Bundesliga-Klubs wollen Wirtschaftskrise hinter sich lassen

Fast jeder zweite Klub schreibt Verluste / Aber: kurzfristig Verbesserung der Lage erwartet / Einnahmen sollen stärker steigen als Ausgaben / Mehr Geld für die Nachwuchsförderung

(PresseBox) (München, ) Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch die Bundesliga getroffen – 44 Prozent der Bundesliga-Klubs haben in der abgelaufenen Saison rote Zahlen geschrieben. Damit haben sich die pessimistischen Prognosen der Klubmanager aus dem vergangenen Jahr bewahrheitet. Für die kommende Saison geben die Klubs allerdings Entwarnung: Die wirtschaftliche Lage im deutschen Profifußball wird sich nach Einschätzung der Branche wieder verbessern. Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie „Bälle, Tore und Finanzen VII“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Befragung von 34 Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga basiert.

Immer mehr Klubs machen Verluste

Nur jeder dritte Klub (33 Prozent) hat in der abgelaufenen Saison nach eigener Einschätzung Gewinn gemacht – im Vorjahr lag der Anteil noch bei 38 Prozent, 2008 sogar bei 63 Prozent. Der Anteil der Klubs, die rote Zahlen schreiben, stieg gleichzeitig im Vergleich zu 2009 von 35 auf 44 Prozent. Der Anteil der Klubs mit hohen Verlusten stieg dabei von 3 auf 12 Prozent.

Die gegenwärtige Situation der deutschen Fußballbranche beurteilt jeder vierte Bundesligamanager (24 Prozent) negativ – im Vorjahr lag der Anteil nur bei neun Prozent. Immerhin 29 Prozent der Befragten bezeichnen die aktuelle Lage aber als gut, weitere 47 Prozent äußern sich eingeschränkt positiv.

„Die Fußballbranche konnte sich der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht ganz entziehen“, stellt Thomas Fuggenthaler, Autor der Studie und Mitglied der Sport-Unit SCORE von Ernst & Young, fest. „Die Auswirkungen hielten sich aber in Grenzen – vor allem dank der insgesamt soliden Finanzierungsstrukturen und dank des anhaltenden Zuschauerbooms, der hohe Ticketerlöse bescherte“. Im Vergleich zu anderen Sportarten war der Einnahmerückgang im deutschen Profifußball zudem relativ gering. „Die Bundesliga ist das Premium-Produkt des deutschen Spitzensports", stellt Fuggenthaler fest – dank dieser herausragenden Stellung konnten die Klubs der Krise relativ gut trotzen.“ Fuggenthaler weist zudem darauf hin, dass einige Klubs ihre Einnahmen sogar steigern konnten.

Optimistischer Ausblick

Angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung erwarten die Fußballmanager eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Branche: 24 Prozent gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage des deutschen Profifußballs in der kommenden Saison deutlich verbessern wird, weitere 52 Prozent sehen eine leichte Verbesserung der Situation. Die übrigen Befragten erwarten, dass die Lage unverändert bleibt. Im vergangenen Jahr hatte keiner der Befragten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erwartet. „Die Stimmung hat sich komplett gedreht“, beobachtet Fuggenthaler. „Die Branche stellt sich fast geschlossen auf bessere Zeiten ein“. Dazu haben die Bundesligamanager auch allen Grund, so Fuggenthaler: „Die Wirtschaft schaltet wieder auf Wachstum um, Sportsponsorings sind wieder gefragt – und da ist und bleibt die Bundesliga die erste Wahl“.

Steigende Einnahmen erwartet

Dazu passt, dass immerhin 38 Prozent der Befragten mit steigenden Einnahmen aus Sponsorings rechnen (Bandenwerbung, Trikotwerbung, Namensrechte etc.). Nur 18 Prozent prognostizieren in diesem Bereich einen Rückgang der Einnahmen.

Noch stärker werden aus Sicht der Fußballmanager die Einnahmen aus Medienrechten steigen – jeder zweite erwartet einen Anstieg, nur 26 Prozent gehen von einem Rückgang aus. Auch der Verkauf von Merchandisingartikeln wird demnach mehr Geld in die Kassen der Klubs spülen: 47 Prozent der Befragten gehen von steigenden, nur 24 Prozent von sinkenden Einnahmen aus. Zusätzliche Einnahmen sollen auch durch Spielertransfers generiert werden: Jeder dritte Befragte (35 Prozent) erwartet in diesem Bereich höhere Einnahmen als in der Vorsaison, nur 18 Prozent gehen von geringeren Einnahmen aus,

Insgesamt geht knapp jeder zweite Befragte (47 Prozent) von einem Anstieg der Gesamteinnahmen in der kommenden Saison aus. Lediglich 24 Prozent erwarten einen Rückgang.

Bundesligaklubs lockern Sparkurs

Angesichts der der optimistischen Einschätzung der zukünftigen Einnahmeentwicklung wollen die Bundesligaklubs wieder etwas stärker investieren als im Vorjahr: 41 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden, 35 Prozent mit sinkenden ausgaben. Per Saldo ist also mit einem leichten Anstieg der Ausgaben zu rechnen.

Am stärksten sollen die Transferausgaben für neue Spieler sinken: Nur 18 Prozent wollen in diesem Bereich mehr, immerhin 38 Prozent hingegen weniger investieren. Für Spielergehälter wollen die Klubs allerdings mehr ausgeben als in der Vorsaison: 44 Prozent der Befragten rechnen mit einem steigenden Personalaufwand, nur 38 Prozent mit sinkenden Personalausgaben.

Ein deutlicher Investitionsschub ist hingegen in der Nachwuchsförderung zu erwarten: 44 Prozent der Befragten prognostizieren steigende, nur 9 Prozent sinkende Ausgaben in diesem Bereich.

Italienische Klubs leiden am stärksten unter Krise

Nach Auffassung der deutschen Klubmanager bekommt vor allem die englische Premier League die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise zu spüren: 71 Prozent der Befragten sehen negative Auswirkungen auf Englands Top-Liga, 27 Prozent sogar erhebliche. Ebenfalls stark betroffen sein werden nach Meinung der Befragten die italienische und spanische Top-Liga: 77 bzw. 65 Prozent sehen negative Kriseneinflüsse auf die Serie A und die La Liga. Die Bundesliga ist hingegen weniger stark betroffen: 62 Prozent sehen leicht negative Auswirkungen auf die deutsche Top-Liga. Die Zweite Bundesliga hingegen wird durch die Wirtschaftskrise nach Meinung der Branche relativ stark in Mitleidenschaft gezogen: 91 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich die Wirtschaftskrise negativ auf die finanzielle Situation der Zweitliga-Klubs auswirkt.

Ernst & Young AG

Ernst & Young* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist Ernst & Young deutscher Marktführer. Ernst & Young beschäftigt rund 7.150 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 144.000 Mitarbeitern der internationalen Ernst & Young-Organisation betreut Ernst & Young Mandanten überall auf der Welt.

Ernst & Young bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie bitte folgender Internetseite: http://www.de.ey.com

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