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Hochspannungsleitungen im Visier der Fraunhofer-Gesellschaft
Das Fraunhofer ENAS stellt auf der HANNOVER MESSE 2012 ein Sensornetzwerk zur Überwachung von Stromnetzen vor
Die Bundesnetzagentur rief in ihrem Monitoring-Bericht 2011 den Ausbau der Stromnetze zum "Gebot der Stunde" aus. Aber bereits heute können vorhandene Stromnetze noch effektiver genutzt werden. Deshalb kamen die Fraunhofer-Forscher und Netzbetreiber auf die Idee, den aktuellen Stromdurchfluss und den Zustand der Leitungen mit Hilfe von Sensoren zu überwachen. Der Durchhang der Leiterseile ist von besonderem Interesse, weil er sich durch die strom- und witterungsbedingte Erwärmung und damit einhergehender Dehnung der Leiterseile stark ändert. Informationen über den aktuellen Durchhang sind daher für die Sicherheit unter den Seilen befindlicher Gebäude, Straßen und Menschen enorm wichtig. So kann der Betreiber gegebenenfalls überlastete oder defekte Freileitungen direkt abschalten oder entlasten. Zudem können Leitungen bei Kenntnis des aktuellen Leitungszustandes ihrer tatsächlichen Kapazität entsprechend ausgelastet werden. Gerade beim Einspeisen von Strom, der aus regenerativen Energiequellen wie Wind oder Sonne gewonnen wird, ist die Belastung des Stromnetzes von den aktuell herrschenden Wetterbedingungen wie Windstärke und Sonneneinstrahlung abhängig.
Der Zylinder, den Sven Voigt an die Stromleitung anbringt, ist einer von vielen Sensorknoten, die ein gemeinsames Netzwerk zur Überwachung der Leitungen bilden sollen. Diese Zylinder beinhalten Sensoren zur Ermittlung von Temperatur, Neigung und Torsion der Leitung sowie des aktuellen Stromdurchflusses. Sind diese Daten gemessen, werden sie an den nächsten 500 Meter entfernten Sensorknoten gefunkt, welcher sie ebenfalls weiterleitet, bis die Daten schließlich in einer Basisstation eingehen. Dort werden sie der Leitstelle zur Auswertung übermittelt. "Das Sensornetzwerk ist kostengünstiger, schneller umzusetzen und in der Bevölkerung sicher nicht so kontrovers diskutiert, wie der Bau neuer Freileitungen. Es ist einfach eine gute und kurzfristige Lösung für die heute bestehenden Netzprobleme der Energieversorger.", meint Dr. Steffen Kurth, Leiter des Projektes am Fraunhofer ENAS.
Das Sensorsystem wird auf der diesjährigen HANNOVER MESSE vom 23. bis 27. April 2012 der Öffentlichkeit präsentiert. Am Stand des Fraunhofer ENAS (Nummer C48/27) in Halle 17 können Besucher die Funktion selbst testen. Darüber hinaus zeigt das Institut Sensorsysteme zur Zustandsüberwachung von Anlagen und Maschinen, gedruckte Batterien und Antennen für den Einsatz in intelligenten Systemen und eine Technologie zur drahtlosen Energie- und Datenübertragung.
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