Factory Net: E-Mails an die Drehmaschine

(PresseBox) (Erkrath, ) Wann geht die Fertigung endlich online? Warenwirtschaftssysteme, E-Mail-Kommunikation oder Costumer Relationship Management - die Computervernetzung hat die Geschäftsprozesse in vielen Bereichen revolutioniert. Ganz anders sieht es zumeist in der Produktion aus. Dabei liegt hier für Industrieunternehmen ein enormes Potenzial. Gerade in Deutschland muss diese Chance jetzt schnell genutzt werden.

Der intensive Einsatz von EDV-Systemen hat die Arbeitswelt in den Büros rund um den Globus von Grund auf verändert. Internetrecherchen, Online-Bestellungen und vor allem E-Mail sind aus dem Büroalltag längst nicht mehr wegzudenken. Durch den Kollegen Computer wurden Wachstums – und Einsparpotenziale erschlossen, die selbst optimistische Experten nicht für möglich gehalten hätten. Auch das Tempo vieler Prozesse hat sich radikal beschleunigt. Heute bestellt, morgen geliefert – das gilt inzwischen für Bücher ebenso wie für komplexe Bauteile in der Automobilindustrie.

Umso erstaunlicher ist vor diesem Hintergrund, dass die Vernetzung der meisten Betriebe genau da aufhört , wo in der Industrie die eigentliche Wertschöpfung anfängt: an der Türschwelle zur Fertigung. Dazu nur eine Kennzahl: Während in den deutschen Büros eine Computer-Durchdringung von über 90 Prozent festzustellen ist, nutzen in Industrieunternehmen insgesamt nur 53 Prozent der Mitarbeiter oft einen PC. Was im Klartext heißt: Wer in der Produktion schafft, ist in der Regel offline.

Allerdings fühlt man sich unwillkürlich an den Anfang der 90-er Jahre des letzten Jahrtausends versetzt, wenn man heute dafür plädiert, dass es höchste Zeit ist, die Fertigung ans Internet und Intranet anzudocken. Damals ernteten Menschen mit Mobiltelefonen, die womöglich davon auch öffentlich Gebrauch machten, an jeder Straßenecke noch reichlich Kopfschütteln von ihren Zeitgenossen. Kaum anders verhielt es sich mit dem Internet. Wozu denn E-Mails? Schließlich gab es ja die Deutsche Post.

Der Rest ist Geschichte. Und es ist nur eine realistische Prognose, dass – wenn die Fertigung endlich online geht – sich auch hier eine ganz eigene Dynamik mit teils noch gar nicht abzuschätzenden Entwicklungen entfalten wird, eben ganz analog zu der rasanten Verschmelzung und Verbreitung von Mobilfunk und Internet in sämtlichen Bereichen unseres täglichen Lebens.

Schließlich zeigen alle Erfahrungen aus der industriellen Praxis schon heute mehr als deutlich: Mit einer konsequenten Vernetzung, dem so genannten Factory Net, können die Produktionsabläufe weiter beschleunigt, die Kosten gesenkt und der Kundenservice optimiert werden. Ein entscheidender Vorteil liegt dabei vor allem in der Transparenz der vernetzten Fertigung. Der Betriebsleiter kann im Netzwerk beispielsweise verfolgen, wie viele Teile eine Maschine bereits hergestellt hat und wann der Auftrag abgeschlossen ist. So kann er die vorhandenen Produktionskapazitäten auf der Basis von Echtzeitdaten optimal einschätzen. Leerlaufzeiten und Produktionsstaus lassen sich auf diesem Weg minimieren.

Sind alle Maschinen und Fertigungshallen über eine gemeinsame Datenbank miteinander verbunden, ist das Rohmaterial-Management leicht optimierbar. Der Meister kann an seinem Arbeitsplatz einsehen, welche Maschine noch wie viele Rohteile zur Verfügung hat und wann sie Nachschub braucht. Sogar die Bestellprozesse ließen sich in einem weiteren Schritt automatisieren.

