Qualifizieren statt entlassen in Zeiten von Kurzarbeit

Bundesweite Fachtagung für Bildungsträger an der FHM Bielefeld

(PresseBox) (Bielefeld, ) Im Rahmen einer bildungspolitischen Fachtagung trafen sich circa 70 Vertreter von Bildungsträgern aus dem gesamten Bundesgebiet an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld, um sich über die aktuellen Qualifizierungsbedarfe von Unternehmen in Kurzarbeit sowie über das Bundesprogramm "Qualifizieren statt entlassen" zu informieren. Neben Praxisberichten aus der Region konnten wieder hochkarätige Referenten, unter anderem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin und vom DGB Bundesvorstand in Berlin aber auch regionale Akteure wie Prof. Dr. Gunther Olesch von der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg sowie Dr. Werner Efing, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbands der Metallindustrie Ostwestfalen, gewonnen werden.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat zwischenzeitlich den Arbeitsmarkt erreicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitarbeitsunternehmen hat es zuerst getroffen und immer mehr Unternehmen - vor allem im Mittelstand - melden Kurzarbeit für ihre Beschäftigten an. Um Arbeitslosigkeit zu vermeiden, wird "Qualifizierung" als probates Mittel politisch verkündet. Die Frage, welche aktive Rolle die Bildungsträger hierbei spielen und welche weiteren Akteure an der Qualifizierung teilhaben, stand im Mittelpunkt einer bildungspolitischen Fachtagung der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) in Bielefeld.

"Arbeitgeber, die in Zeiten von Kurzarbeit die Chance zur Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter nutzen, können so die Krise bestmöglich meistern. Sobald sich die Auftragslage verbessert, verfügen diese Unternehmen über höher qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und können gestärkt aus der Krise hervorgehen", so Prof. Dr. Richard Merk, Geschäftsführer der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), in seiner Begrüßung.

Insbesondere Prof. Dr. Gunther Olesch, Geschäftsführer Personal, Informatik und Recht der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg, machte auch aus Unternehmenssicht deutlich, wie eine Krise auch als Chance genutzt werden kann. Dr. Werner Efing, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbands der Metallindustrie Ostwestfalen, warnte jedoch davor, zu diesem Zeitpunkt schon von echten Erfahrungen zu sprechen. "Richtiger ist wohl, von Vorstellungen und Erwartungen an alle Beteiligten und damit auch an die Bildungsträger zu sprechen. Die ersten Erwartungen sind dabei sicherlich Flexibilität und 'Maßarbeit'", so Efing. Die Krise treffe jedes Unternehmen und jeden Betrieb in unterschiedlicher Form. Auch die Reaktionsmöglichkeiten wären daher von Betrieb zu Betrieb, von Abteilung zu Abteilung und zum Teil von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz unterschiedlich.

Nach Auffassung von Thomas Richter, Leiter der Bielefelder Arbeitsagentur, sei Kurzarbeit zur Lösung wirtschaftlicher Schwierigkeiten in der aktuellen Situation eine echte Alternative: "Bevor Firmen jetzt entlassen, können und sollten sie Kurzarbeit nutzen. Dieses wichtige Arbeitsmarktinstrument hilft, gutes Personal zu halten, das angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs sonst unwiederbringlich verloren wäre. Wir machen uns ferner dafür stark, die Krise für die Qualifizierung von Arbeitnehmern zu nutzen", betonte Richter. "Damit der Qualifizierungsbedarf erfüllt werden kann, kommt es darauf an, dass viele Bildungsträger möglichst schnell den Unternehmen bedarfsgerechte, kurzfristige Module anbieten. Ich hoffe sehr, dass bei uns in OWL die Bildungsträger die Chancen, die sich für sie bieten, erkennen", so Richter weiter.

Auf dem Foto sehen Sie: V.l.n.r.: Dr. Thomas von Sehlen (Geschäftsführer des Phönix-Beratungsverbunds in Bielefeld), Andreas Henkes (Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin), Thomas Richter (Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Bielefeld), Peter Dunkel (Beauftragter des Bundesverbands der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband), Bereichsleiter Berufsfortbildungswerk Erkrath), Johannes Jakob (Referatsleiter im DGB Bundesvorstand in Berlin), Ass. Peter Gödde (Mitglied im Vorstand der Stiftung Bildung und Handwerk in Paderborn) und Dr. Werner Efing (Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbands der Metallindustrie Ostwestfalen). Auf dem Foto fehlen Prof. Dr. Richard Merk (Geschäftsführer der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld) und Prof. Dr. Gunther Olesch (Geschäftsführer Personal, Informatik und Recht der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg).

Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld

Die staatlich anerkannte, private Fachhochschule des Mittelstands (FHM) wurde im Jahr 2000 vom Mittelstand für den Mittelstand gegründet. Ziel ist die praxisnahe Qualifizierung von Fach- und Führungskräften mit betriebswirtschaftlichem Know-how für die mittelständische Wirtschaft. In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen entwickelt und realisiert die FHM in diesem Sinne wissenschaftlich fundierte Studien- und Weiterbildungsangebote sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Das Studienangebot umfasst staatlich und international anerkann-te Bachelor- und Master-Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Medien, Kommunikation und Gesundheit. Das Studienkonzept der FHM beinhaltet eine hohe Berufsorientierung, eine individuelle Betreuung und kleine Studiengruppen. Weitere Schwerpunkte setzt die FHM mit ihren Instituten in der wissenschaftlichen Weiterbildung sowie in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Existenzgründung und Unternehmensnachfolge im In- und Ausland.

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