Erfolgreicher Abschluss der 1. Strategiekonferenz Nanotechnologie

Konferenz zeigt gute Ansätze für die Entwicklung eines Nanotechnologie-Clusters in Bayern

(PresseBox) (München, ) Am 18. Oktober 2005 luden das Excellence Network NanoBioTechnology und der Impulskreis Nanowelten unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Wirtschaftsministeriums zur 1. Strategiekonferenz Nanotechnologie im Deutschen Museum in München ein. Hochkarätige Sprecher aus Forschung, Industrie, Investment und Politik diskutierten Lösungsansätze zur Gründung einer Bayerischen Nanotechnologie-Plattform. Hintergrund der fortlaufenden Diskussion ist der weitere Ausbau von Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Ziel der Herausbildung eines Nanotechnologie-Clusters. Durch die Clusterbildung sollen in Bayern optimale Möglichkeiten für eine weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Nanotechnologie geschaffen werden. In Zusammenarbeit mit anderen regionalen Netzwerken kann so die Spitzenposition Deutschlands bei Forschung und Produktion im Umfeld der Nanotechnologie gesichert werden. Durch den branchenübergreifenden Ansatz des Nanotechnologiebereichs bietet sich ein großes Potential für marktfähige Produkte. Allerdings kann ein effizientes Wachstum nur durch die schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in serienreife Anwendungen erzielt werden.


Alle Sprecher und Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Nanotechnologie in den kommenden Jahren die Märkte maßgeblich beeinflussen wird. München und seine Region gehören europaweit zu den führenden High-Tech-Standorten und bieten für die Nanotechnologie schon heute sehr günstige infrastrukturelle Voraussetzungen. Staatssekretär Hans Spitzner betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Nanotechnologie in Bayern zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Durch die gezielte Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft könne die Wettbewerbsfähigkeit von Bayern gestärkt werden. Auch die Gastgeber Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Sprecher des Excellence Network NanoBioTechnology, und Prof. Dr. Rüdiger Iden, Leiter des Impulskreis Nanowelten der Initiative Partner für Innovation, waren sich einig, dass die gezielte Bündelung der Kompetenzen in Bayern und die Kooperation mit den anderen Netzwerken in Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im internationalen Vergleich deutlich stärken. Ein sinnvoller Ansatz wäre hier die Entwicklung einer Nanotechnologie-Plattform, z.B. im Rahmen der geplanten Bayerischen Clusterinitiative, da so die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie unter Berücksichtigung von spezifischen lokalen Gegebenheiten und Voraussetzungen viel effizienter koordiniert werden könne. Dabei müsse insbesondere ein nahtloser Übergang zwischen den einzelnen Qualifizierungsstufen zur Ausbildung von Forschungs- und Führungskräften für Hochschule und Industrie gewährleistet werden. Hauptzweck der Nanotechnologie-Plattform sei es, geeignete Instrumente zur Verfügung zu stellen, um das vorhandene wissenschaftliche Know-how an Universitäten für Unternehmensausgründungen und die Entwicklung neuer Produkte noch besser nutzen zu können. In diesem Zusammenhang kam der Diskussion zu Fragen im Bereich des Patentrechts und der Verwertung neuer Erfindungen ein besonderer Stellenwert zu.



Ein weiterer wichtiger Diskussionsgegenstand auf der Tagung war die Finanzierung von Start-up-Unternehmen. Universitäten und deren Ausgründungen verfügen nicht über das notwendige Kapital, um ihre Produkte durch ein intensives Marketing am Markt einzuführen und zu etablieren. Deshalb betonte Prof. Dr. Thomas Bayerl, Atila Ventures Beratungs GmbH, die Notwendigkeit der Schaffung von Strukturen, die genügend Kapital für Ausgründungen und insbesondere für Patentanmeldungen und die Durchsetzung der Patentrechte zur Verfügung stellen können. Prof. Dr. Dieter Jahn, BASF AG, betonte insbesondere den Bedarf von privatem Kapital als weitere wichtige Finanzierungssäule zur Förderung von Start-ups, zusätzlich zu staatlichen Finanzierungsmaßnahmen, beispielsweise durch die Bundesministerien für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) sowie für Bildung und Forschung (BMBF).


