Unified Communication UC: Interoperabilität als zentraler Erfolgsfaktor

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- Verbesserungspotenziale bei UC-Projekten noch immer vorhanden
- Interoperabilität der Lösungen muss als Kriterium in die Anbieterauswahl aufgenommen werden
- Standards per se sorgen nicht automatisch für Interoperabilität

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit Unified Communications oder haben bereits entsprechende Lösungen realisiert. Größte Herausforderung für Anwender ist es dabei unterschiedliche Lösungen von einer Vielzahl an Anbietern zu integrieren. Standards sind jedoch oftmals nicht ausreichend.

Fragen der Interoperabilität im Umfeld von Unified Communications geraten immer wieder zum Stolperstein - für den kurzfristigen Projekterfolg ebenso wie für den langfristigen Nutzen der UC-Initiativen.

"Der eigentliche und größte Nutzen von Unified Communications wird dann erschlossen, wenn die UC-Workloads aus verschiedenen bestehenden Geschäftsanwendungen heraus nutzbar sind - im Kontext der jeweils gerade anstehenden Aktivität des Mitarbeiters", erklärt Wolfram Funk, Senior Advisor bei der Experton Group. Denn dann reduziert sich auch der Trainingsaufwand für die Mitarbeiter, da die Kommunikation über ihre vertrauten Anwendungen läuft und nicht über ein neues System, in das sie erst eingewiesen werden müssen. "Communications-Enabled Business Processes" ist hier das Stichwort - und dies erfordert ein hohes Maß an Interoperabilität zwischen UC-Lösungen und bestehenden Anwendungen sowie weiteren Infrastrukturkomponenten.

Silo-Anwendungen vermeiden

"So manches Unternehmen macht sich anfangs wenig Gedanken über Interoperabilitätsfragen bei UC. Im Vordergrund der Vorhaben stehen oftmals zunächst einzelne Workloads wie Web-Konferenzen, Instant Messaging oder Präsenzinformationen", fasst Axel Oppermann, Advisor bei der Experton Group die Ergebnisse der Analysen zusammen. Dabei passiert genau das, was Unternehmen mit Unified Communications eigentlich abwenden wollten: es entstehen neue Silo-Anwendungen. Die negativen Folgen machen sich oft erst zu einem später Zeitpunkt bemerkbar, etwa wenn die Fachbereiche neue Anforderungen stellen, die durch die UC-Silo-Anwendung so nicht oder nur mit viel Integrationsaufwand umsetzbar sind. Dabei sind heterogene Infrastrukturen in Unternehmen eher die Regel als die Ausnahme, und neue Implementierungsmodelle wie Cloud Services steigern die Komplexität mit Blick auf Interoperabilität noch weiter.

Wie kann ein gutes Zusammenspiel von UC-Lösungen mit Geschäftsanwendungen und Infrastrukturkomponenten nun erreicht werden? Die Anbieter können mit auf Standards basierenden Lösungen und Schnittstellen eine Grundbedingung für Interoperabilität schaffen. Standards per se sorgen jedoch nicht automatisch für Interoperabilität. Häufig lassen Standards erheblichen Implementierungsspielraum, wie es am Beispiel SIP (Session Initiation Protocol) deutlich wird.

Fazit

Wichtig aus Sicht der Anwender ist eine ganzheitliche Vorgehensweise. Zunächst gilt es, den "Business Case" für die konkret geplanten UC-Vorhaben zu formulieren. Außerdem muss sich das Unternehmen den Überblick über das UC-Ökosystem verschaffen. "Interoperabilität der eingesetzten Lösungen sollte ein strategisches Thema für IT-Entscheider sein. Diese Überlegungen müssen bereits in die Planung aufgenommen werden. Das Ziel muss sein, offene Lösungen zu beschaffen, die mit anderen Produkten interagieren, um einen reibungslosen Austausch von Daten und Informationen zu erreichen", ist Axel Oppermann überzeugt. So stellt sich für CIOs die Frage: welche Infrastrukturkomponenten einschließlich verschiedenster Anwendungen sind generell relevant, und wie sieht die grobe "Roadmap" für die nächsten drei bis fünf Jahre aus? Zu guter Letzt müssen Anbieter identifiziert werden, die die spezifischen Interoperabilitätsanforderungen des Unternehmens befriedigen können. "Hier ist es zielführend, die Initiativen der Anbieter und ihre Motivation für Interoperabilität genau zu prüfen", so Wolfram Funk. Unterstützt ein Anbieter anerkannte Standards, legt er seine Programmierschnittstellen offen, pflegt er ein solides Netzwerk an ISV-Partnern (Independent Solution Vendors), und hängt der Erfolg seines Geschäftsmodells von Offenheit gegenüber Drittanbietern ab, so sind dies positive Zeichen.

Definitionen

Unified Communications (UC)

Unified Communications (UC) beschreibt einen Ansatz für die Integration verschiedenster Kommunikationskanäle und Anwendungen mit dem Ziel, Geschäftsprozesse zu optimieren und zu beschleunigen. Dabei werden existierende Silo-Infrastrukturen durch "Middleware" und SOA-Ansätze untereinander verknüpft oder komplett auf neue UC-Lösungen migriert. "Collaboration" erweitert die Kommunikation um Aspekte der Zusammenarbeit.

Ein wichtiger Kerngedanke von Unified Communications ist die Verknüpfung von Kommunikationsprozessen mit Applikationen wie bestehenden Line of Business Anwendungen, Contact Center oder kollaborativen und weitere Geschäfts-Anwendungen. UC geht damit weit über Insellösungen für Unified Messaging hinaus. UC ist insgesamt kein rein technologisches Thema, sondern hat erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung von Geschäfts- und Kommunikationsprozessen. Communications sollte dabei nicht als alleinstehendes System betrachtet werden, sondern als integrierte und universelle Funktionalität, ähnlich wie die Fähigkeit, Text einzugeben, egal ob es sich um Word, PowerPoint, SAP, eine Finanzanwendung oder Kundensupport-Anwendungen handelt. Man spricht hier auch von "Communications-Enabled Business Processes" (CEBP).

Interoperabilität

Unter dem Begriff "Interoperabilität" fasst die Experton Group alle technischen Maßnahmen zusammen, die ein Zusammenspiel heterogener Systemlandschaften ermöglichen. Dabei werden über standardisierte oder offengelegte Schnittstellen Daten zwischen zwei und mehr Systemen ausgetauscht. Dadurch können separate Systeme miteinander kommunizieren beziehungsweise im arbeitsteiligen Verbund auf abgestimmte Art verschiedene Aufgaben übernehmen.

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