Ostdeutschland fällt bei den Dienstleistungen weiter zurück

Insbesondere bei wissensintensiven Diensten wächst die Beschäftigungslücke

(PresseBox) (Berlin, ) Der Osten Deutschlands ist im letzten Jahrzehnt bei den Dienstleistungen gegenüber dem Westen weiter zurückgefallen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie des DIW Berlin. "Seit dem Jahr 2000 hat die Beschäftigung in den wissensintensiven Branchen Ostdeutschlands nur um knapp zwei Prozent zugenommen, im Westen dagegen um neun Prozent", sagte DIW-Experte Alexander Eickelpasch. Ein wichtiger Grund für den Rückstand sei die relativ dünne Besiedlung in Ostdeutschland mit nur wenigen Ballungsräumen.

Rund Dreiviertel aller Beschäftigten in Ost- und in Westdeutschland arbeiten im Dienstleistungssektor. Bei der Produktivität hinkt jedoch der Osten weit zurück und erreicht nur knapp 80 Prozent des westdeutschen Niveaus. Ein Produktivitätsrückstand zeigt sich in fast allen Teilen des Dienstleistungssektors.

Deutliche Defizite gibt es vor allem bei den wissensintensiven Dienstleistungen wie bei den Finanzdienstleistungen, der Unternehmensberatung, der Informationstechnik oder der Werbung. Andere Dienstleistungsbereiche wie die öffentliche Verwaltung, der Bereich Bildung und Erziehung oder das Gesundheitswesen sind im Osten mit Blick auf die Beschäftigung stärker als im Westen vertreten. Und bei einfachen Dienstleistungsaktivitäten gibt es gemessen an der Einwohnerzahl ebenso viele Beschäftigte im Osten wie im Westen.

Die Industrie kann nicht zwangsläufig als Impulsgeber für das Wachstum produktionsnaher wissensintensiver Dienstleistungen dienen, zumindest nicht bei kleinräumlicher Betrachtung: "Unternehmen, die wissensintensive Dienstleistungen anbieten, expandieren nicht unbedingt an Standorten mit stark wachsender Industrie", sagte Eickelpasch. Wissensintensive Dienstleistungen sind in hohem Maße räumlich konzentriert, Industriearbeitsplätze dagegen viel gleichmäßiger über die Regionen verteilt.

Ballungsräume entwickeln sich mehr und mehr zu Dienstleistungszentren Da gerade die höherwertigen und überregional orientierten Dienstleistungen für das Wirtschaftswachstum einer Region eine Schlüsselrolle spielen, müssen die wenigen ostdeutschen Ballungsräume also auch als Standorte für überregionale Dienstleistungsunternehmen attraktiver werden. In letzter Zeit hat die Region Berlin etwas an wirtschaftlicher Dynamik gewonnen, während die Regionen Dresden und Leipzig ihre Position gegenüber westdeutschen Ballungsräumen nicht verbessern konnten.

Auch wenn der Dienstleistungssektor in Ostdeutschland künftig weiter an Bedeutung gewinnen dürfte, so ist angesichts der bestehenden Strukturmängel nicht erkennbar, dass die Beschäftigungszuwächse größer ausfallen könnten als in Westdeutschland.

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