Forschungsprojekt bringt WLAN- und mobilfunkbasierte Fahrzeugkommunikation zusammen

Kombination von WLAN und Mobilfunk sorgt für höhere Sicherheit im Straßenverkehr / Zukünftige Forschungsarbeiten beziehen neue LTE-Netztechnik ein

(PresseBox) (Düsseldorf, ) Besteht die Gefahr, dass ein unaufmerksamer Verkehrsteilnehmer an der nächsten Kreuzung die Vorfahrt missachtet? Versperrt hinter der nächsten Kurve ein Pannenfahrzeug die Fahrbahn? Rechtzeitige Warnmeldungen in den Fahrzeugcockpits könnten entscheidend dazu beitragen, den Verkehr der Zukunft sicherer und flüssiger zu gestalten. Voraussetzung für diese Anwendungen ist der Einsatz intelligenter Informationssysteme, die den Verkehrsteilnehmern helfen, potentielle Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und folgenschwere Unfälle zu vermeiden. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung entsprechender Systeme spielt dabei die Wahl der Übertragungstechnologien.

Die Evaluation und Entwicklung entsprechender Technologien verfolgt das branchenübergreifende Forschungsprojekt "Cooperative Cars Extended" (CoCarX). Dabei haben die Forscher gezeigt, dass sich moderne Telematikdienste mit mobilfunkbasierter Infrastruktur realisieren lassen. CoCarX ist Bestandteil der umfassenden Forschungsinitiative AKTIV (Adaptive und Kooperative Technologien für den Intelligenten Verkehr).

Typische infrastrukturgestützte Anwendungen etwa Staumeldungen und Umleitungsempfehlungen, Wetter- oder Straßenzustandswarnungen sowie akute Gefahrenmeldungen, die eine Vielzahl von Fahrzeugen in einer Region betreffen, nutzen zunehmend auch Mobilfunk. Auch beim so genannten Infotainment bietet die Mobilfunkübertragung klare Vorteile.

Bei Fahrerassistenzanwendungen hingegen, also etwa bei Spurwechselassistenten, Bremsunterstützungs- oder Auffahrwarnsystemen, sind Nahbereichs- Funktechniken auf Basis des WLAN-Standards 802.11p (so genanntes pWLAN) für die direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen eine sinnvolle Option. Bei vielen Anwendungen, die im klassischen Sinne den Assistenzsystemen zuzuordnen sind, ist es jedoch sinnvoll, zusätzlich den Mobilfunk als leistungsfähige und kostengünstige Infrastrukturkomponente einzusetzen. Ein Beispiel für eine solche Anwendung ist der im Schwesterprojekt Aktive Sicherheit (AKTIV AS) entwickelte Kreuzungsassistent, der Fahrzeugführer wirksam vor potentiellen Vorfahrtsmissachtungen warnt.

Ungünstige Empfangsbedingungen, etwa Abschattung durch Bäume oder Gebäude, können die Funktion einer solchen pWLAN-Anwendung beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass sich mit pWLAN nur geringe Entfernungen überbrücken lassen. Aus diesem Grund stellen hohe Annährungsgeschwindigkeiten, etwa an Kreuzungen im ländlichen Bereich, eine große Herausforderung dar, weil den Fahrzeugen nach Herstellen des Funkkontaktes nur sehr geringe Reaktionszeiten verbleiben. Bei ausschließlicher Nutzung von pWLAN wäre hier zur Reichweitensteigerung eine zusätzliche pWLAN-Infrastruktur am Straßenrand erforderlich, die aber nicht überall zur Verfügung stehen wird.

An Versuchsfahrzeugen konnten die Forscher jetzt demonstrieren, dass die pWLAN-Übertragung des Kreuzungsassistenten bei ungünstigen Bedingungen durch den Einsatz des Mobilfunks nutzbringend ergänzt werden kann. Eine technische Herausforderung bei dieser Art von Anwendung stellte insbesondere die geforderte geringe Verzögerungszeit (Latenz) bei der Übertragung zwischen den Fahrzeugen dar. Hier konnten die Forscher zeigen, dass bereits mit den heute verfügbaren Mobilfunknetzen viele sicherheitsrelevante Assistenzsysteme ergänzt werden können.

