Demokratie in der digitalen Gesellschaft

Internationale ExpertInnen diskutierten aktuelle Erkenntnisse bei der EDEM 2010 in Krems

(PresseBox) (Krems, ) Die rasante Entwicklung im digitalen Bereich birgt großes Potenzial für moderne Demokratien. Staat und BürgerInnen könnten sich dadurch mittelfristig wieder näher kommen. Von mehr Transparenz profitieren auch Wirtschaft und Wissenschaft. Eine Gefahr besteht jedoch in der digitalen Kluft zwischen Bevölkerungsgruppen. Das sind die Ergebnisse der EDEM-Konferenz 2010. Die internationale Fachtagung für E-Demokratie wurde von 6. bis 7. Mai unter Leitung der Donau-Universität Krems am Campus Krems veranstaltet.

Noch vor wenigen Jahren wurde in BürgerInnen-Beteiligungen durch die neuen technologischen Möglichkeiten große Hoffnungen gesetzt. Aktuelle Analysen sehen neue Kommunikationsmedien zwar nach wie vor als potenzielle Mittel, um sich an der Öffentlichkeit zu beteiligen, allerdings könne eine Änderung der demokratiepolitischen Kultur nicht alleine auf technischen Neuerungen aufbauen, wie die TeilnehmerInnen bei der diesjährigen EDEM-Konferenz kritisch zum Thema "Partizipation" anmerkten.

In seiner Keynote erinnerte Andy Williamson von der Hansard Society (UK) an den Wandel der Gesellschaft von einer gemeinschaftlich orientierten zu einer individuellen. Das habe zur Folge, dass die BürgerInnen von der Politik verstärkt als KundInnen akzeptiert und wahrgenommen werden müssten. Auch der spanische Informationswissenschaftler Ismael Peña-López betonte, dass den Einzelpersonen und ihren Bedürfnissen mehr Bedeutung beigemessen werden sollte, da nach wie vor eine digitale Kluft zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen vorhanden sei. "Das Wissen um neue Möglichkeiten der Beteiligung ist die Basis für E-Partizipation", sagt Peña-López bei der Konferenz in Krems.

Die Macht sozialer Medien Den zweiten Konferenztag eröffnete Micah L. Sifry vom Personal Democracy Forum in den USA mit einer kritischen Betrachtung der US-Administration. Während Präsident Obama den Wahlkampf nur mit Unterstützung sozialer Medien gewinnen konnte, werde die Einbindung der BürgerInnen in demokratiepolitische Prozesse derzeit nicht mehr im selben Ausmaß gefördert, warnte Sifry vor Rückschritten. Stevan Harnad vom American Scientist Open Access Forum verdeutlichte die Bedeutung des freien Zugangs für die Wissenschaft. "Bis dato ist der Großteil der jährlichen 2,5 Millionen Publikationen nur mit großem Aufwand zugänglich", so Harnad. Das ist von Nachteil für die Qualität von wissenschaftlichen Artikeln, die zunehmend über die Anzahl der Zitierungen und nicht mehr über den Erscheinungsort definiert werden.

Vorbereitungen für Konferenz 2011 laufen bereits Die EDEM 2010 wurde von der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG), dem Bundesrechenzentrum (BRZ), dem Austrian Institute of Technology (AIT) und Zebralog gesponsert. An der Donau-Universität Krems laufen bereits die Vorbereitungen für die Fachkonferenz zu E-Demokratie 2011, die CeDEM11. Die bereits bestätigten Keynotes Axel Bruns, Elke Löffler, Dough Schuler und Stefan Gehrke garantieren eine Auseinandersetzung auf hohem internationalem Niveau.

Weitere Informationen zur EDEM unter http://www.donau-uni.ac.at/edem Blog-Nachlese: http://digitalgovernment.wordpress.com/tag/edem10/
Informationen zur CEDEM11 unter http://www.donau-uni.ac.at/cedem

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