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Jari-Matti Latvala beendet WM-Rallye Griechenland am Steuer des Werks-Fiesta RS WRC von Ford auf Rang drei
- 27-jähriger Finne wurde im Kampf um Platz eins von Reifendefekt zurückgeworfen
- Petter Solberg musste im Duell um den Sieg nach Ausrutscher einen Ausfall hinnehmen
Bei seinem Comeback nach einer Verletzungspause hat Fiesta RS WRC-Werkspilot Jari-Matti Latvala gemeinsam mit seinem Beifahrer Miikka Anttila die Akropolis-Rallye Griechenland auf dem dritten Rang beendet. Der 27-jährige Finne profitierte dabei vom Ausfall seines Teamkollegen Petter Solberg, der am Sonntagmorgen im Duell mit Spitzenreiter Sébastien Loeb von der Strecke gerutscht war und mit einem beschädigten Auto aufgeben musste.
Latvala - im Februar noch Sieger der Rallye Schweden - hatte zuvor den WM-Lauf in Argentinien auslassen müssen, nachdem er sich beim Skilaufen das Schlüsselbein gebrochen hatte. In Griechenland zeigte er sich in alter Frische und übernahm am ersten Tag zunächst die Führung. Auch auf der zweiten Etappe konnte der Werksfahrer von Ford den Druck auf Loeb aufrecht erhalten und zum Teil bis auf eine Sekunde verkürzen. Ein Reifenschaden, verursacht durch die Berührung einer Böschung, kostete jedoch gut 2,5 Minuten und beendete alle Hoffnungen auf den Gewinn des sechsten Saisonlaufs vorzeitig.
Die Aufgabe des Finnen als schnellster Jäger des Titelverteidigers übernahmen daraufhin Petter Solberg und Copilot Chris Patterson im zweiten Fiesta RS WRC der Werksabordnung. Der Norweger gewann drei Wertungsprüfungen hintereinander und halbierte dadurch seinen Rückstand auf Loeb vor der dritten Etappe bis auf 10,2 Sekunden. Sein Angriff auf den Spitzenreiter endete jedoch auf der ersten Prüfung des Sonntagmorgens, als auch der 37-Jährige unglücklich einen Erdwall traf und dabei ein Rad abriss.
Nach dem Ausfall Solbergs konzentrierten sich Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila darauf, ihren Turbo-Allradler sicher ins Ziel zu bringen. Auf der finalen "Power Stage" sicherten sie sich mit der zweitschnellsten Zeit zwei zusätzliche Bonus-Punkte für die Fahrerwertung.
"Im Prinzip könnte ich mit dem Ergebnis zufrieden sein, denn vor der Rallye Griechenland hatte ich mir einen Platz auf dem Podium zum Ziel gesetzt", bilanzierte Latvala, der nun in der WM-Zwischenwertung auf Rang fünf liegt. "Trotzdem sind wir natürlich auch enttäuscht, denn wir hatten es durchaus in der Hand, diesen Klassiker zu gewinnen. Es ist gut, dass die lange Pause für uns zu Ende ist. Jetzt aber sollten wir endlich beginnen, Siege einzufahren. Unglaublich, dass wir erneut eine WM-Rallye angeführt haben, diese Position aber wieder nicht in ein entsprechendes Ergebnis umsetzen konnten. Wir erleiden in der laufenden Saison zu viele Rückschläge wie diese, es ist auch für das gesamte Team eine sehr frustrierende Situation. Es muss uns gelingen, diese kleinen Fehler auszumerzen, die uns immer so teuer zu stehen kommen. Hoffentlich geschieht dies nun endlich bei der Rallye Neuseeland."
Ohne Punkte und entsprechend enttäuscht reist Petter Solberg aus Griechenland ab. "Wir sind in eine lange Linkskurve innerhalb einer sehr engen Bergab-Passage gepfeilt, als wir rechts die Böschung touchiert haben", so der Norweger, jetzt Viertplatzierter in der Fahrertabelle. "Dies ließ uns auch auf der anderen Seite den Erdwall treffen, worauf hinten links das Rad wegbrach - leider das Aus. Ich wollte hier gewinnen, jetzt bin ich auch für das Team unglaublich traurig. Unser Plan war es, bereits auf der ersten Sonntagsprüfung hart zu attackieren und Sébastien Loeb zwei bis drei Sekunden abzunehmen, um ihn unter Druck zu setzen. Nach den ersten zehn Kilometern lagen wir praktisch gleichauf, also habe ich das Tempo nochmals leicht erhöht. Bis zum Abflug hatten wir uns keinen einzigen noch so kleinen Fehler erlaubt, deswegen ist der Ausfall besonders enttäuschend. Jetzt können wir nur nach vorne schauen und uns auf die bevorstehende Rallye Neuseeland konzentrieren."
