Deutsche Unternehmen forschen weniger im Ausland

(PresseBox) (Berlin, ) Deutsche multinationale Unternehmen forschen weniger im Ausland. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in einer aktuellen Studie. "Dies liegt aber weniger an Rückverlagerungen als an strategischen Umstrukturierungen großer Unternehmen." sagte DIW-Expertin Heike Belitz. Die Internationalisierung von Forschung und Entwicklung (FuE) wird von grenzüberschreitenden Unternehmenskäufen und verkäufen bestimmt. "Deshalb würde die derzeit geforderte steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung kaum in nennenswertem Umfang zu Rückverlagerungen von Forschungsaktivitäten aus dem Ausland führen." Als Forschungsstandort ist Deutschland nach wie vor attraktiv - sowohl für deutsche als auch für ausländische Unternehmen. Inzwischen investieren ausländische Unternehmen in Deutschland sogar vier Milliarden Euro mehr in Forschung und Entwicklung als deutsche Unternehmen im Ausland.

Großkonzerne bestimmen die Entwicklung

Nach der Expansion der Forschungsaufwendungen deutscher multinationaler Unternehmen im Ausland Ende der neunziger Jahre sind diese Aufwendungen in den letzten Jahren nur noch im Inland gewachsen. Der starke Rückgang der Auslandsforschung ist vor allem auf den Automobilbau und den Branchenkomplex Computerindustrie, Elektrotechnik, Feinmechanik zurückzuführen.

In beiden Branchen bestimmten Großunternehmen die Entwicklung, die Geschäftsbereiche mit FuE im Ausland ausgliederten. Hier sind vor allem die Trennung des Mutterkonzerns Daimler von seiner US-Tochterfirma Chrysler oder die Ausgliederung von Geschäftsbereichen der Firma Siemens in Joint Ventures mit Nokia und Fujitsu zu nennen. Diese Beispiele zeigen, dass die Umstrukturierung einzelner großer Konzerne großen Einfluss auf die Internationalisierung der Unternehmensforschung eines Landes hat. Da durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise die Zahl der grenzüberschreitenden Fusionen und Firmenkäufe gesunken ist, ist damit auch der Prozess der Internationalisierung von Forschung zunächst zum Stillstand gekommen.

Deutsche Autobauer forschen gerne im Inland, Pharmaforschung zieht es in die USA

Im Inland wachsen die Forschungsaktivitäten deutscher und ausländischer Unternehmen weiterhin. Insbesondere die deutschen Kraftfahrzeughersteller haben ihre Forschung in der Heimat kräftig ausgebaut. Für die deutsche Pharmaindustrie dagegen scheint Deutschland als Forschungsstandort in den letzten Jahren an Bedeutung verloren zu haben. "Insgesamt hat jedoch Deutschland - wie auch die USA - von der Internationalisierung der Forschung profitiert. Ausländische Unternehmen investieren in Deutschland mehr in hochqualifizierte Forschungsarbeitsplätze als deutsche Unternehmen im Ausland", sagte Heike Belitz.

Deutsche Unternehmen forschen weniger im Ausland. Von Heike Belitz. In: Wochenbericht 19/2010:
http://www.diw.de/sixcms/detail.php/356692

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