Jochen Friedrich übernimmt Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Kristallwachstum und Kristallzüchtung

(PresseBox) (Erlangen, ) Dr. Jochen Friedrich, Leiter der Abteilung Kristallzüchtung am Fraunhofer IISB in Erlangen und stellvertretender Sprecher des Fraunhofer THM in Freiberg, hat zum 1. Januar 2012 den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Kristallwachstum und Kristallzüchtung e.V. (DGKK) übernommen. Die etwa 400 Mitglieder starke DGKK ist der Dachverband der Kristallforscher und -technologen in Deutschland mit der Aufgabe, die Forschung, Lehre und Technologie auf dem Gebiet des Kristallwachstums und der Kristallzüchtung zu fördern.

Viele umwälzende Neuerungen der vergangenen 50 Jahre wären ohne die Verfügbarkeit von synthetisch hergestellten Kristallen mit speziellen Eigenschaften nicht möglich gewesen. Ohne Kristalle gäbe es keine Computer, keine Handys und schon gar kein Internet. Auch DVD-Spieler, Spielkonsolen oder die Bildschirme moderner Fernseher haben gemeinsam, dass hier künstlich im Labor hergestellte Kristalle zum Einsatz kommen, die derartige Anwendungen erst ermöglichen. Kristalle sind Schlüsselwerkstoffe bei der effizienten Erzeugung und Übertragung von Energie, beispielsweise in der Photovoltaik. In der Optik integriert man Kristalle als Fenster und Linsen in hochentwickelte optische Systeme. Mit Laser- und Detektorkristallen bestückte Geräte ermöglichen die Entwicklung neuartiger medizinischer Behandlungsmethoden, ressourcenschonender Verfahren in der Materialverarbeitung sowie moderne Messtechniken einschließlich der satellitengestützten Umweltbeobachtung.

Die Herstellung solcher Kristalle nennt man "Kristallzüchtung" und die künstlich bedingte Größenzunahme "Kristallwachstum". Schätzungen zu Folge stehen in Deutschland mindestens 10.000 Arbeitsplätze in Zusammenhang mit der Kristallzüchtung. Dies umfasst die eigentlichen Kristallhersteller, aber auch die Zulieferer für Anlagen und Geräte sowie für Betriebs- und Hilfsstoffe. Für diese Kristallspezialisten stellt die gemeinnützige DGKK seit etwa 40 Jahren den Berufsverband dar. Die satzungsgemäße Aufgabe der DGKK ist es, Forschung, Lehre und Technologie auf dem Gebiet des Kristallwachstums und der Kristallzüchtung zu fördern. Durch Tagungen und Mitteilungen informiert die DGKK über entsprechende Arbeiten und Ergebnisse, sie unterstützt wissenschaftliche Kontakte unter den Mitgliedern und Beziehungen zu anderen wissenschaftlichen Gesellschaften und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene.

Den Vorsitz der DGKK hat seit 1. Januar 2012 Dr. Jochen Friedrich inne. Der Wissenschaftler betreibt seit 20 Jahren angewandte Forschung im Bereich der Kristallzüchtung. Nach seinem Studium der Werkstoffwissenschaften und seiner Promotion am Institut für Werkstoffwissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg wechselte er 1998 zum Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen. Dort leitet er heute die Abteilung Kristallzüchtung und ist außerdem für das Fraunhofer-Technologiezentrum Halbleitermaterialien THM in Freiberg verantwortlich. Jochen Friedrich wurde mehrfach für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Kristallzüchtung ausgezeichnet: mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes (2003), dem VDE/VDI-GMM-Preis (2005), dem IWCGT Best Lecture Award (2008) und dem Hans-Georg-Waeber-Innovationspreis (2009). Die Forschungsschwerpunkte von Jochen Friedrich und seinen 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Erlangen und Freiberg sind heute die Silizium-Kristallzüchtung für die Mikroelektronik und Photovoltaik, die Massivkristallzüchtung und die Epitaxie von so genannten Halbleitern großer Bandlücke sowie die Entwicklung von neuen Detektor- und Laserkristallen, inklusive Messtechnik und Computersimulation.

Fraunhofer THM:
Das Fraunhofer-Technologiezentrum Halbleitermaterialien Freiberg THM betreibt Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Halbleitermaterialien für die Photovoltaik und die Mikroelektronik. Das THM ist eine gemeinsame Einrichtung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. Es besteht eine enge Kooperation mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg auf dem Gebiet der Halbleiterherstellung und -charakterisierung. Ein Hauptziel ist die Unterstützung der regionalen Halbleitermaterialindustrie durch den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die industrielle Verwertung.

Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB

Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB betreibt angewandte Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Mikro- und Nanoelektronik, Leistungselektronik und Mechatronik. Mit Technologie-, Geräte- und Materialentwicklungen für die Nanoelektronik sowie seinen Arbeiten zu leistungselektronischen Systemen für Energieeffizienz, Hybrid- und Elektroautomobile genießt das Institut internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die Industrie und öffentliche Einrichtungen. Neben seinem Hauptsitz in Erlangen hat das IISB zwei weitere Standorte in Nürnberg und Freiberg. Das IISB kooperiert eng mit dem Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

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