Vom Fernunterricht zum DistancE-Learning - eine Erfolgsgeschichte in der Erwachsenenbildung

(PresseBox) (Hamburg, ) Kaum ein anderer Bereich in der Erwachsenenbildung hat sich in den vergangenen 20 Jahren derart weiterentwickelt wie die DistancE-Learning-Branche. Die jährliche Fernunterrichts-Statistik des Statistischen Bundesamtes, seit 1983 durchgeführt in Form einer freiwilligen Befragung der Anbieter von staatlich zugelassenen Fernlehrgängen, gibt davon ein beredtes Zeugnis.

Gab es 1983 gerade einmal 117 Fernlehrinstitute, so sind es heute fast dreimal so viele. Auch die Zahl der angebotenen Lehrgänge hat sich ungefähr verdreifacht - auf heute 2.097 staatlich zugelassene Fernlehrgänge. Damals wie heute sind die meisten Anbieter thematisch hoch spezialisiert, der Großteil betreut weniger als 1.000 Teilnehmer/innen in maximal 10 Lehrgängen.

"Fern gelernt" haben vor rund 20 Jahren rund 75.000 Menschen pro Jahr, heute sind es knapp 250.000. Hierbei ist natürlich zu bedenken, dass sich mit der Wiedervereinigung die Zahl der Fernlernenden deutlich erhöhte, denn Fernunterricht hatte in der DDR eine hohe Verbreitung. 30.000 ostdeutsche Fernlernende wurden 1990 in der Statistik erstmals erfasst. Das aktuelle Meldeverfahren bildet zudem den heutigen Markt exakter ab als noch vor wenigen Jahren: Erfasst werden mittlerweile nicht mehr nur die zahlenden Teilnehmer/innen an einem Stichtag, sondern die im Kalenderjahr betreuten Fernlerner/innen.

Die beliebtesten Lehrgangsthemen der letzten 20 Jahre
Die größte Gruppe unter den Fernlernerinnen und Fernlernern bildeten stets diejenigen, die Fernlehrgänge zu dem Themenbereich "Wirtschaft und kaufmännische Praxis" belegten - 1983 waren dies 32 Prozent, 1994 sogar 47 Prozent und 2004 immer noch 26 Prozent aller Fernlernenden. Deutlich gestiegen ist hier das Interes-se an öffentlich-rechtlichen bzw. staatlichen Abschlüssen: Strebten vor 20 Jahren nur 12 Prozent derer, die sich mit Wirtschaftsthemen befassen, einen externen Abschluss an, beispielsweise vor einer Kammer, sind es heute bereits 29 Prozent.

Auch die Vorbereitung auf Schulabschlüsse (z. B. das Abitur) und Berufsabschlüsse (wie Staatlich geprüfter Betriebswirt, Techniker oder Übersetzer) per DistancE-Learning ist traditionell sehr beliebt: 1983 nutzten bereits 22 Prozent aller Fernler-nenden diese Möglichkeit, heute sind es 26 Prozent.

Auf Platz 3 der Beliebtheitsskala lagen 1983 wie 2004 Sprachlehrgänge per DistancE-Learning. Allerdings hatten hier die Teilnehmer/innenzahlen zwischenzeit-lich deutlich abgenommen. Doch dank moderner multimedialer Möglichkeiten des interaktiven Lernens werden Fernlehrgänge für den Fremdsprachenunterricht in den letzten Jahren wieder stärker nachgefragt.

Zwei Themengebiete haben in den zwei Jahrzehnten überdurchschnittlich stark an Bedeutung gewonnen: 1983 belegten gerade einmal 1.493 Menschen einen Fernlehrgang zu psychologischen bzw. pädagogischen Themen, heute sind es bereits 11.500. Ähnlich verhält es sich mit dem Bereich "Freizeit, Gesundheit, Haushaltsführung": Die Zahl der Fernlerner/innen stieg hier von 6.485 (in 1983) auf 26.354 (in 2004). Diese Entwicklung hängt überwiegend mit einem zunehmend breiteren Angebot an spezialisierten Lehrgängen zusammen, die auch zur Qualifikation für neue Berufsfelder geeignet sind - von "Seelische Gesundheit im Kindesalter" bis "Prozessmanager für Fitness- und Freizeitunternehmen", von "Digitale Musikpro-duktion" bis "Feng Shui Beratung".

Auf konstant hohem Niveau zeigen sich die Buchungszahlen von Fernlehrgängen zu Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Neu hinzugekommen sind natürlich Fernlehrgänge zum Ausbau des eigenen EDV-Know-hows: Im Jahr 2000 wurden sie von 8.850 Fernlerner/innen belegt, in 2004 von über 15.000.

