinrichtungen mussten in gemieteten Liegenschaften am alten Standort bleiben. Da die betroffenen Forschungsthemen spezielle Laboranforderungen haben, wird der Nachzug erst jetzt mit dem Bau eines neuen Laborgebäudes möglich. Dieses entsteht auf einem vor zwei Jahren durch die Fraunhofer- Gesellschaft erworbenen Areal an der Berliner Allee/Elsässerstraße.

Auch vor der Planung des neuen Laborgebäudes hatte es weder beim personellen Aufwuchs des Fraunhofer ISE noch in der räumlichen Ausweitung einen Stillstand gegeben. Das Institut hat bereits 2001 gegenüber dem Hauptgebäude in der Heidenhofstraße weitere Räumlichkeiten gepachtet sowie Labor- und Bürofläche im Solar Info Center gemietet. Vor zwei Jahren kam gemietete Fläche bei Micronas im Nordwesten Freiburgs hinzu und der Erwerb eines ehemaligen Fabrikgeländes auf dem Areal Elsässerstraße/Berliner Allee sowie im Januar 2010 der Bezug eines großen neuen angemieteten Bürogebäudes. Auf dem erworbenen Grundstück wurde zunächst ein Teil der nutzbaren Gebäude an die Bedürfnisse des Instituts angepasst, jetzt entsteht auf diesem Gelände ein neues Laborgebäude mit einer Nettogrundfläche von 4240 m². Die Labor- und Versuchsfläche wird 2000 m² betragen. So werden nach 18 Monaten Bauzeit die Forschungsbereiche für Materialforschung und Beschichtungen, zum Beispiel für Absorberrohre in Solarthermischen Kraftwerken, sowie für mikrostrukturierte Oberflächen, etwa zur Optimierung von Solarzellenoberflächen und Antireflex-Solarglas, an den Hauptstandort des Instituts nachziehen können.

Das neue Laborgebäude wird die durch den Abriss eines älteren Gebäudes an der Kreuzung Berliner Allee und Elsässerstraße entstandene Lücke füllen und damit dieses Areal auch städtebaulich abrunden. Im obersten Stockwerk bildet ein schwebend über das Kerngebäude hinausragender Seminarraum den Übergang zum Nachbargebäude in der Berliner Allee.

Laborgebäude mit hoher Energieeffizienz

Energieeffiziente Gebäude bilden einen Schwerpunkt des Fraunhofer ISE. Entsprechende Forschungsansätze fließen daher auch in das neue Laborgebäude ein. So wird das ehrgeizige Ziel verfolgt, die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 um 50 Prozent zu unterbieten. Hierfür wird eine hocheffiziente Wärmedämmung den Wärmebedarf reduzieren. Die Kälte- und Wärmeversorgung erfolgt über eine neuartige Wärmepumpe mit besonders hohem Wirkungsgrad, die die Prozessabwärme nutzt. Die Wärmepumpe ist kombiniert mit einem großzügig dimensionierten Kaltwasser-Schichtspeicher. Eine weitere Innovation ist die Integration von winkelselektiven Photovoltaikmodulen in die Fassade von Seminarraum und Treppenhaus. Dabei handelt es sich um eine neue Generation von transparenten PV-Elementen mit verbessertem Wirkungsgrad bei vertikalem Einbau, die den visuellen Kontakt nach außen ermöglichen, gleichzeitig aber als Sonnenschutz dienen.

Zum Zeitpunkt des Spatenstichs für das neue Laborgebäude ist die Mitarbeiterzahl auf tausend angewachsen. Das starke Engagement des Instituts in der Lehre zeigt sich daran, dass sich fast die Hälfte der Belegschaft in der universitären Ausbildung befindet: 120 Doktorandinnen und Doktoranden, 137 Diplom- und Bachelorstudenten sowie 270 wissenschaftliche Hilfskräfte. Institutsleiter Prof. Dr. Eicke R. Weber begrüßt als tausendste Mitarbeiterin Frau Dorika Fleissner, Doktorandin im Themenbereich Intelligente Energiesysteme und Mutter von zwei Kindern. Darüber freut sich Institutsleiter Weber besonders: »Sehr gerne begrüße ich an diesem Meilenstein eine junge Wissenschaftlerin, die mit ihrem Werdegang jungen Frauen beispielhaft zeigt, wie eine Forscherinnenkarriere mit Familie vereinbar ist. Bei Fraunhofer achten wir besonders darauf, hierfür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.«

Bildunterschrift

Spatenstich für neues Laborgebäude am Fraunhofer ISE in Freiburg: v.l.n.r. Otto Neideck, Erster Bürgermeister der Stadt Freiburg, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Prof. Dr. Eicke R. Weber, Institutsleiter Fraunhofer ISE, Ministerialdirigent Dr. Dietrich Nelle, Leiter der Unterabteilung Forschungsorganisationen Bundesministerium für Bildung und Forschung, Markus Scheben, Abteilungsleiter Bauangelegenheiten/Liegenschaften, Fraunhofer-Gesellschaft, Veronika Reisser , BMBW Architekten BDA + Partner, Ministerialdirektor Klaus Tappeser, Amtschef des Wissenschaftsministeriums Baden- Württemberg, Georg Brechensbauer, BMBW Architekten BDA + Partner ©Fraunhofer ISE

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