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Untersuchung zu Envisat geht weiter
Um festzustellen, ob sich Europas größter Umweltsatellit im "Safe mode" befindet - was die Voraussetzung für eine Wiederherstellung des Betriebs wäre - stützt sich das Rettungsteam auf jede verfügbare Informationsquelle.
Wertvolle Unterstützung kommt von vielen europäischen und internationalen Partnern. Die neue französische Erdbeobachtungsmission Pléiades liefert hochauflösende Bilder, konzentriert sich aber derzeit auf Envisat, um mehr Licht in die gegenwärtige Situation zu bringen.
Am 15. April drehte die französische Weltraumagentur CNES ihren Pléiades-Satellit, um Bilder von Envisat aufzunehmen, als dieser in 100 km Entfernung vorbeiflog. Dies wurde dank der außergewöhnlichen Manövrier- und Reaktionsfähigkeit des Pléiades-Satelliten möglich.
Spezialisten für Flugdynamik und Ingenieure verwenden diese Bilder, um herauszufinden, wie das Sonnensegel - die Energiequelle des Satelliten - ausgerichtet ist. Befindet sich das Sonnensegel in einer Position, in der es ausreichend Sonnenlicht einfangen kann, dann wird genug Strom erzeugt, um den Satellit in einen "Safe mode" zu bringen und damit die Kommunikation zur Erde wiederherstellen zu können.
"Wir sind CNES sehr dankbar dafür, dass sie uns angeboten haben, Bilder von Envisat mit Hilfe ihrer Satelliten Pléiades und Spot zu machen", sagt Prof. Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme. "Weitere Beobachtungen auf der ganzen Welt zeigen, wie die internationale Raumfahrtgemeinschaft zusammenarbeitet, um die Bahn dieses Satelliten-Veteranen zu verfolgen."
Prof. Liebig: "Beobachtungen auf der ganzen Welt zeigen, wie die Raumfahrtgemeinschaft zusammenarbeitet"
Das Fraunhofer Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) in Wachtberg bei Bonn liefert ebenfalls Bilder, die zeigen sollen, in welcher Lage sich Envisat befindet. Bilder des bodengestützten Weltraumbeobachtungsradars TIRA (Tracking and Imaging Radar) zeigen Rumpf, Solarsegel und Radarantenne des Satelliten.
"Diese einzigartigen Bilder werden es uns ermöglichen, die Orientierung von Envisat zu analysieren. Erst dann werden wir wissen, ob wir eine Chance haben, den Kontakt zum Satellit wieder herstellen zu können", so Dr. Manfred Warhaut, Bereichsleiter Missionsbetrieb bei der ESA in Darmstadt.
Informationen über die Umlaufbahn von Envisat werden auch vom amerikanischen Joint Space Operations Center zur Verfügung gestellt. Zusätzlich liefern bodengestützte Laserentfernungsmessstationen Daten, um die Stabilität der Satellitenorbits zu bestätigen.
Start der kommenden Sentinel-Serie wird damit noch dringender
Die plötzliche Unterbrechung der Envisat-Dienste hat den Datenstrom für die internationale wissenschaftliche Nutzergemeinschaft getrennt, die auf die Kontinuität der Daten angewiesen ist. Der Start der kommenden Sentinel-Serie, die gegenwärtig im Rahmen des europäischen Umwelt- und Sicherheitsüberwachungsprojekts GMES entwickelt wird, wurde damit noch dringender.
Die Sentinel-Missionen werden Daten liefern, die für Informationsdienstleister benötigt werden, um das Umweltmanagement zu verbessern, die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und einzudämmen, und um die zivile Sicherheit zu garantieren.
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