EnBW konnte Umsatz und Ergebnis leicht steigern

Halbjahresbericht 2010

(PresseBox) (Karlsruhe, ) .
- Operatives Ergebnis liegt leicht über den Erwartungen
- Sondereffekte aus GESO-Verkauf
- Geplante Brennelementesteuer bedroht Ertragskraft

Die im Jahr 2010 einsetzende gesamtwirtschaftliche Erholung und die damit einhergehende gestiegene Energienachfrage wirkten sich insgesamt positiv auf das Halbjahresergebnis der EnBW Energie Baden-Württemberg AG aus. So steigerte sich der Stromabsatz der EnBW gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert um 28,5 Prozent auf 74,4 Milliarden Kilowattstunden. Geprägt wurde diese Absatzentwicklung durch ein um 85 Prozent deutlich auf 39,5 Milliarden Kilowattstunden gestiegenes Stromabsatzvolumen im Handel. Diesem Absatzsprung liegen unter anderem die zu Jahresbeginn erworbenen Erzeugungskapazitäten der EnBW zugrunde. Die EnBW hatte in den letzten Monaten Anteile bzw. Strombezugsrechte an den Kraftwerken Rostock, Lippendorf, Bexbach und Buschhaus erworben, im Rahmen eines Tausches von Kapazitäten Strommengen in Deutschland von der E.ON übernommen und Onshore-Windparks in Deutschland erworben.

Der Gasabsatz der EnBW reduzierte sich nach der Veräußerung der GESO Beteiligungs- und Beratungs-AG sowie wegen des intensiven Wettbewerbs im Gasmarkt um insgesamt 12,2 Prozent auf 32,5 Milliarden Kilowattstunden. In Folge der positiven Absatzentwicklung im Strombereich erhöhte sich der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2010 auf 8.951,4 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 9,5 Prozent.

Die Ergebnisentwicklung der EnBW im ersten Halbjahr 2010 war wesentlich von außerordentlichen Effekten wie dem Verkauf der GESO Beteiligungs- und Beratungs-AG und von einem Entschädigungsanspruch der EnBW für die vorzeitige Kündigung eines langfristigen Stromliefervertrags gekennzeichnet. Bereinigt um diese Sondereffekte betrug das in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erwirtschaftete operative Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis und Beteiligungsergebnis (Adjusted EBIT) 1.158,6 Millionen Euro.

Im Geschäftsfeld Strom, Erzeugung und Handel, ging das Adjusted EBIT um 1,2 Prozent auf 910,2 Millionen Euro zurück. Eine Ursache hierfür war der derzeitige Minderlastbetrieb des Kernkraftwerks GKN 1. Zusatzbelastungen, die sich vor einem Jahr noch aus der damals notwendigen Wiedervermarktung von konjunkturbedingt nicht absetzbaren Strommengen ergaben, entfielen im Berichtshalbjahr 2010 und wirkten somit positiv auf das operative Ergebnis im Geschäftsfeld Strom, Erzeugung und Handel. Eine Verbesserung des Adjusted EBIT verzeichnete die EnBW im Geschäftsfeld Strom, Netz und Vertrieb. Nach 59,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2009 konnte die EnBW in den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres 2010 nun 162,4 Millionen Euro erwirtschaften. Ursächlich hierfür sind höhere Netznutzungsentgelte aufgrund höherer genehmigter Erlösobergrenzen, gestiegene durchgeleitete Strommengen sowie geringere Aufwendungen für Verlustenergie. Im Geschäftsfeld Gas blieb das Adjusted EBIT mit 106,1 Millionen Euro bzw. einem Rückgang von 6,4 Prozent aufgrund des verschärften Wettbewerbs unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Im Geschäftsfeld Energie- und Umweltdienstleistungen erhöhte sich das Adjusted EBIT um 23,4 Prozent auf 58,6 Millionen Euro.

Der um außerordentliche Effekte bereinigte Konzernüberschuss (Adjusted Konzernüberschuss) - bezogen auf den auf die Aktionäre der EnBW entfallenden Gewinn - erhöhte sich in der Berichtsperiode im Vorjahresvergleich um 9,3 Prozent auf 696,5 Millionen. Euro. Der Konzernüberschuss, der auch außerordentliche Effekte berücksichtigt, stieg auf 899,0 Millionen Euro. Dabei spielte die Desinvestition der GESO Beteiligungs- und Beratungs-AG und ihrer Tochterunternehmen eine wesentliche Rolle.

Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender der EnBW: "Die Entwicklungen im ersten Halbjahr bieten ein insgesamt durchwachsenes Bild. Nach dem konjunkturell schwierigen Jahr 2009 entwickelte sich unser operatives Ergebnis positiv und lag im ersten Halbjahr 2010 leicht über den Erwartungen. Auf der anderen Seite zeichnen sich für die Zukunft nicht unerhebliche energiepolitische Risiken ab. Die von der Bundesregierung beabsichtigte Besteuerung von Brennelementen in Kernkraftwerken würde ab 1. Januar 2011 nach derzeitigen Erkenntnissen die EnBW mit rund 500 bis 700 Millionen Euro belasten. Dies würde gegebenenfalls auch dazu führen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Kernkraftanlagen perspektivisch gefährdet sein könnte. Derzeit gehen wir jedoch noch davon aus, dass sich im Rahmen eines umfassenden Energiekonzeptes und durch eine adäquate Laufzeitverlängerung der Kernkraft eine insgesamt energiewirtschaftlich tragfähige Grundlage erreichen lässt. Eine einseitige finanzielle Belastung der Kernkraftbetreiber ohne eine deutliche Laufzeitverlängerung hielten wir für bedenklich."

Im ersten Halbjahr 2010 hat die EnBW insgesamt 932,6 Millionen Euro investiert. Wesentliche Investitionsprojekte sind der Bau des Wasserkraftwerks in Rheinfelden, der Bau und die Bauvorbereitung von Offshore-Windanlagen in der deutschen Ost- und Nordsee, der Bau des Steinkohlekraftwerks RDK 8 in Karlsruhe, die kontinuierliche Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau der EnBW-Netze sowie der Bau eines Ersatzbrennstoffkraftwerks in Eisenhüttenstadt. Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie will die EnBW 2012 netto 5,1 Milliarden Euro werthaltig und überwiegend in Deutschland investieren.

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