E-Finance Lab Herbsttagung 2005: KMU-Kreditgeschäft auf dem Weg zum Banking Value Network?

(PresseBox) (Frankfurt am Main,, ) Die diesjährige Herbsttagung des E-Finance Lab wird sich unter anderem mit der Entwicklung der deutschen Bankenlandschaft zu einem so genannten Banking Value Network auseinandersetzen. Die Wertschöpfungstiefe deutscher Banken ist nach wie vor sehr hoch und Experten prognostizieren eine deutliche Reduktion der Wertschöpfungstiefe und einen Trend in Richtung Wertschöpfungsnetzwerk der Banken. Eine aktuelle Bankbefragung des E-Finance Lab zum Kreditprozess für Investitionskredite an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bestätigt zwar diesen generellen Trend. Gleichzeitig zeigt sie allerdings eine geringe individuelle Umsetzungsbereitschaft vieler Banken auf.

Bei der erwarteten vertikalen Aufspaltung der Geschäftsprozesse wird sich nach Eigeneinschätzung der befragten Banken eine überwältigende Mehrheit von 89% der Institute auf den Vertrieb spezialisieren, ein Sechstel auf die Risikoübernahme/Produktbereitstellung und weniger als ein Zehntel auf die Marktfolge, also beispielsweise die Bearbeitung eines Kreditantrags. Die Bedeutung von Kreditfabriken als zentrale Dienstleister im Bereich des KMU-Kreditgeschäftes wird daher in Zukunft deutlich zunehmen.

Die genannte Entwicklung steht allerdings erst an ihrem Anfang. Eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation zeigt, dass gegenwärtig fast alle Institute den gesamten KMU-Kreditprozess im eigenen Haus abdecken. Nur gut 40% der Institute können sich mittelfristig den Fremdbezug von Leistungen durch eine Kreditfabrik vorstellen. Und nur 17% der befragten Banken glauben, dass der eigene wertschöpfende Beitrag im Kreditgeschäft nicht in der umfassenden Kontrolle und Betreuung des gesamten Kreditprozesses liegt.
Die generelle Bereitschaft, Teile des Prozesses von Dritten zu beziehen, ist jedoch eine Grundvoraussetzung für ein Sourcing von Teilprozessen. Prof. Dr.
Wolfgang König, Vorstandsvorsitzender des E-Finance Lab, sieht einen notwendigen Wandel auf Banken und Finanzinstitute zukommen: "Es ist zunächst eine grundlegende Änderung der Denkkultur oder der Prozesse notwendig, um auch im KMU-Kreditgeschäft ein ´Banking Value Network´ zu etablieren. Dieses wiederum wird in einem wettbewerbsträchtigen Markt mittelfristig aber unumgänglich sein."

Die Herbsttagung des E-Finance Lab findet am 11. Oktober 2005 von 12 bis ca.
19 Uhr auf dem Casino des Campus Westend der Universität Frankfurt am Main statt. Tagungsprogramm und Anmeldung zur kostenfreien Teilnahme unter www.efinancelab.de

E-Finance Lab Frankfurt am Main e.V. - c/o Goethe-Universität Frankfurt - Institut für Wirtschaftsinformatik

Das E-Finance Lab wird von der Universität Frankfurt am Main und der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam mit Accenture, BearingPoint, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Postbank, FinanzIT, IBM, Microsoft, Siemens, T-Systems, DAB bank und IS.Teledata AG getragen. Ziel des interdisziplinären Forschungsprojektes ist es, die Industrialisierung in der Finanzwelt zu fördern. Unter Leitung der Frankfurter Wirtschaftsprofessoren Peter Gomber, Wolfgang König, Bernd Skiera und Mark Wahrenburg sowie des Darmstädter Informatik-Professors Ralf Steinmetz identifizieren über 30 Forscher Verbesserungspotenziale bei den traditionellen Wertschöpfungsketten der Finanzbranche sowie den Finanzprozessen von Unternehmen verschiedenster Branchen. Dabei entwickeln und erproben sie auch Verfahren zur Gestaltung neuartiger Finanzprodukte. Der Begriff E-Finance verdeutlicht, dass Innovationen in der Finanzbranche über einen verstärkten Einsatz netzbasierter Informations- und Kommunikationssysteme möglich sind.

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