Deutscher Mittelstand in Hochstimmung

Unternehmen wollen neue Jobs schaffen

(PresseBox) (Berlin, ) .
- Geschäftslage im deutschen Mittelstand deutlich verbessert, optimistischer Ausblick
- Unternehmen wollen mehr Mitarbeiter einstellen und investieren
- Bald jeder dritte Mittelständler in BRIC-Ländern tätig

Der Deutsche Mittelstand hat die Wirtschaftskrise endgültig hinter sich gelassen. 9o Prozent der Mittelständler äußern sich zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, jeder zweite bezeichnet sie sogar als uneingeschränkt gut. Und 43 Prozent der Unternehmer erwarten eine weitere Verbesserung der eigenen Geschäftslage, 59 Prozent glauben, dass sich die konjunkturelle Lage in Deutschland weiter verbessern wird. Angesichts der guten Konjunkturaussichten will der Mittelstand auch wieder mehr Mitarbeiter einstellen und die Investitionsausgaben erhöhen. Das sind Ergebnisse des "Mittelstandsbarometers 2010" der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Die Studie wird halbjährlich durchgeführt, ihr liegt eine Umfrage unter 700 mittelständischen Unternehmen in Deutschland zugrunde, die im Juli 2010 durchgeführt wurde.

Die deutschen Mittelständler sind derzeit so zufrieden und zuversichtlich wie seit dem Boom-Jahr 2007 nicht mehr: Der Anteil der Befragten, die eine Verbesserung ihrer Geschäftslage erwarten, steigt im Vergleich zu Januar 2010 von 38 auf 43 Prozent. Eine Verschlechterung der eigenen Lage erwarten hingegen nur noch 5 Prozent (Januar: 11 Prozent).

Und auch die Konjunkturerwartungen werden immer optimistischer: 59 Prozent der Unternehmer erwarten eine Verbesserung der Wirtschaftslage in Deutschland (Januar 2010: 48 Prozent) - einen Abschwung bezeichnen nur noch 10 Prozent der Befragten als wahrscheinlich. "Der deutsche Mittelstand erlebt derzeit einen grandiosen Aufschwung, der selbst die höchsten Erwartungen übertrifft", stellt Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young, fest.

Trotz des weit verbreiteten Optimismus: Dass es doch noch zu einem erneuten Wirtschaftseinbruch kommt, halten immerhin 39 Prozent der Unternehmer für durchaus möglich. Die Mehrheit der Befragten bezeichnet dieses Szenario aber als unwahrscheinlich oder gar ausgeschlossen.

"Mit jedem Tag wird das Fundament des Aufschwungs fester, die wirtschaftliche Erholung gewinnt an Kraft. Und damit wird die Gefahr eines Rückschlags immer kleiner. Inzwischen kann man feststellen: Der deutsche Mittelstand ist über den Berg - er hat die Krise besser überwunden als man vernünftigerweise hoffen konnte", fast Englisch zusammen.

Englisch warnt aber vor verfrühter Euphorie: Zum einen müsse der aktuelle starke Aufschwung vor dem Hintergrund des überdurchschnittlich starken Einbruchs der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr gesehen werden, zum anderen gebe es zahlreiche Anzeichen für ein Abflauen der Weltkonjunktur "Es ist gut möglich, dass der Aufschwung seinen Zenit bereits überschritten hat Eine Abschwächung des Wachstums wird spätestens ab 2011 einsetzen. Das wird dann aber kein Abschwung, sondern eine Stabilisierung auf hohem Niveau sein", prognostiziert Englisch.

Jobmotor Mittelstand läuft - Fachkräftemangel wieder ein Thema

Auftragseingänge und Auslastung steigen, die Zeichen stehen wieder auf Wachstum - das führt auch zu positiven Impulsen für den Arbeitsmarkt. Zwar wollen 9 Prozent der Unternehmen im kommenden Halbjahr die Zahl der Beschäftigten reduzieren, der Anteil der Unternehmen, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen, ist mit 24 Prozent aber deutlich größer. Per Saldo ist daher mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl im deutschen Mittelstand zu rechnen.

"Das deutsche Jobwunder hält an - es spricht viel dafür, dass die Zahl der Arbeitslosen in den kommenden Monaten tatsächlich unter die 3 Millionen.-Markte fällt". Erstmals seit Anfang 2008 sei der Anteil der einstellenden Unternehmen wieder deutlich größer als die Zahl der Unternehmen mit schrumpfender Belegschaft, stellt Englisch fest. "Die Situation hat sich inzwischen deutlich normalisiert. in den meisten Betrieben ist Kurzarbeit kein Thema mehr. "Das Vertrauen in eine weiterhin positive Konjunkturentwicklung ist relativ groß. Angesichts der aktuell guten Auftragslage und der positiven Perspektiven entschließen sich immer mehr Unternehmen dazu, ihre Belegschaften aufzustocken".

Dabei dürften viele Unternehmen allerdings Probleme haben, ihre Vakanzen rasch zu füllen: Immerhin 73 Prozent der Mittelständler berichten von Schwierigkeiten bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Jeder siebte bezeichnet es sogar als sehr schwierig, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Investitionsbereitschaft steigt

Auch bei den Investitionen verabschieden sich immer mehr Mittelständler von ihrer bisherigen Zurückhaltung: 24 Prozent der Befragten planen, die Investitionsausgaben im kommenden Jahr zu erhöhen, nur 7 Prozent wollen sie reduzieren. Die große Mehrheit- 69 Prozent - hat allerdings vor, die Investitionsausgaben auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Per Saldo ist dennoch ein klarer Anstieg der Investitionen zu erwarten.

