Wachstumsprotein spielt eine Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs

International Journal of Cancer, Band 124 (6), erschienen

(PresseBox) (Heidelberg, ) Einen Zusammenhang zwischen der übermäßigen Produktion des Proteins EphA2 und der Entstehung sowie dem Wachstum von Tumoren des Verdauungstraktes haben Wissenschaftler aus Amerika nachgewiesen, wie die neue Ausgabe des International Journal of Cancer (IJC) berichtet. Weitere Themen des Heftes sind das Krebsrisiko bei verschiedenen Ernährungsgewohnheiten sowie die Risikofaktoren für eine HPV-Infektion bei Männern.

Das Protein EphA2 gehört zu einer Familie von Proteinen, die eine wichtige Rolle während der Entwicklung spielen, etwa bei der Entstehung des Nervensystems. Allerdings wird dieses Eiweiß auch bei einer Reihe von Krebserkrankungen in größerer Menge in den Zellen gebildet. Bogan et al.

untersuchten die Rolle des Proteins bei Krebserkrankungen des Verdauungstraktes. Auch in Gewebe aus Darmtumoren fanden die Wissenschaftler EphA2 in erhöhter Konzentration. Mäuse, bei denen die Forscher die Produktion von EphA2 künstlich ausgeschaltet hatten, entwickelten deutlich kleinere und deutlich weniger Tumoren des Darms. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass EphA2 eine Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielt und künftig als Zielstruktur bei der Entwicklung neuer Therapien gegen diese Krebsart dienen könnte.

Viele Studien, die sich mit dem Zusammenhang von Ernährung und Krebsrisiko beschäftigen, konzentrieren sich auf einzelne Nahrungsmittel. Doch dabei vernachlässigen diese Untersuchungen den Effekt, den verschiedene Lebensmittel-Kombinationen auf die Krebsentstehung haben können. De Stefani und seine Kollegen untersuchten 6.000 Studienteilnehmer aus Uruguay und ermittelten vier Ernährungstypen, die ein höheres oder geringeres Risiko haben, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Der "umsichtige Ernährungstyp"

ernährt sich von viel Geflügel, Fisch, Gemüse und Obst und erkrankt deutlich seltener an Krebs des Mund- und Rachenraums. Im Gegensatz dazu hat der Typ

"Trinker", der viel Alkohol zu sich nimmt, ein deutlich höheres Risiko, an genau diesen Krebsarten zu erkranken. Auch beim "traditionellen Typ", der viel Getreide, Knollen und Milchprodukte zu sich nimmt, ermittelten die Wissenschaftler ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen des Mund- und Rachenraums. Beim "westlichen Ernährungstyp", der viel gebratenes rotes Fleisch, Grillprodukte und Eier isst, stellten die Forscher eine starke Zunahme von Brust-, Lungen- und Darmkrebs fest. Die Studie bestätigt, dass eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung, die reich an Gemüse ist, Krebs vorbeugen kann, während hoher Alkoholkonsum und typisch westliche Ernährung den gegenteiligen Effekt haben.

Mindestens 50 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer infizieren sich irgendwann in ihrem Leben mit humanen Papillomviren (HPV). Obwohl nicht alle Virustypen Krebs auslösen, gibt es doch einen generellen Zusammenhang zwischen HPV-Infektion und verschiedenen Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes bei beiden Geschlechtern. In den letzten Jahrzehnten war das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs rückläufig, gleichzeitig war eine höchstwahrscheinlich durch HPV-Infektion bedingte Zunahme von Analkarzinomen bei Männern zu verzeichnen. Um HPV-Infektionen bei Männern zu untersuchen, wurde die HIM-Studie (HPV in Men) ins Leben gerufen, eine Studie, die 3.000 Männer aus den USA, Brasilien und Mexiko über einen Zeitraum von vier Jahren beobachtet. Giuliano et al. bewerteten einzelne Risikofaktoren für das Auftreten von HPV bei Männern. Beschnittene Männer waren in erheblich geringerem Maße mit HPV infiziert, während die Anzahl der HPV-Infektionen sowohl mit der Gesamtzahl an weiblichen Geschlechtspartnern als auch mit der Anzahl an Geschlechtspartnern in den letzten drei Monaten vor der Untersuchung anstieg. Anders als bei Frauen fanden die Wissenschaftler jedoch keinen Zusammenhang zwischen Alter und HPV-Infektion. Ein interessanter Aspekt für die Zukunft wird die Frage sein, ob die Anzahl der HPV-Infektionen und die damit verbundenen Krebserkrankungen bei Männern zurückgehen, wenn immer mehr Frauen gegen HPV geimpft werden.

Bogan et al. Loss of EphA2 receptor tyrosine kinase reduces Apcmin/+ tumorigenesis. DOI: 10.1002/ijc.24083
De Stefani et al. Dietary patterns and risk of cancer: A factor analysis in Uruguay. DOI: 10.1002/ijc.24035

Giuliano et al. Circumcision and sexual behavior: Factors independently associated with human papillomavirus detection among men in the HIM study.DOI: 10.1002/ijc.24097
Weitere Artikel sind unter folgendem Link verfügbar:http://www3.interscience.wiley.com/journal/121638015/issue

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