Debatte über Zuwanderung: DIW-Präsident fordert mehr Anstrengungen für Zuzug von Fachkräften

(PresseBox) (Berlin, ) DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann hat von der Bundesregierung mehr Anstrengungen bei der Erleichterung des Zuzugs von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland gefordert. "Deutschland muss innerhalb der Europäischen Union zum Motor werden für ein modernes Beschäftigungskonzept ohne überflüssige bürokratische Hemmnisse", sagte Zimmermann. "Wir sind dringend auf qualifizierte Einwanderer angewiesen, denn ohne Zuwanderung könnte der Wirtschaftsaufschwung schon bald wieder vorbei sein."

Als große Chance sieht der DIW-Präsident die Umsetzung einer EU-Richtlinie zur sogenannten "Blue Card", die ab 2011 die gezielte Aufnahme von Fachkräften aus Drittländern erleichtern soll: "Brüssel hat die Herausforderung erkannt und Erfolg versprechende Schritte eingeleitet, um die Union für hoch qualifizierte Zuwanderer attraktiver zu machen." Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union führe nicht zu Belastungen des Arbeitsmarkts und der Sozialversicherungen oder zu einem Absinken des Lohnniveaus, so der DIW-Chef, der selbst zu den führenden Migrationsforschern zählt. "Vielmehr steigt durch gezielt gesteuerte Zuwanderung die volkswirtschaftliche Effizienz, denn: Durch neue Fachkräfte bekommen auch Ungelernte eher einen Job."

"Zuzugsstopp bei EU-Erweiterung war ein grandioses Eigentor"

Bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in Deutschland sieht der DIW-Präsident aber noch erheblichen Verbesserungsbedarf: "Die Mitgliedsländer haben zu viel Spielraum, was die Gefahr der Wiederholung alter Fehler erhöht." Schon bei der EU-Osterweiterung hätten vor allem Deutschland und Österreich die Türen für Arbeitnehmer verschlossen gehalten.

"Inzwischen kann man belegen: Das war ein grandioser Misserfolg: Die Geringqualifizierten aus den östlichen Nachbarstaaten kamen dennoch, die begehrten Köpfe aber blieben fern", so der DIW-Präsident weiter. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) beklagen bereits heute 70 Prozent der Unternehmen Probleme bei der Besetzung von Stellen mit Fachkräften. Zudem hat das Statistische Bundesamt ein um sechs Millionen rückläufiges Arbeitskräftepotenzial aufgrund des Geburtenrückgangs bis zum Jahr 2030 errechnet.

Zur Erhöhung der Beschäftigungsmobilität fordert Zimmermann, der auch Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn ist, gleich ein ganzes Maßnahmenbündel. Bei der Anerkennung formaler Qualifikationen und Bildungsabschlüsse und der Übertragbarkeit von Ansprüchen an das soziale Sicherungssystem müssten Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. "Es kommt auf die Köpfe an - nur so können wir das derzeitige deutsche Jobwunder erhalten."

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