René Rembarz, Projektleiter von CoCarX und Senior Research Engineer am Ericsson Eurolab: "Im Rahmen unseres branchenübergreifenden Forschungsprojekts konnten wir zeigen, dass es auch bei Anwendungen, die traditionell auf die Nahbereichskommunikation setzen, sinnvoll ist, vorhandene Mobilfunknetze als zusätzliche Infrastrukturkomponente einzusetzen.

Nach der erfolgreichen Kombination von pWLAN und Mobilfunk bei Verkehrsanwendungen wird das Projekt in einem weiteren Schritt aufzeigen, welche weiteren Verbesserungen sich auf Basis der neuen LTE-Netztechnik erreichen lassen. So ist im Vergleich zu aktuellen Mobilfunknetzen nicht nur die Netzkapazität in den LTE-Netzen höher. Zusätzlich konnten die bei zeitkritischen Anwendungen relevanten Verzögerungen bei der Datenübertragung (Latenzzeiten) nochmals deutlich reduziert werden. Durch die kürzlich im Rahmen der "Digitalen Dividende" versteigerten Frequenzen wird zudem die annähernd flächendeckende Versorgung mit dieser viel versprechenden Technologie in wenigen Jahren möglich. Bereits 2009 hatten unter der Leitung von Ericsson durchgeführte Forschungsarbeiten gezeigt, wie sich der Verkehrsfluss durch den Einsatz bereits bestehender UMTS-Mobilfunknetze deutlich sicherer und flüssiger gestalten lässt.

Das Forschungsprojekt CoCarX wird unter Projektleitung der Ericsson GmbH durchgeführt. Weitere Teilnehmer in der gegenwärtigen Projektphase "Cooperative Cars Extended - CoCarX" sind die Vodafone Group R&D Germany, die Vodafone D2 GmbH, die BMW AG, das Ford Forschungszentrum Aachen und das Bundesamt für Straßenwesen (BASt). Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Forschungsprojekt setzt die Arbeiten fort, die im Rahmen des vorangegangenen Projektes "Cooperative Cars" (CoCar) durchgeführt wurden. Es ist Bestandteil der Forschungsinitiative AKTIV (Adaptive und Kooperative Technologien für den Intelligenten Verkehr), die 2006 ins Leben gerufen wurde und neben Mobilfunkaspekten die Bereiche Verkehrsmanagement (VM) und Aktive Sicherheit (AS) abdeckt.

Ericsson GmbH Deutschland

Ericsson ist der weltweit führende Anbieter von Technologien und Dienstleistungen für die Betreiber von Telekommunikationsnetzen. Das Unternehmen ist führend bei 2G-, 3G- und 4G-Mobilfunktechnologien und bei Managed Services. Ericsson unterstützt Netzwerke, die mehr als zwei Milliarden Teilnehmer versorgen. Das Angebot umfasst mobile und festnetzbasierte Infrastrukturen, Telekommunikationsservices, Software sowie Breitband- und Multimedialösungen für Netzbetreiber, Unternehmen und die Medienbranche. Die Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson und ST-Ericsson liefern hochwertige mobile Produkte für Verbraucher.

Ericsson treibt seine Vision, eine Welt umfassender Kommunikation maßgeblich zu bestimmen, durch Innovation, Technologie und nachhaltige Geschäftslösungen voran. 2009 erwirtschafteten über 80.000 Mitarbeiter in 175 Ländern einen Umsatz von 206,5 Milliarden SEK (27,1 Milliarden US-Dollar). Das Unternehmen wurde 1876 gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in Stockholm, Schweden. Die Aktie von Ericsson ist an der Börse OMX NASDAQ in Stockholm und an der NASDAQ in New York gelistet.

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