Auch das professionelle Management von Wartungsintervallen oder Reparaturarbeiten ist mit Factory Net leichter handhabbar. Viele Maschinenhersteller bieten sogar bereits eine Fernwartung an. Der Techniker kann dabei über das Internet oder eine so genannte P-to-P-Verbindung auf die defekte Maschine zugreifen. Manche Probleme lassen sich so schon ohne einen Service-Einsatz lösen. Falls der Techniker doch ausrücken muss, kennt er das Problem schon genau und ist entsprechend vorbereitet. Stillstandzeiten und Wartungskosten lassen sich so auf ein Minimum reduzieren. Das ist im stärker werdenden Wettbewerb ein entscheidender Vorteil.

Mit Factory Net lassen sich auch Alltagsprozesse, die zur Fertigungssteuerung unerlässlich sind, deutlich vereinfachen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Erfassung der produzierten Mengen. In vielen Betrieben schreibt der Werker heute noch die Anzahl der produzierten Teile auf einen Zettel und reicht ihn an den Fertigungsleiter weiter. Der muss die Zahlen von allen Maschinen dann mühsam in den PC eingeben. Das nimmt nicht nur sehr viel Zeit in Anspruch, sondern kann bei unleserlicher Schrift (des Werkers) oder falschen Eingaben auch zu fehlerhaften Daten führen – mit kaum zu beherrschenden Risiken.

Beim Factory Net können die produzierten Mengen voll automatisch an der Maschine erfasst und direkt zu übersichtlichen Tabellen für die Fertigungssteuerung zusammengefasst werden. Ein praxiserprobtes System, dass solch einen Leistungsumfang bietet, ist das ProductionMonitoring-Tool eR5 von BRANKAMP. Damit lassen sich die wesentlichen Produktionsdaten sogar über eine sichere Internetverbindung und einen einfachen Internetbrowser an jedem Ort der Welt abrufen – beispielsweise auch während der Präsentation beim Kunden. Aber auch im Alltag profitiert der Kunde: Kapazitäten und Liefertermine lassen sich in nie da gewesener Genauigkeit in kürzester Zeit ermitteln. Im harten Wettbewerb um Aufträge kann das ein entscheidender Vorteil sein.

Anders als in den 70er Jahren, als der Gedanke einer vernetzten Fertigung schon einmal die Ingenieure elektrisiert hat, ist das Factory Net kein theoretisches Konzept mehr, dass erst noch zu realisieren wäre. Die Anwendungen und Technologien sind heute verfügbar und bereits bei innovativen Unternehmen wie der Vosseler Umformtechnik im Einsatz. Als Pionier und weltweiter Marktführer von ProcessMonitoring-Systemen – also sensor-basierten Mess-Systemen für Maschinen – wird BRANKAMP im September auf der EMO in Hannover das Factory Net im Einsatz zeigen. Die nächste Stufe der „eVolution“ wird also zeitnah kommen und den Firmen, die schnell reagieren, deutliche Vorteile am Markt sichern. Denn: Die Vernetzung der Fertigung wird eine Umwälzung und Neuformierung auslösen - ganz wie schon zuvor in den Büros.

Dr.-Ing. K. Brankamp System Prozessautomation GmbH

Prof. Dr.-Ing. Klaus Brankamp ist Gründer und Geschäftsführer der BRANKAMP System Prozessautomation GmbH. Das Unternehmen aus Erkrath bei Düsseldorf ist Pionier und Weltmarktführer für ProcessMonitoring-Systeme. An Fertigungsstätten rund um den Globus sind cirka 50.000 BRANKAMP-Anwendungen im Einsatz. Prof. Dr.-Ing. Klaus Brankamp lehrt zudem an der RWTH Aachen im Fachgebiet „Planung und Entwicklung neuer Produkte“ und ist Autor zahlreicher Fachbücher.

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