Vodafone Innovationspreis für Fraunhofer-Forscher

(PresseBox) (München, ) Videos und TV auf dem Handy - das Videokompressionsverfahren H.264 macht es möglich. Für die Entwicklung von H.264 hat der Fraunhofer-Wissenschaftler Professor Dr.-Ing. Thomas Wiegand den Vodafone-Innovationspreis 2009 erhalten.

Hochauflösendes Fernsehen, Blu-ray Disc, Videokonferenzsysteme, im Internet oder TV auf dem Handy - in vielen neuen Anwendungen ist der Videostandard H.264/MPEG-4 AVC im Einsatz. Der Vorteil von H.264: Mit dem Verfahren lassen sich Filme deutlich effizienter komprimieren als bislang. Verglichen mit dem Vorgängerstandard, reduziert H.264 die für die Übertragung eines Videos erforderliche Datenrate um mehr als die Hälfte - und das bei gleicher Qualität. Wesentliche Beiträge zum neuen Videostandard hat Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin geleistet. Dafür hat Wiegand gestern den Vodafone-Innovationspreis 2009 erhalten. Die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Vodafone-Stiftung für Forschung in der Mobilkommunikation vergeben. Mit dem Preis will die Stiftung die Forschung und wissenschaftliche Weiterent-wicklung auf dem Gebiet der Mobilkommunikation fördern.

Professor Dr. Wiegand wurde für seine Arbeiten bereits zweimal mit dem renommierten amerikanischen Fernsehpreis »Emmy« geehrt. Er leitet die weltweit wichtigsten Entwicklergruppen, die sich mit der Standardisierung von Videosignalen beschäftigen. Sein Team am HHI hat zum Erfolg des Videokompressionsverfahrens H.264 entscheidend beigetragen. Bei dem Komprimierungsverfahren setzten die Ingenieure auf einen Trick: Sie übertragen nicht jedes einzelne Bild unabhängig vom nächsten, sondern versuchen, anhand bereits kodierter und übertragener Bilder vorherzusagen, wie sich Menschen oder andere Objekte im aktuell zu kodierenden Bild bewegen werden. Die große Herausforderung: Während die Bildqualität möglichst hoch bleiben sollte, muss die Menge der zu übertragenden Daten so gering wie möglich ausfallen. Der Videostandard hat zum Erfolg verschiedener mobiler Video-Anwendungen wie Mobile-TV, Video-iPods und iPhones beigetragen.

Prof. Wiegand leitet zusammen mit Dr. Ralf Schäfer am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut die Abteilung »Image Processing«. Seit Sommer 2008 hat er an der Technischen Universität Berlin den Lehrstuhl für Bildkommunikation am Institut für Telekommunikationssysteme inne. Darüber hinaus ist Prof. Thomas Wiegand einer der Leiter der ITU-T Visual Coding Experts Group (VCEG).

Der Preis geht zum zweiten Mal an einen Wissenschaftler des HHI. Bereits 2006 wurde Prof. Holger Boche, Leiter des HHI, mit dem Vodafone-Innovationspreis ausgezeichnet.

Weitere Informationen unter www.vodafone-stiftung-fuer-forschung.de

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