Jülich: Höhere Sicherheitsstufe genehmigt

Schnupfenviren helfen bei der Aufklärung von Zellkräften

(PresseBox) (Jülich, ) Die Forscher am Forschungszentrum Jülich dürfen ab sofort Schnupfenviren (Adenoviren) verwenden, um die mechanischen Eigenschaften von Zellen zu untersuchen. Adenoviren dienen als Transportkapsel, um Farbstoffe in Zellen einzubringen. Auf diese Art werden die für die Bewegung verantwortlichen Proteine sichtbar gemacht und die Kräfte untersucht, die die Zelle ausübt.

Einer besonderen Genehmigung bedurfte es, weil Adenoviren normalerweise Krankheitserreger sind. In Jülich kommt aber nur eine inaktive Virusvariante zum Einsatz: Ihr fehlt die Fähigkeit, sich zu vermehren oder sich vor dem menschlichen Immunsystem zu verstecken. "Aber selbst ohne diese Inaktivierung bekäme man beim Kontakt mit dem Virus schlimmstenfalls eine Erkältung", sagt Laborleiter Dr. Bernd Hoffmann vom Institut für Schichten und Grenzflächen. Als weitere Sicherheitsmaßnahme wurden die Mitarbeiter gezielt mit dem Umgang des neuen Werkzeuges "Schnupfenvirus" geschult und die Laboreinrichtung entsprechend ausgerüstet.

Trotz der "Zähmung" des Virus bleibt seine Funktion als Transportkapsel für Farbmoleküle erhalten. Die für die Bewegung verantwortlichen Proteine der Zelle werden markiert und leuchten deutlich unter dem Mikroskop. Mit Hilfe von Adenoviren beobachten die Forscher die Bewegung von Zellen und ihre Interaktion mit der Umgebung. Ziel der Biophysiker ist es zu verstehen, wie Herzzellen mechanisch zusammenhalten oder wie Krebszellen konkret im Körper wandern.

Forschungszentrum Jülich GmbH

Das Forschungszentrum Jülich betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie & Umwelt sowie Informationstechnologien.
Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

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