US-Unternehmen dominieren die Weltbörsen

(PresseBox) (Stuttgart, ) .
- 126 der 300 teuersten Unternehmen der Welt kommen aus den USA - Börsenwert legt kräftig zu
- Asien schwächelt: Anteil der asiatischen Unternehmen an den Top 300 geht deutlich zurück
- Leichte Erholung in Europa, Deutschland behauptet sich an den Weltbörsen
- Apple teuerstes Unternehmen der Welt; Volkswagen wertvollstes Unternehmen Deutschlands

Die wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus den USA - unter den zehn Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert haben acht ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Das teuerste Unternehmen der Welt ist der Technologieriese Apple mit einem Börsenwert von mehr als 560 Milliarden US-Dollar, deutlich mehr als noch vor einem halben Jahr (plus 11 Prozent).

Das Ranking der 300 teuersten Unternehmen weltweit wird klar von den USA dominiert: 126 Unternehmen stammen aus den Vereinigten Staaten. In den vergangenen Monaten ist der Anteil der US-Unternehmen an den Top 300 damit sogar noch einmal gestiegen: Ende 2012 befanden sich 111 US-Unternehmen in den Top 300, zum Jahresende 2013 waren es 124. Und auch der kumulierte Marktwert der US-Unternehmen in den Top 300 ist in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen: Im Vergleich zum Jahresende 2013 legte der Börsenwert um 5 Prozent zu, im Vergleich zu Dezember 2012 sogar um 34 Prozent.

Die asiatischen Unternehmen haben im Ranking der Top 300 etwas an Boden verloren - ihr Anteil sank von 62 Konzernen am 31. Dezember 2012 auf aktuell 51 Unternehmen. In Europa hingegen blieb der Anteil stabil bei 95 Unternehmen. Deutschland ist mit 16 Unternehmen in den Top 300 vertreten und belegt damit den vierten Rang hinter den USA, Großbritannien und China mit Hongkong.

Die 300 analysierten Unternehmen waren zum 30. Juni 2014 insgesamt 26,5 Billionen US-Dollar wert, 24 Prozent mehr als zum Jahresende 2012. In den letzten Monaten hat sich die Dynamik allerdings abgeschwächt: Im Vergleich zum Jahresende 2013 ist der Marktwert nur noch um 4 Prozent gestiegen.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), die die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit untersucht.

Deutschland bleibt auf hohem Niveau stabil

Deutschland erweist sich im Ranking stabil: In den Top 100 sind wie vor einem halben Jahr sechs Unternehmen aus der Bundesrepublik vertreten, in den Top 300 sind es aktuell 16 deutsche Unternehmen. Die höchstbewerteten deutschen Unternehmen sind Volkswagen (123 Milliarden US-Dollar, Platz 55), Bayer (117 Milliarden US-Dollar, Platz 59) und Siemens (116 Milliarden US-Dollar, Platz 60).

Ihren kumulierten Börsenwert konnten die deutschen Unternehmen in den Top 300 in den vergangenen Monaten allerdings kaum noch steigern - mit einem Plus von lediglich 0,2 Prozent kletterte er in den vergangenen sechs Monaten auf insgesamt 1.200 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Jahresende 2012 betrug die Steigerungsrate hingegen 31 Prozent.

"Nach dem massiven Börsenboom der vergangenen Monate hat der Marktwert der deutschen Großkonzerne ein enorm hohes Niveau erreicht - da ist es schwierig, die Marktkapitalisierung noch weiter zu steigern", sagt Thomas Harms, Partner bei EY, "zumal die Börsianer angesichts der unsicheren Entwicklung der Weltkonjunktur und der künftigen Zinsentwicklung erst einmal vorsichtig sind."

Mittelfristig sieht Harms Deutschland aber gut aufgestellt: "Die deutschen Unternehmen haben in den Krisenjahren unter erheblichen Anstrengungen ihre Strukturen überarbeitet, Produkte weiterentwickelt, und sie verfügen über eine enorme Innovationskraft. Das begründet ihre Vorreiterrolle in Europa - und ihre Attraktivität auf dem Weltmarkt. Das gilt umso mehr, wenn sich die Weltkonjunktur positiv entwickelt und anspringt."

US-Unternehmen dominieren die Börsen der Welt

"Den US-Unternehmen kann derzeit niemand das Wasser reichen", sagt Harms weiter. "Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten läuft rund, die Nachfrage auf dem riesigen Binnenmarkt ist stabil. Und die Industrie profitiert von den niedrigen Energiekosten - der Frackingboom ist ein echter Standortvorteil, da energieintensive Produkte billiger hergestellt werden können."

