Erneuerbare Energien lassen Netzkosten in Ostdeutschland explodieren

Experten kritisieren beim 3. enviaM-Energiekonvent in Leuna Wettbewerbsnachteile für die heimische Wirtschaft

(PresseBox) (Chemnitz, ) In Ostdeutschland drohen auf Grund des rasanten Ausbaus der erneuerbaren Energien die Netzkosten zu explodieren. Dies führt zu Standortnachteilen für die Wirtschaft der Region. Sachsen-Anhalt hat bei den erneuerbaren Energien in Deutschland schon heute eine Spitzenposition inne. Windstrom und Biomasse leisten dabei im Bundesvergleich einen überdurchschnittlichen Beitrag. Es ist aber ein Unding, wenn wir dafür noch abgestraft werden, indem die erheblichen Mittel für den Netzausbau allein von den Netzkunden vor Ort getragen werden müssen und nicht bundesweit auf alle Netzkunden umgelegt werden. Das schadet der Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Bundesländer national wie international , so Dr. Reiner Haseloff, Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt anlässlich des 3. enviaM-Energikonventes zum Thema Baustelle Netze Wie werden wir mit dem grünen Strom fertig? am 30. Juni in Leuna.

Aus Sicht des enviaM-Vorstandsvorsitzenden Carl-Ernst Giesting ist hier die Politik gefordert. Wir brauchen einen bundesweiten Konsens. Wie dieser gelingen soll, ist für mich derzeit jedoch nicht erkennbar. Wir sind bereit zu investieren. In den kommenden zehn Jahren werden wir über 130 Millionen Euro in unser Hochspannungsnetz stecken, um die erneuerbaren Energien aufzunehmen.

Allein im enviaM-Netzgebiet ist bis 2025 von einer Verdreifachung von heute 3.200 auf 10.500 Megawatt installierte Leistung an erneuerbaren Energien auszugehen. Rechnet man die Zuwächse bei erneuerbaren und konventionellen Energien zusammen, werden wir künftig fünf- bis zehnmal mehr Strom in Ostdeutschland erzeugen als wir benötigen , so Prof. Dr. Harald Schwarz, Inhaber des Lehrstuhls für Energieverteilung und Hochspannungstechnik der BTU Cottbus. Das verkraften unsere Netze im heutigen Ausbaustand nicht. Zumal Strom, anders als andere Energieträger, nicht in Größenordnungen speicherbar ist.

Um Netzengpässe zu vermeiden, müssen die Anlagen, die erneuerbare Energien erzeugen, immer häufiger gedrosselt werden. Auch Jens Fromm, Geschäftsführer der Seydaland Agrar GmbH in Seyda, kennt diese Erfahrung. Meine Biogasanlagen sind wiederholt heruntergefahren worden, um die Netzsicherheit nicht zu gefährden.

Der enviaM-Netzbetreiber envia NETZ musste seit Einführung des Netzsicherheitmanagementsystems im Jahr 2005 mehr als 30 mal Anlagen abschalten. Nach Ansicht von Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter e.V., müssen die Kalkulation der Netznutzungsentgelte und dort insbesondere die Kosten für Netzsicherheitsmanagement und Netzausbau viel transparenter gemacht werden. Nur so wird deutlich, in welchem Umfang wir hier sehr schnell eine Lösung brauchen. Diese sieht Busch sowohl in einer intelligenten Steuerung von Stromerzeugung und der Stromlast als auch in einem unverzüglichen bedarfsgerechten Ausbau der Netze.

envia Mitteldeutsche Energie AG

Die envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), Chemnitz, ist der führende regionale Energiedienstleister in den neuen Bundesländern. Das Unternehmen versorgt in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 1,4 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und energienahen Dienstleistungen. Mehr als 50 Prozent der Wertschöpfung und 75 Prozent des Einkaufs- und Investitionsvolumens verbleiben in Ostdeutschland.

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