Fachtag "Strom- und Wärmeversorgung mit BHKW" ein voller Erfolg

(PresseBox) (Freiburg, ) Am vergangenen Freitag luden die Energieagentur Regio Freiburg, das Energieberatungszentrum Stuttgart und die Handwerkskammer Region Stuttgart zum Fachtag "Strom- und Wärmeversorgung mit Blockheizkraftwerken (BHKW)" ein. Über 80 Teilnehmer diskutierten in den Räumen der Handwerkskammer Region Stuttgart Lösungsstrategien für den Einsatz von BHKW bei der Versorgung von Mehrfamilienhäusern, Bürogebäuden, Hotels und gewerblichen Objekten.

Rainer Schüle, Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg und Moderator des Fachtags, war von den Diskussionen sehr beeindruckt. "Die Vorträge und der anschließende Gedankenaustausch haben gezeigt, welch großes Potenzial die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) besitzt. Sie kann, z.B. über den Einsatz von Blockheizkraftwerken, einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz leisten und mitentscheidend sein auf dem Weg zur dezentralen Energieversorgung."

Dies hat auch das Land Baden-Württemberg erkannt. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der KWK laut Energiekonzept der Landesregierung von 10 Prozent im Jahre 2005 auf 20 Prozent ansteigen - die Bundesregierung hat sogar 25 Prozent als Ziel für den gleichen Zeitraum ausgegeben. Diesen Ansprüchen widersprechen allerdings die nackten Zahlen: In Baden- Württemberg ist der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung seit Jahren rückläufig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Zentrums für Solar- und Wasserstoffforschung (ZSW), der im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt wurde. Während im Jahr 2006 noch rund 6,7 Mrd. Kilowattstunden (kWh) mittels KWK-Technologie erzeugt wurden, waren es im Jahr danach nur noch 5,9 Mrd. kWh und 2008 nur noch 5,86 Mrd. kWh.

Eine Tatsache, die umso erstaunlicher ist, wenn man um die Vorzüge der Technik weiß. "Ökologisch gesehen sind BHKW anderen Versorgungstechnologien vorzuziehen, da sie deutlich ressourcenschonender arbeiten und weniger Emissionen ausstoßen", so das Fazit von Dieter Seifried vom Freiburger Büro Öquadrat. Auch wirtschaftlich arbeiteten die Anlagen überall dort rentabel, wo ein entsprechender Wärmebedarf bestehe und der erzeugte Strom selbst genutzt werden könne, z.B. in Mehrfamilienhäusern, Bürokomplexen, Gewerbebetrieben, Schulen oder Sportstätten.

Bleibt die Frage, warum sich die vorteilhafte Technik noch nicht am Markt durchgesetzt hat? Rainer Schüle sieht vor allem ein strukturelles Problem. "Wenn neuer Strom eingespeist werden soll, heißt das automatisch, dass die Produktion in den Großkraftwerken gedrosselt werden muss. Es gibt zu viele Akteure, die daran kein Interesse haben, ihre Position verteidigen und sich gegen eine Dezentralisierung der Energieversorgung wehren."

Alle Referenten auf dem Fachtag waren sich einig, dass diese Blockaden schnellstmöglich überwunden werden sollten und dass nur eine Änderung der Förderpolitik - analog zum Erneuerbare-Energien-Gesetz - der Kraft- Wärme-Kopplung zum Durchbuch verhelfen kann. Die derzeitigen Regelungen seien schlicht zu kompliziert und undurchsichtig für alle Beteiligten. "Die praktischen Vorgaben müssen dringend entrümpelt werden, um für alle Beteiligten handhabbar zu werden. Außerdem muss eingespeister Strom aus BHKW besser vergütet werden, und zwar mindestens mit dem Betrag, den der Kunde für seinen Strom bezahlt", bilanziert Schüle. "Mit einer 1:1-Vergütung würde ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung gemacht."

Im Anhang finden Sie weitere Zitate der Referenten im Wortlaut.

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