Die Zahlungsbilanz des EURO-Waehrungsgebiets im Maerz 2010

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) Im März 2010 wies die saisonbereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets einen Überschuss von 1,7 Mrd EUR auf. In der Kapitalbilanz waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen Nettokapitalabflüsse in Höhe von 38 Mrd EUR (nicht saisonbereinigt) zu verzeichnen.

Leistungsbilanz

Die saisonbereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets wies im März 2010 einen Überschuss in Höhe von 1,7 Mrd EUR auf (siehe Tabelle 1). Dahinter verbargen sich Aktivsalden bei den Dienstleistungen (4,0 Mrd EUR) und beim Warenhandel (3,8 Mrd EUR), die zum Teil durch Passivsalden bei den laufenden Übertragungen (5,1 Mrd EUR) und bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen (0,9 Mrd EUR) ausgeglichen wurden.

Die auf Monatsangaben basierenden vorläufigen Ergebnisse für das erste Quartal 2010 weisen für die saisonbereinigte Leistungsbilanz ein Defizit in Höhe von 4,5 Mrd EUR aus. Bei der über zwölf Monate kumulierten saisonbereinigten Leistungsbilanz wurde im März 2010 ein Defizit in Höhe von 41,7 Mrd EUR (rund 0,5 % des euroraumweiten BIP - siehe Abbildung 1) verzeichnet, verglichen mit einem Passivsaldo von 164,0 Mrd EUR im entsprechenden Vorjahrszeitraum. Diese Entwicklung ergab sich vor allem aus einem Umschwung von einem Defizit (23,2 Mrd EUR) zu einem Überschuss (50,0 Mrd EUR) im Warenhandel und niedrigeren Nettoausgaben bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen (41,1 Mrd EUR nach 77,5 Mrd EUR) und den laufenden Übertragungen (85,7 Mrd EUR nach 98,6 Mrd EUR). Umgekehrt sank der Überschuss bei den Dienstleistungen leicht (34,6 Mrd EUR nach 35,2 Mrd EUR).

Kapitalbilanz

In der Kapitalbilanz (siehe Tabelle 2) kam es im März 2010 bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo zu einem Mittelabfluss (38 Mrd EUR), der sich aus Nettokapitalexporten bei den Direktinvestitionen (25 Mrd EUR) und den Wertpapieranlagen (12 Mrd EUR) ergab.

Die Nettokapitalabflüsse bei den Direktinvestitionen resultieren aus Nettokapitalexporten beim Beteiligungskapital und den reinvestierten Gewinnen (9 Mrd EUR) und bei den sonstigen Anlagen (vor allem Kredite zwischen verbundenen Unternehmen) (16 Mrd EUR).

Die im Bereich der Wertpapieranlagen per saldo verzeichneten Mittelabflüsse ergaben sich aus Nettokapitalexporten bei den Schuldverschreibungen (7 Mrd EUR) und bei den Aktien und Investmentzertifikaten (5 Mrd EUR), wohingegen der Nettoerwerb ausländischer Aktien und Investmentzertifikate sowie Schuldverschreibungen durch Ansässige im Euroraum (30 Mrd EUR) den Nettoerwerb von Aktien und Investmentzertifikaten sowie Schuldverschreibungen des Eurogebiets durch Gebietsfremde überstieg (18 Mrd EUR).

Der Saldo bei den Finanzderivaten war ausgeglichen.

Im übrigen Kapitalverkehr wurden per saldo Kapitalzuflüsse (41 Mrd EUR) verzeichnet. Dahinter verbargen sich Nettokapitalzuflüsse bei den übrigen Sektoren (30 Mrd EUR), bei den MFIs (ohne Eurosystem) (11 Mrd EUR) und beim Staat (2 Mrd EUR). Beim Eurosystem ergaben sich Nettoabflüsse (2 Mrd EUR).

Der vom Eurosystem gehaltene Bestand an Währungsreserven belief sich Ende März 2010 auf 499 Mrd EUR. Die im März getätigten Transaktionen (ohne Bewertungseffekte) trugen mit 3 Mrd EUR zu einem Anstieg der Gesamtposition bei.

Im Zwölfmonatszeitraum bis März 2010 wurden bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo kumulierte Mittelzuflüsse von 147 Mrd EUR verzeichnet, verglichen mit Nettozuflüssen von 189 Mrd EUR im entsprechenden Vorjahrszeitraum. Ausschlaggebend für diese Verringerung waren hauptsächlich niedrigere Nettokapitalzuflüsse bei den Wertpapieranlagen (206 Mrd EUR nach 387 Mrd EUR), die zum Teil durch niedrigere Nettokapitalexporte bei den Direktinvestitionen (59 Mrd EUR nach 198 Mrd EUR) aufgezehrt wurden.

Datenrevisionen

Diese Pressemitteilung enthält Revisionen der Daten für Februar 2010, wodurch sich gegenüber den zuvor veröffentlichten Ergebnissen jedoch nur unwesentliche Änderungen ergeben.

Zusätzliche Informationen zur Zahlungsbilanz und zum Auslandsvermögensstatus des Euro-Währungsgebiets

In dieser Pressemitteilung bezieht sich die saisonbereinigte Leistungsbilanz auf saisonund arbeitstäglich bereinigte Daten. Der Kapitalbilanz liegen nicht saison- und nicht arbeitstäglich bereinigte Daten zugrunde.

Den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen entsprechend ist die Europäische Zentralbank für die Erstellung und Veröffentlichung der monatlichen und vierteljährlichen Zahlungsbilanzstatistiken des Euro-Währungsgebiets verantwortlich, während die Europäische Kommission (Eurostat; siehe "Euro-Indikatoren") die vierteljährlichen und jährlichen Gesamtstatistiken für die Europäische Union aufbereitet. Diese Daten entsprechen internationalen Standards, insbesondere der 5. Auflage des Zahlungsbilanzhandbuchs des IWF. Die Aggregate für den Euroraum und die Europäische Union werden einheitlich auf Basis von Transaktionen und Beständen gegenüber Ansässigen außerhalb des Eurogebiets bzw. der Europäischen Union erstellt.

Eine vollständige Reihe aktualisierter Statistiken zur Zahlungsbilanz (einschließlich einer vierteljährlichen geografischen Aufschlüsselung nach den wichtigsten Partnerländern) und zum Auslandsvermögensstatus des Euro-Währungsgebiets steht auf der Website der EZB im Abschnitt "Statistics" unter "Data services"/"Latest monetary, financial markets and balance of payments statistics" zur Verfügung. Diese Statistiken sowie historische Zeitreihen zur Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets können auch über das Statistical Data Warehouse (SDW) der EZB heruntergeladen werden. Die Ergebnisse bis März 2010 werden zudem in der Ausgabe des EZB-Monatsberichts und des "Statistics Pocket Book" vom Juni 2010 veröffentlicht. Detaillierte methodische Erläuterungen sind auf der Website der EZB abrufbar. Die nächste Pressemitteilung zur monatlichen Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets erscheint am 22. Juni 2010.

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