EEX: Finanzsektor-Krise erreicht europäische Energiebörse

Handel von Finanzmarkt-Teilnehmern stark rückläufig / Höheres Handelsvolumen von Energiehandelsunternehmen kann Verluste nicht ausgleichen / Umsatz- und Ertragslage dennoch stabil

(PresseBox) (Leipzig, ) Die Krise im Finanzsektor ist im ersten Halbjahr 2009 auch bei der European Energy Exchange AG (EEX) angekommen. Nach Jahren kontinuierlicher Aufwärtsbewegung ist die Geschäftsentwicklung der größten kontinentaleuropäischen Energiebörse in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres von einer Wachstumsdelle gekennzeichnet. Insbesondere die deutlich rückläufige Handelstätigkeit von Teilnehmern aus dem Finanzsektor am Terminmarkt für Strom drückte auf das EEXGeschäftsergebnis. Die gestiegenen Handelsvolumina seitens der Energiehandelsunternehmen konnten den Volumenrückgang insgesamt nicht auffangen. Die Umsatzund Ertragslage ist dennoch mit nur leichten Abschlägen stabil geblieben. Die Anzahl der Handelsteilnehmer hat sich im Berichtshalbjahr auf 230 Handelsteilnehmer aus 21 Ländern erhöht (30. Juni 2008: 208 Teilnehmer aus 20 Ländern).

Trotz des zurückgegangenen Handelsvolumens haben sich die Umsatzerlöse in der Berichtsperiode nur leicht verringert. Mit knapp 17,7 Mio. Euro gegenüber 18,4 Mio. Euro lagen sie um 4 Prozent unter Vorjahresniveau. Hauptumsatzträger war erneut der Terminmarkt für Strom, der insgesamt 12,4 Mio. Euro der Gesamtumsatzerlöse realisierte.

Die EEX Power Spot GmbH ist seit Anfang 2009 nicht mehr im Konsolidierungskreis des Konzerns enthalten. Ihr Ergebnis fließt der EEX hälftig als EPEX Spot Beteiligungsertrag zu. Das operative Ergebnis (EBITDA) (bereinigt um Vorjahresergebnis EEX Power Spot) nach IFRS im ersten Halbjahr 2009 verringerte sich auf 6,5 Mio. Euro, verglichen mit 7,5 Mio. Euro im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug 5,7 Mio. Euro nach 6,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Strom: Spotmarkt nur leicht schwächer - Terminmarkt stärker betroffen

Das Handelsvolumen am Strom-Spotmarkt sank im ersten Halbjahr 2009 um 6 % auf 73,2 TWh nach 77,5 TWh im Vorjahr. Dieser Rückgang ist unter anderem auf eine gesunkene physische Erfüllung (Volumen, das aus dem Terminmarkt stammt und über den Spotmarkt abgewickelt wird) zurückzuführen.

Am Strom-Terminmarkt der EEX wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres insgesamt 547 TWh gehandelt, gegenüber 616 TWh im Vorjahreszeitraum. Das börslich gehandelte Volumen am Terminmarkt ließ gegenüber 161 TWh im Vorjahreszeitraum auf 133 TWh nach (-17 %), während das Volumen aus dem OTC-Clearing um 9 % auf 414 TWh sank (1. HJ 2008: 454 TWh). Damit fiel der Anteil des börslich gehandelten Stroms am gesamten Terminmarktvolumen leicht auf 24 % gegenüber 26 % in 2008. Im Produkt French Power Future, das seit dem 1. April 2009 die ehemaligen Strom Futures der Powernext umfasst, wurde im ersten Halbjahr 2009 ein Volumen von 11,2 TWh umgesetzt.

Das Open Interest am Terminmarkt Strom - die Summe aller offenen Positionen -stieg dagegen weiter an. Per 30. Juni 2009 betrug das Open Interest 464 TWh, was einem Marktwert von 23,0 Mrd. Euro entsprach (Vorjahreszeitraum: 353 TWh, Marktwert 31,4 Mrd. Euro).

CO2-Handel bleibt hinter den Erwartungen zurück

Das gehandelte Volumen am Spotmarkt für Emissionsberechtigungen wuchs auf 2,9 Millionen Tonnen gegenüber 654.000 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Dagegen schrumpfte der Terminmarkt im 1. Halbjahr 2009 um 45 % auf 14,9 Mio. Tonnen, verglichen mit noch 27,1 Mio. Tonnen im Vorjahresvergleich. Seit dem 26. März 2008 bietet die EEX in Kooperation mit der Eurex neben den EUA-Futures auch Futures auf CERs (Certified Emission Reductions), weltweit entstehende Emissionsgutschriften nach dem Kyoto-Protokoll, an.

Erdgashandel mit lebhaftem Spot- und zögerlichem Termingeschäft

Eine stark gegenläufige Entwicklung verzeichnete der Handel mit Erdgas, der Mitte 2007 an der EEX eingeführt wurde. Der Spotmarkt wuchs um 185 % auf 1.110,7 GWh von 389,7 GWh im Vorjahr, während sich der Terminmarkt gleichzeitig um 14 % auf 5.237,8 GWh von 6.087,6 GWh reduzierte. Auch unter Berücksichtigung der krisenbedingten Sonderfaktoren blieb die EEX am Terminmarkt für Erdgas hinter den Erwartungen zurück. Dennoch ist der Erdgashandel für die EEX auch künftig ein wichtiges Marktsegment, das konsequent weiter entwickelt werden wird.

Wachstumsstrategie zeitigt Erfolge

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wirtschaftslage rechnet die EEX für das Gesamtjahr 2009 bei Handelsvolumina, Umsatzerlösen und Ertrag mit einem Ergebnis unter Vorjahresniveau. Dennoch besteht nach Ansicht des Konzernchefs Dr. Hans-Bernd Menzel kein Grund zur Kursänderung. Der langfristig angelegte Prozess der Internationalisierung der Energiebörse EEX wird konsequent weiter verfolgt. Dazu hat die EEX eine leistungsfähige Konzernstruktur geschaffen.

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