Der typische Fernlerner - immer gleich?
Deutlich verändert hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Altersstruktur der Fernlernenden und auch der Anteil an Frauen und Männern. Bis Mitte der 90-er Jahre waren nur rund ein Drittel der Fernlernenden Frauen. Erst im Jahr 2000 nahmen die Frauen die 40 Prozent-Marke. Mittlerweile nutzen fast genau so viele Frauen wie Männer DistancE-Learning zur persönlichen Fortbildung neben Beruf und Familie, am häufigsten - und auch mehr als die Männer - zur Qualifikation in Wirtschaftsthemen und zur Vorbereitung auf einen Schulabschluss.

DistancE-Learning ist längst nicht mehr nur eine Sache der 25- bis 35-Jährigen. Vor allem die Gruppe der über 40-Jährigen steigt prozentual am stärksten an - mehr als es der demografische Wandel erwarten ließ. Waren bis vor 10 Jahren gerade einmal 12 Prozent der Fernlernenden über 40, so sind es heute bereits 20 Prozent. Die Gruppe der unter 25-Jährigen war mit 19 Prozent bereits vor 20 Jahren relativ stark vertreten, sank im Jahr 2000 auf 15 Prozent, um heute mit knapp 25 Prozent einen Höchststand zu erreichen. "Damals" wie heute lernten die unter 25-Jährigen per DistancE-Learning vor allem für einen Schulabschluss und bildeten sich in Wirtschaftsthemen weiter. Auch die über 40-Jährigen nutzten und nutzen Fernlehr-gänge vorrangig für Wirtschaftsthemen und kaufmännische Praxis, doch während früher Sprachlehrgänge in dieser Altersgruppe auf Platz 2 lagen, sind es heute Fernlehrgänge für die kreative Freizeitgestaltung.

Fernunterricht goes Multimedia
Bei der ersten Fernunterrichtsstatistik von 1983 existierte noch nicht einmal der Begriff "Internet". Im Jahr 2000 wurden ganze 50 Fernlehrgänge und damit 3 Prozent des Gesamtangebots als E-Learning klassifiziert, heute sind es mit 642 Lehrgängen bereits knapp ein Drittel aller staatlich zugelassenen Kurse. Und über 80 Prozent der aktuell 334 Anbieter unterstützen ihre Fernlehrgänge mit E-Learning-Elementen.

Die Konstante: Der staatliche Verbraucherschutz
Bei allen Veränderungen gibt es doch eine wesentliche Konstante in der Ge-schichte des DistancE-Learning: Das Fernunterrichtsschutzgesetz bildet seit 1977 die Grundlage für Überprüfung aller DistancE-Learning-Angebote durch die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). Dabei wird vor allem darauf geachtet, ob die Lehrgänge so gestaltet sind, dass das angestrebte Lehrgangs-ziel erreichbar ist, und dass Kursverträge und Werbeverhalten keine unliebsa-men Überraschungen nach Vertragsabschluss bereithalten.

Forum DistancE-Learning - Der Fachverband für Fernlernen und Lernmedien e. V.

Das Forum DistancE-Learning - Der Fachverband für Fernlernen und Lernmedien e. V. - ist im November 2003 aus dem seit 1969 bestehenden Deutschen Fernschulverband e. V. (DFV) hervorgegangen. Seine zurzeit 75 Mitglieder sind Experten des mediengestützten und tutoriell betreuten Lernens - seien es Unternehmen, Institutionen oder Privatpersonen. Damit bietet der Verband eine gemeinsame Gesprächs- und Aktionsplattform für die DistancE-Learning-Branche. Die Neuausrichtung des Verbandes führte zu einem Mitgliederplus von 80 Prozent. Besonders hervorzuheben ist dabei die außerordentlich hohe Mitgliederzufriedenheit. 89 Prozent der Mitglieder bewerten in einer aktuellen Umfrage die Gesamtleistung des neu organisierten Verbandes als gut bis sehr gut. 100 Prozent der Mitglieder würden eine Verbandsmitgliedschaft weiterempfehlen.

Insgesamt beträgt der Marktanteil der im Fachverband organisierten Fernlehrinstitute 85 Prozent, das heißt: Fast neun von zehn Fernlerner/innen in Deutschland profitieren vom verbandsinternen Informationsaustausch ihres Anbieters. Das Forum DistancE-Learning versteht sich als erster Ansprechpartner für Politik, Forschung, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Durch wissenschaftliche und bildungspolitische Aktionen sollen die öffentliche Diskussion angeregt und Impulse für Innovationen gesetzt werden.

Das hohe Engagement des Forum DistancE-Learning hat auch außerhalb der Bildungsbranche für Aufmerksamkeit gesorgt: Der Fachverband für Fernlernen und Lernmedien wurde aufgrund seiner exzellenten und innovativen Verbandsarbeit als Verband des Jahres 2006 ausgezeichnet. Auf dem 10. Deutschen Verbändekongress 2006 wurde dem Forum DistancE-Learning der Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) überreicht.

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