Erfolgreiche Kooperation zwischen DFS, DLR und Hamburg Airport

A-SMGCS geht in Hamburg in Betrieb und ermöglicht eine verbesserte Kontrolle der Rollbewegungen auf dem Vorfeld

(PresseBox) (Hamburg, ) A-SMGCS heißt das Bodenlagedarstellungssystem der Zukunft. Und am Hamburg Airport hat die Zukunft bereits begonnen. Das neuartige System "Advanced Surface Movement Guidance and Control System" ist am Flughafen Hamburg erfolgreich in Betrieb gegangen. Die drei Projektpartner DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) sowie die Flughafen Hamburg GmbH (FHG) haben ihre europaweit einmalige Kooperation heute auf einer Pressekonferenz am Hamburg Airport vorgestellt.

Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport: "Wir freuen uns sehr, dass unsere Zusammenarbeit mit der Deutschen Flugsicherung GmbH und dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt, die im Jahr 2008 gestartet ist, heute ihre Früchte trägt. Hamburg Airport ist einer der ersten Flughäfen in Europa, an dem das zukunftsweisende Bodenradar A-SMGCS bereits heute in Betrieb ist. Einmalig in Europa ist die gleichzeitige Einrichtung einer an die operativen Systeme angebundenen Testumgebung. Das A-SMGCS unterstützt die Arbeit der Vorfeldlotsen durch eine optimierte Darstellung, trägt zu noch mehr Sicherheit in der Steuerung der Bodenverkehre bei und ermöglicht eine effizientere Lenkung dieser Verkehre. Das spart nicht nur Kosten, sondern kommt darüber hinaus auch der Umwelt zugute. Insgesamt werden wir die luftseitigen Emissionen durch A-SMGCS um 10 Prozent senken können."

DFS-Chef Dieter Kaden würdigte nicht nur das neue System, sondern auch die enge und gute Zusammenarbeit zwischen Flughafen, Forschung und Flugsicherung. "Nur gemeinsam können wir die Herausforderung meistern, damit auch zukünftig bei steigendem Flugverkehrsaufkommen das Flugzeug weiterhin nicht nur das sicherste, sondern auch das pünktlichste Verkehrsmittel bleibt."

Das für Luftfahrtforschung zuständige DLR-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Joachim Szodruch betonte: "Mit dem neuen Bodenverkehrskontrollsystem und der dazugehörigen Testumgebung schaffen wir hier eine bislang in Europa einzigartige Möglichkeit, die Verkehrsbewegungen am Boden zu optimieren, die Abläufe noch sicherer zu gestalten und die Vorfeldlotsen entscheidend zu entlasten. Derzeit wird im Rahmen des Leuchtturmprojektes "Effizienter Flughafen 2030" diese beispielhafte Testumgebung genutzt, um weitere Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Total Airport Management maßgeblich zu beeinflussen."

Funktionsweise des A-SMGCS

Jedes Flugzeug ist mit einem Transponder ausgestattet, der individuelle Daten an insgesamt 23 Antennen auf dem Flughafengelände sendet. Das A-SMGCS ermittelt daraus die Identität und den Standort des Flugzeugs. Mit Hilfe des aktuellen Flugplans wird ebenfalls die jeweilige Flugnummer bestimmt. Diese Informationen werden in Kombination mit den genauen Darstellungen der Vorfelder und Pisten auf den Bildschirmen der Lotsen angezeigt. Die Flugzeuge können eindeutig identifiziert und exakt geortet werden. Zudem können die Wege, die die Flugzeuge von und zu den Pisten nehmen, mit A-SMGCS optimiert werden. Die Genauigkeit und die Verlässlichkeit des Systems machen die Verkehrssteuerung sicherer. Ein weiteres Plus: Wenn die Bodenverkehre optimal gesteuert und somit die Standzeiten der Flugzeuge minimiert werden, sind der Treibstoffverbrauch und die Lärmerzeugung geringer. Um das A-SMGCS in Betrieb nehmen zu können, wurden ca. 16 Kilometer Kabeltrasse verlegt, 23 Antennen montiert und ein neues Bodenradar installiert. Neben den drei Partnern FHG, DLR und DFS sind Universitäten und die Luftfahrt-Industrie eingebunden. So ist sichergestellt, dass die Bodenverkehrskontrolle der Zukunft von der Forschung bis hin zur Praxis kompetent und effizient begleitet wird. Die Anschaffungs- und Betriebskosten für das A-SMGCS liegen bei rund fünf Millionen Euro.

Ein weiterer Schritt: CARMA

Das A-SMGCS bildete die Grundlage für ein weiteres Forschungsvorhaben: Das Projekt "Car Management On Aprons", kurz CARMA. Hier wurden ein Konzept und ein Prototyp entwickelt, um Vorfeldfahrzeuge, wie Busse, Gepäckschlepper und Tankwagen, in die optimierte Darstellung der Bodenverkehre zu integrieren und deren Arbeitsabläufe zu verbessern. Im Rahmen eines umfassenden Feldtests wurden 15 Vorfeldfahrzeuge mit GPS-Hardware ausgerüstet. Mittels W-LAN Kommunikation werden die damit ermittelten Standorte der Fahrzeuge gesendet bzw. empfangen. Auf einem Display wird die aktuelle Verkehrslage Fahrern und Lotsen angezeigt. Somit können die Bewegungen von Flugzeugen und Vorfeldfahrzeugen live verfolgt werden. Dadurch und mit Hilfe eines Managementsystems ist der Flughafen in der Lage, Abläufe weiter zu optimieren und noch sicherer zu machen. Projektbeteiligte sind neben Hamburg Airport, AIRSYS, Airbus, die Deutsche Flugsicherung, das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt, die Technische Universität Hamburg Harburg, die Universität Hamburg und die Technische Universität Carolo-Wilhemina zu Braunschweig.

Starker Luftfahrtstandort Hamburg

Mit einer derartigen Erprobungsumgebung übernimmt der Flughafen Hamburg eine Vorreiterrolle in Europa. Die enge Kooperation zwischen Forschung, Lehre, Betrieb und Industrie am Hamburger Flughafen schafft Rahmenbedingungen für beschleunigte Innovationsprozesse und trägt zur Spitzenstellung des Luftfahrtstandortes Hamburg bei. Ebenso unterstreicht die Kooperation zwischen Flughafen, DFS und DLR eindrucksvoll die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Hamburger Luftfahrtclusters als echter Spitzencluster. Das DLR baut damit nach der Gründung des Instituts für Lufttransportkonzepte & Technologiebewertung an der TU Hamburg-Harburg in 2007 sein Engagement in Hamburg weiter aus.

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