Auch langfristig sieht Harms gute Perspektiven für die USA: "Die USA dominieren mit der Informationstechnologie eine künftige Schlüsselindustrie - sie scheinen derzeit am besten für die Umbrüche durch Digitalisierung und Vernetzung gerüstet zu sein. Die Westküste der USA ist ein Innovationszentrum mit globaler Bedeutung." Zehn der 17 Technologieunternehmen in den Top 300 stammen aus den USA - Europa bringt es lediglich auf drei Unternehmen. Und die Spitzenplätze im Börsenranking gehen an die amerikanischen Technologieriesen Apple (Rang 1), Google und Microsoft (Rang 3 und 4) - den zweiten Platz belegt der Ölkonzern Exxon Mobil.

Dämpfer für Asien

Nicht ganz so rosig ist die Lage derzeit bei den asiatischen Unternehmen. Ihr Anteil in den Top 300 ist in den vergangenen Monaten deutlich gesunken: Von 62 Konzernen Ende 2012 auf aktuell nur noch 51 Unternehmen. China hat einen bedeutenden Anteil an dieser Entwicklung: Während aktuell 23 der 300 Top-Unternehmen ihren Hauptsitz in China haben, waren es Ende 2012 noch 27.

"Auch wenn die Wirtschaftsentwicklung immer noch deutlich stärker ist als in den westlichen Industrienationen - die Erwartungen der Börsen an die asiatischen Märkte sind nicht mehr ganz so euphorisch. Das liegt nicht zuletzt an der Bevölkerungsentwicklung: Der demografische Wandel hat die wirtschaftsstarken Länder Asiens erreicht, und die Auswirkungen der alternden Gesellschaft werden in Zukunft stärker zu spüren sein. Da stehen die USA deutlich besser da: Als Einwanderungsland müssen sie sich weniger Sorgen machen", sagt Harms. "Hinzu kommt, dass die chinesische Volkswirtschaft unmittelbar vor einem grundlegenden Umbau steht, wobei der Binnenmarkt ein größeres Gewicht erhalten soll. Da weiß niemand genau, wo die Reise hingeht. Deshalb heißt es an den Börsen: Erst einmal abwarten."

Der kumulierte Börsenwert der asiatischen Unternehmen gerät zunehmend unter Druck: Die Marktkapitalisierung der asiatischen Konzerne in den Top 300 stagniert im 6-Monats-Vergleich bei rund 4,0 Billionen US-Dollar. Der Börsenwert der Unternehmen aus China und Hongkong ist sogar um ein Prozent gesunken.

"Ein weiteres Risiko für die asiatischen Schwellenländer ist die weltweite Zinsentwicklung. Sollte die US-Notenbank allmählich von ihrer Niedrigzinspolitik abrücken, könnte das die Konjunkturentwicklung dieser Länder deutlich abbremsen - und den Börsen den Wind aus den Segeln nehmen", sagt Harms. "Erst dann wird sich zeigen, welche Unternehmen wirklich dauerhaft attraktiv sind - und welche lediglich von der allgemeinen Börseneuphorie profitiert haben."

Zaghafte Erholung in Europa

Während die Börsianer zurückhaltend nach Asien schauen, haben sich die europäischen Unternehmen stabilisiert: 95 der 300 teuersten Unternehmen der Welt stammen aus Europa - genauso viele wie vor eineinhalb Jahren. Große Euroländer wie Italien (plus 20 Prozent), Spanien (plus 9 Prozent) oder die Niederlande (plus 11 Prozent) konnten in den vergangenen sechs Monaten beim kumulierten Börsenwert beachtliche Entwicklungen hinlegen. Der Börsenwert der europäischen Unternehmen insgesamt stieg im 6-Monats-Vergleich um 3 Prozent.

Und auch in der Rangliste der zehn teuersten Unternehmen der Welt machten die Europäer Plätze gut: Während noch vor einem halben Jahr neun der Top-10-Unternehmen aus den USA stammten, sind es nun nur noch acht. Der Neuaufsteiger in den Top-10 kommt aus den Niederlanden (Royal Dutch Shell, Rang 8), weiterhin vertreten ist der Schweizer Konzern Roche (Roche, Rang 10).

"Nach einer langen Krisenzeit keimt in der europäischen Wirtschaft wieder Hoffnung. In vielen Ländern scheint das größte Konjunkturtief erst einmal überwunden - und das wird an den Börsen belohnt", sagt Harms. "Dennoch belasten die Folgen der Schuldenkrise, der starke Euro und die hohen Energiepreise die europäischen Unternehmen weiter. Und auch hier könnte ein Ende der amerikanischen Niedrigzinspolitik gravierende Folgen haben."

Ernst & Young AG

EY* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt rund 7.900 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von 1,31 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 175.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite:
http://www.de.ey.com

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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