Ein mehrfach diskutierter Punkt war die Änderung des Arbeitnehmer-Erfindungsgesetz im Jahr 2002. Mit der dabei vorgenommenen Aufhebung des Hochschullehrer-Privilegs liegen die Patentrechte und die damit verknüpfte Verwertung der Patente zunächst bei den Hochschulen und nicht mehr bei dem einzelnen Forscher bzw. Erfinder. Herr Prof. Dr. Jörg Peter Kotthaus, Sprecher des CeNS an der LMU München, wies diesbezüglich darauf hin, dass ebenfalls seit dem Jahr 2002 ein deutlicher Rückgang an Ausgründungen aus dem unmittelbaren Hochschulbereich zu verzeichnen ist. Bei der Beurteilung, inwiefern beide Sachverhalte in einem ursächlichen Zusammenhang stehen, sind jedoch weitere Einflussfaktoren zu berücksichtigen, beispielsweise das fehlende Risikokapital nach dem damaligen Einbruch bei den VC-Gebern. Einigkeit bestand darüber, dass neben der an Hochschulen bereits praktizierten Gründerberatung und den erfolgreich aufgelegten Programmen zur Förderung von Ausgründungen, z.B. dem Flügge-Programm in Bayern, das bestehende Instrumentarium weiter ausgebaut werden muss, um vor allem größere persönliche Anreize für die Entstehung von Ausgründungen zu schaffen.



Das Fazit der Veranstaltung war uneingeschränkt positiv. Viele Teilnehmer und Sprecher betonten, dass die 1. Strategiekonferenz Nanotechnologie durch die Vielzahl neuer Ideen und Vorschläge ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Nanotechnologie-Cluster in Bayern war. Deshalb sollen die vorgestellten Konzepte unter dem Label „nanoSTRATEGY“ auch auf zukünftigen Treffen und Veranstaltungen kommuniziert und für ihre konkrete Umsetzung weiterentwickelt werden.


Die 1. Strategiekonferenz Nanotechnologie stand unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl (Sprecher des Excellence Network NanoBioTechnology) und Prof. Dr. Rüdiger Iden (Leiter des Impulskreis Nanowelten der Initiative Partner für Innovation). Referenten und Diskussionsteilnehmer waren Staatssekretär Hans Spitzner als Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, Dr. Gunter Festel (Festel Capital), Prof. Dr. Thomas Bayerl (Atila Ventures Beratungs GmbH), Dr. Robert Amann (AMANN Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei), Prof. Dr. Dieter Jahn (BASF AG), Marco Beckmann (Vorstand NanoStart AG), Dr. Stefan Mengel (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Dr. Josef Nassauer (Bayern Innovativ GmbH), Dr. Wolfgang Luther (VDI Technologiezentrum GmbH), Dr. Christian Doll (CEA-Leti, Grenoble), Dr. Augustin Siegel (Carl Zeiss AG), Ernst von Kopfstein (BayernAreal Immobilien GmbH), Dr. Stefan Lichtenthaler (LMU München/ENNaB), Dr. Thomas Lüthge (Degussa AG), Dr. Dirk Haft (AttoCube Systems AG/ENNaB), Dr. Johannes Velling (BMWA), MR Dr. Ronald Mertz (Bay. StMWIVT) und Prof. Dr. Jörg Peter Kotthaus (Sprecher des Center for Nanoscience der LMU München).

ENNaB - Excellence Network NanoBioTechnology

Das ENNaB (Excellence Network NanoBioTechnology) ist ein Netzwerk von Nachwuchsforschergruppen und Unternehmen aus der Region München/Bayern, deren Arbeits- bzw. Geschäftsfelder im interdisziplinären Bereich der Nanobiotechnologien liegen. Aufgrund seiner Positionierung zwischen Hochschule und Industrie fungiert es als direktes Bindeglied zwischen den Ebenen der institutionellen Grundlagenforschung und der wirtschaftlichen Anwendung. Unser gemeinsames Ziel ist die Herausbildung eines leistungsfähigen Nanotechnologie-Clusters, um die gegenwärtige Stellung der Region als international hervorstehenden Forschungs- und Hightechstandort zu stärken und zukunftsorientiert auszubauen.
Weitere Informationen: www.ennab.de

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