DIW-Bauwirtschaftsexperten fordern schnelle Einigung über steuerliche Förderung der energetischen Sanierungen von Wohngebäuden: "Nur so kann der Investitionsstau in der Bauwirtschaft gelöst werden"

(PresseBox) (Berlin, ) Der Vermittlungsaussschuss berät am 14. Dezember 2011 erneut über das Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen. Im November hatte der Ausschuss seinen ersten Einigungsversuch zu diesem Thema ergebnislos abgebrochen.

"Die Politiker im Vermittlungsausschuss müssen diesen Mittwoch ein klares Signal setzen und sich darauf einigen, wie sie Investitionen in die energetische Sanierung von Wohngebäuden steuerlich begünstigen werden. Nur wenn die Politik sich jetzt zügig auf die konkreten Förderbedingungen für die nächsten Jahre einigt, werden die Investoren in der Bauwirtschaft ihre Zurückhaltung aufgeben." Das fordert Martin Gornig, Experte für Bauwirtschaft am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

"Viele Immobilieneigentümer und Bauwillige haben Investitionen bislang auf Eis gelegt, weil sie auf die schon lange diskutierte steuerliche Förderung warten, die die Kosten der energetischen Sanierung spürbar reduzieren wird. Wenn die Politiker sich jetzt verbindlich auf die neuen Rahmenbedingungen einigen, lösen sie endlich den Investitionsstau, und das Bauvolumen wird in den nächsten Jahren anziehen", fügt der DIW-Experte für Baukonjunktur Hendrik Hagedorn hinzu.

Die Maßnahmen zur energetischen Sanierung gewinnen für den Bausektor immer mehr an Bedeutung. Allein im Wohnungsbestand wurden 2010 gut 42 Milliarden Euro in energetische Sanierungsmaßnahmen investiert. Dies war deutlich mehr als beispielsweise im gleichen Jahr in den Wohnungsneubau floss. Dort lag das Investitionsvolumen bei 34 Milliarden Euro im Jahr 2010.

Die DIW-Bauexperten Gornig und Hagedorn haben Ende November in einem Wochenbericht des DIW Berlin die Wachstumsaussichten der deutschen Bauwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung von Bestandsmaßnahmen analysiert.

Karsten Neuhoff, Forschungsdirektor am DIW Berlin und Leiter des Berliner Büros der Climate Policy Initiative, hat im August 2011 mit einem Forscherteam politische Handlungsoptionen bei der energetischen Sanierung gegenübergestellt.

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