"Der deutsche Mittelstand schaltet jetzt wieder auf Wachstum um", stellt Englisch fest. "Der Schock der Krise ist überwunden. Nun stehen nicht mehr Kostensenkungsprogramme ganz oben auf der Tagesordnung, sondern es wird auch wieder verstärkt über Innovationen, neue Produkte und Expansion nachgedacht. Das wird hoffentlich dazu führen, dass auch die bislang noch schwache Binnennachfrage wieder steigt."

Bald jeder dritte Mittelständler in China tätig

Immerhin 43 Prozent der mittelständischen Unternehmen sind auch im Ausland tätig und profitieren daher direkt von der guten Konjunkturentwicklung im Ausland und dem Anziehen der Auslandsnachfrage. Im Westen Deutschlands ist sogar fast jedes zweite Unternehmen im Ausland aktiv, während nur knapp jedes dritte ostdeutsche Unternehmen international arbeitet. "Der Internationalisierungsgrad des deutschen Mittelstands ist inzwischen recht hoch - damit reduzieren die Unternehmen die Abhängigkeit von der traditionell schwachen Binnennachfrage und profitieren von der dynamischen Entwicklung vieler ausländischer Märkte", stellt Englisch fest. Besonders große Hoffnungen setzen Experten auf die sogenannten "BRIC"-Länder - Brasilien, Russland, Indien und China. Jeder vierte deutsche Mittelständler ist bereits in mindestens einem dieser Länder tätig. Und von denen, die nicht in einem BRIC-Land tätig sind, spielen relativ viele Unternehmen (11 Prozent) derzeit mit dem Gedanken, dort eine Geschäftstätigkeit aufzunehmen. "Binnen weniger Jahre wird jeder dritte deutsche Mittelständler in einem der BRIC-Länder tätig sein", stellt Englisch fest.

Vor allem der chinesische Markt gewinnt stark an Bedeutung: 12 Prozent der Unternehmen sind in China tätig - damit ist China (gemeinsam mit Polen) der drittwichtigste Auslandsmarkt für deutsche Unternehmen (hinter Frankreich und Österreich). Die anderen BRIC-Länder (Russland, Indien und Brasilien) spielen noch eine deutlich geringere Rolle: Sieben, sechs bzw. vier Prozent der Mittelständler sind in diesen Ländern aktiv.

Die Unternehmen, die bereits Erfahrungen in BRIC-Ländern gemacht haben, bewerten diese überwiegend positiv. Besonders positiv äußern sich die Befragten über Indien: 59 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Erfahrungen auf dem indischen Markt als überwiegend positiv - nur 11 Prozent haben vor allem negative Erfahrungen gemacht

Korruption größtes Risiko in BRIC-Ländern

Eine Tätigkeit in Schwellenländern ist für deutsche Unternehmen allerdings auch mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Dabei ist die weit verbreitete Korruption aus Sicht der Befragten das größte Risiko, mit dem Unternehmen in den BRIC-Ländern umgehen müssen: 34 Prozent bezeichnen Korruption als großes Risiko, weitere 41 Prozent als mittleres Risiko. "Die Korruption unter Regierungsbeamten ist ein altbekanntes Problem in allen vier BRIC-Ländern, das trotz zahlreicher Antikorruptionskampagnen nur schwer in den Griff zu kriegen ist", so Englisch.

Auch mangelnde Rechtssicherheit und die unzureichende Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen wird als häufige Probleme genannt. - 72 Prozent der Unternehmen bewerten dies als mittleres bis hohes Risiko. "Die Durchsetzung eigener Ansprüche vor Gericht ist beispielsweise in China zeitaufwändig und kostenintensiv - mit ungewissem Ausgang", so Englisch. Nur wenige Mittelständler hätten die entsprechenden Ressourcen.

Vor der Gefahr des "Knowhow-Klau" wird vor allem von Unternehmen gewarnt, die auf dem chinesischen Markt tätig sind. Patentverletzungen, also der Nachbau geschützter Technologie, seien an der Tagesordnung, stellt Englisch fest. "Wer in China tätig ist, wird früher oder später mit dem Thema Knowhow-Klau konfrontiert. Systematische Marken- und Urheberrechtsverletzungen richten erhebliche Schäden an."

Es sind vor allem große und bereits international tätige Mittelständler, die den Schritt in die BRIC-Länder wagen So geben 43 Prozent der Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz an, in mindestens einem BRIC-Land tätig zu sein. Bei den Unternehmen mit weniger als 30 Millionen Euro Umsatz liegt der Anteil hingegen nur bei 16 Prozent. "Für kleinere Unternehmen sind oftmals die Risiken und Unsicherheiten zu groß". Zudem seien Markteintrittskosten und der Wettbewerb vor Ort inzwischen relativ hoch.

Ernst & Young AG

Ernst & Young* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist Ernst & Young deutscher Marktführer. Ernst & Young beschäftigt rund 7.150 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 144.000 Mitarbeitern der internationalen Ernst & Young-Organisation betreut Ernst & Young Mandanten überall auf der Welt.

Ernst & Young bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite: http://www.de.ey.com

*Der Name Ernst & Young bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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