Zaghafte Aufhellung auf dem weltweiten IPO-Markt: Zahl der Börsengänge steigt wieder

Analyse zu Börsengängen im zweiten Quartal 2009 / Emissionsvolumen im Vergleich zum Vorquartal versiebenfacht / Deutlich stärkere Aktivitäten in Schwellenländer als in Industrienationen / In Europa keine durchgreifende Besserung in Sicht

(PresseBox) (Frankfurt, ) Im zweiten Quartal dieses Jahres haben weltweit 76 Unternehmen den Schritt an die Börse (Initial Public Offering, kurz IPO) gewagt und dabei 9,9 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum ersten Quartal, als bei 52 Börsengängen ein Emissionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro erzielt wurde. Insgesamt sind damit im ersten Halbjahr dieses Jahres 128 Unternehmen an die Börse gegangen, das Emissionsvolumen lag bei 11,3 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr des Vorjahres waren im Vergleichszeitraum allerdings noch 518 Börsengänge mit einem Emissionsvolumen von 79 Milliarden Dollar gezählt worden. Das sind Ergebnisse des vierteljährlich durchgeführten weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Der deutliche Anstieg des Emissionsvolumens im zweiten Quartal ist vor allem auf einen großen Börsengang zurückzuführen: Die Visanet SA, ein Anbieter von Abrechnungsdienstleistungen für Kreditkartentransaktionen, ging im Juni an die brasilianische Börse und erlöste dabei 3.7 Milliarden US-Dollar - der größte Börsengang, der je in Brasilien durchgeführt wurde. In China fand der mit 1,3 Milliarden US-Dollar zweitgrößte Börsengang des zweiten Quartals statt: Der Aluminiumkonzern China Zhongwang Ltd. Ging im Mai an die Hongkonger Börse; der drittgrößte IPO war der von Vodafone Qatar (0.95 Milliarden US-$).

Die Entwicklung in den meisten Industriestaaten ist nach wie vor sehr schwach: In Europa wurden im zweiten Quartal nur acht Börsengänge gezählt, einer davon in Deutschland - im Vorquartal hatte es europaweit sieben Börsengänge gegeben. Das Emissionsvolumen der europäischen Börsengänge stieg im Quartalsvergleich von 11 auf 198 Millionen US-Dollar. In den USA hingegen stieg die Zahl der IPOs deutlich: von einem im ersten Quartal auf acht im zweiten Quartal.

Wie schon im ersten Quartal wurden auch im zweiten Quartal die meisten IPOs in Südkorea (17) gezählt - es folgen China (13) und Kanada (9). Insgesamt erweisen sich die Schwellenländer weiterhin als wichtigste Säule des weltweiten IPO-Geschäfts: 53 der 76 IPOs fanden in Schwellenländern statt.

"Wir sehen zwar erste Anzeichen, dass die Talfahrt der Weltwirtschaft gestoppt ist - aber die Erholung wird gerade in den Industrieländern lang dauern - und damit auch die Erholung auf dem hiesigen IPO-Markt", so Heinrich Lind, Partner bei Ernst & Young. Angesichts der schwierige Wirtschaftslage, die fast alle Branche treffe, stünden IPO-interessierte Unternehmen vor der Herausforderung, eine glaubwürdige, positive "Story" zu entwickeln und zu vermitteln.

Anders sei die Lage in den Schwellenländern - allen voran China - wo seit Jahresbeginn ein Aktienboom zu verzeichnen ist. "In diesem positiven Umfeld ist ein Börsengang derzeit sehr viel leichter durchzuführen und es ist für Unternehmen einfacher, potenzielle Investoren für die eigene Equity Story zu begeistern", stellt Lind fest. Vor allem für China rechnet Lind mit einem weiteren deutlichen Wachstum bei den Börsengängen, nachdem kürzlich der im vergangenen Herbst staatlich verfügte Stopp bei Börsengängen aufgehoben wurde - seitdem waren Börsengänge nur in Hongkong möglich gewesen.

"Nach wie vor gilt, dass in den Industrieländern nur sehr mutige Unternehmen derzeit den Gang an die Börse wagen - die meisten warten auf bessere Zeiten", beobachtet Lind. Allerdings sehe er ein in jüngster Zeit deutlich gestiegenes Interesse auf Seiten der Unternehmen. "Es gibt zahlreiche Unternehmen, die konkrete Pläne für Börsengänge haben und nur auf eine Belebung der Wirtschaft und ein günstigeres Umfeld warten."

Die wichtigsten Branchen im zweiten Quartal waren: Industrie (16 IPOs), Rohstoffe (14), High Tech (10) und Finanzen (10). Gemessen an der Zahl der Erstnotierungen liegt die Südkoreanische Börse (Kosdaq, 24 IPOs) an erster Stelle, gefolgt von der Hong Kong Stock Exchange (HKEx, 14 IPOs) und der New York Stock Exchange (NYSE, 7 IPOs).

Ernst & Young AG

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Hauptsitz in Stuttgart ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften und unabhängiges Mitglied der internationalen Ernst & Young Organisation*. In der Steuerberatung ist Ernst & Young die Nummer eins unter den deutschen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Die deutsche Ernst & Young Gruppe beschäftigt rund 6.500 Mitarbeiter an 21 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Umsatz von 1,14 Milliarden Euro. Die rund 135.000 Mitarbeiter der internationalen Ernst & Young-Organisation* erzielten im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Umsatz von 24,5 Mrd. US$.

Die Ernst & Young-Gruppe in Deutschland bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktions-, Management-, Risiko- und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite: http://www.de.ey.com

* Die Internationale Ernst & Young Organisation setzt sich aus selbstständigen und rechtlich unabhängigen Mitgliedsunternehmen zusammen. Eines davon ist die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

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