"Selten war eine WM-Rallye so hart umkämpft wie die diesjährige ,Akropolis'", gab Team- Direktor Malcolm Wilson zu Bedenken. "Wir haben Jari-Matti im engen Duell um den Sieg verloren, hatten mit Petter Solberg aber noch ein zweites heißes Eisen im Feuer. Als auch er aufgeben musste, war das für uns natürlich eine doppelte Enttäuschung. Dennoch ist es tröstlich, dass Jari-Matt es noch aufs Podium geschafft hat und er ganz offensichtlich nicht von Spätfolgen seiner Sportverletzung beeinträchtigt wurde."
Auch Gerard Quinn, Motorsport-Manager von Ford Racing, sah vor allem die positiven Aspekte dieses Resultats. "Jari-Matti Latvala hat sich in starker Form zurückgemeldet, die Podiumsplatzierung ist das Mindeste, was er sich für seine hohe Grundschnelligkeit verdient hat", so der Brite. "Der Kampf um den Sieg zog uns alle in den Bann - auch als Petter Solberg derjenige war, der das Duell an Stelle von Jari-Matti fortführte. An einem besseren Tag hätte er die Rallye Griechenland gewonnen. In dieser Motorsport-Kategorie entscheiden oftmals Bruchteile von Sekunden über Sieg oder Niederlage. Genau dies haben wir hier an diesem Wochenende erlebt."
News von anderen Ford Fiesta RS WRC-Teams
Mads Östberg und Beifahrer Jonas Andersson - Sieger der Rallye Portugal - fuhren mit ihrem Fiesta RS WRC auf Platz vier und verbesserten sich mit diesem Erfolg in der Fahrerwertung auf Rang drei. Die fünfte Position in Griechenland sicherten sich Martin Prokop und Zdenek Hruza im Auto des tschechischen Ford National Teams. Ott Tänak / Kuldar Sikk wurden mit dem Turbo-Allradler von M-Sport Ford WRT noch als Neunte gewertet, obwohl sie auf der ersten Etappe von Problemen eingebremst worden waren. Ihre Teamkollegen Evgeny Novikov / Denis Giraudet mussten am Samstag ihr Auto mit einem defekten Kühlsystem abstellen und nahmen am Sonntag gemäß der sogenannen "Rally2"-Regel wieder Teil - bis das Überhitzungsproblem sie erneut zu Aufgabe zwang. Für Daniel Oliveira und Carlos Magalhaes war die Rallye Griechenland auf der ersten Wertungsprüfung am Sonntagmorgen beendet.
Ergebnisse Rallye Griechenland, sechster von 13 Läufen zur Rallye-WM 2012:
1. Loeb / Elena Citroën DS3 WRC 4:42.03,3 Stunden
2. Hirvonen / Lehtinen Citroën DS3 WRC 40,0 s. zurück
3. Latvala / Anttila Ford Fiesta RS WRC 3.04,8 min. zurück
4. Östberg / Andersson Ford Fiesta RS WRC 6.16,4 min. zurück
5. Prokop / Hruza Ford Fiesta RS WRC 7.46,5 min. zurück
6. Neuville / Gilsoul Citroën DS3 WRC 9.41,4 min. zurück
7. Ogier / Ingrassia Skoda Fabis S2000 12.59,9 min. zurück
8. Al Rajhi / Orr Ford Fiesta S2000 20.12,2 min. zurück
9. Tänak / Sikk Ford Fiesta RS WRC 23.18,9 min. zurück
10. Alkuwari / Arena Mini JCW WRC 28.40,5 min. zurück
WM-Stand Fahrerwertung nach dem sechsten von 13 Läufen:
Fahrer / Marke / Punkte
1. Sébastien Loeb Citroën 119
2. Mikko Hirvonen Citroën 89
3. Mads Östberg Ford 80
4. Petter Solberg Citroën 73
5. Jari-Matti Latvala Citroën 45
6. Evgeny Novikov Ford 43
WM-Stand Markenwertung nach dem sechsten von 13 Läufen:
Marke / Punkte
1. Citroën Total WRT 194
2. Ford WRT 121
3. M-Sport Ford WRT 91
4. Citroën Junior WRT 42
5. Qatar WRT 37
6. Adapta WRT 27
Über die Ford Werke GmbH
Die Ford-Werke GmbH ist ein deutscher Automobilhersteller mit Sitz in Köln. Das Unternehmen beschäftigt an den Standorten Köln, Saarlouis und Genk/Belgien insgesamt 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1925 in Berlin hat Ford über 40 Millionen Fahrzeuge in Deutschland und Belgien produziert.
Für weitere Informationen zu den Produkten von Ford besuchen Sie bitte www.ford.de
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