"Wir machen Erkenntnis möglich"

DESY begeht mit einem Festakt sein 50-jähriges Jubliäum

(PresseBox) (Hamburg, ) Mit einem feierlichen Festakt begeht das Forschungs­zentrum DESY, Deutschlands größtes Beschleuniger­zentrum, heute sein 50jähriges Jubiläum. Rund 2500 Gäste aus aller Welt werden dazu erwartet. Seit seiner Gründung Ende 1959 hat sich DESY zu einer internationalen Kultstätte für Grundlagenforschung entwickelt, das Leitmotiv: "Wir machen Erkenntnis möglich". Die 50 Jahre Spitzenforschung waren geprägt von bahnbrechenden Entdeckungen in der Forschung mit Photonen und in der Teilchenphysik sowie revolutionären Entwicklungen in der Beschleunigertechnologie.

In der Teilchenphysik zählt dazu die Entdeckung des Gluons, des Trägerteilchens einer der vier Grundkräfte der Natur, genauso wie die weltbeste Bestimmung der Struktur des Protons und der Nachweis der elektroschwachen Vereinigung. In der Forschung mit Photonen lieferte DESY herausragende Beiträge zu unserem Verständnis von Atomen, Molekülen und Funktionsmaterialen sowie von biologischen Systemen, die unter anderem zum Chemie-Nobelpreis 2009 für Ada Yonath geführt haben. Und in der Beschleunigerphysik ist die supraleitende TESLA-Technologie, die unter DESY-Federführung entwickelt wurde, die führende Technik für aktuelle Linearbeschleunigerprojekte.

Was bei der Gründung als nationales Zentrum für die Teilchenphysik gedacht war, hat sich also gewissermaßen selbst beschleunigt, zu einem der weltweit führenden Zentren in der Strukturforschung. "Heute steht DESY als weltweit anerkannte Größe in seinen drei Forschungsbereichen da", sagt der Vorsitzende des DESY-Direktoriums Helmut Dosch. "Mit PETRA III und FLASH haben wir bei DESY die besten Röntgenquellen zur Untersuchung der Struktur und Funktion der Materie weltweit, und unsere Teilchenphysiker sind eine tragende Säule für die Experimente des LHC. Wir sind starker Partner des Röntgenlasers European XFEL und bauen dessen 2,1 Kilometer langen supraleitenden Elektronenbeschleuniger."

Beim zentralen Festakt zum 50jährigen Jubiläum von DESY werden nicht die Erfolge der Vergangenheit im Mittelpunkt stehen, sondern die Perspektiven und Herausforderungen der Zukunft. Wer zu DESY kommt, findet zwar nach wie vor den allerersten Beschleuniger, das Deutsche Elektronen-Synchrotron, das 1964 in Betrieb ging und dem Forschungszentrum seinen Namen gab. Doch ins Auge springen vor allem die großen neuen Forschungsanlagen FLASH und PETRA III und die Baustellen für die Forschung von morgen.

Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

Am 18. Dezember 1959 wurde DESY per Staatsvertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Der Gründungsvater und erste Direktor Prof. Willibald Jentschke wollte das aufblühende Forschungsfeld der Teilchenphysik mit einem konkurrenzfähigen Teilchenbeschleuniger mit unter die Lupe nehmen. 1964 ging der erste Beschleuniger, der dem Forschungszentrum seinen Namen gab in Betrieb: das Deutsche Elektron-Synchrotron. Auf den damals größten Beschleuniger folgten die Speicherringe DORIS 1974, PETRA 1978 und HERA 1990. An all diesen Beschleunigern wurde das Innerste der Materie gründlich erforscht, indem Kollisionen von subatomaren Teilchen in teilweise hausgroßen Detektoren vermessen wurden. Unter anderem wurde so an PETRA das "Gluon" entdeckt, das Klebeteilchen, das die Kräfte zwischen den Quarks übermittelt und diese Elementarteilchen bildlich gesprochen zusammenhält, und HERA hat die komplizierte Struktur des Protons genauestens aufgelöst. Dieses Wissen ist in die Lehrbücher eingeflossen und hilft folgenden Experimenten wie dem Large Hadron Collider LHC am CERN bei der Analyse der Daten.

Von Beginn an erschlossen sich die Forscherinnen und Forscher bei DESY aber auch ein zweites Forschungsfeld, das sich mit der Nutzung der Teilchenbeschleuniger eröffnete: die Forschung mit Synchrotronlicht. Dieses spezielle Licht wird von den Teilchen im Beschleuniger ausgestrahlt und macht diese Beschleuniger zu den hellsten Röntgenquellen der Welt. Das Synchrotronlicht der DESY-Beschleuniger DORIS und PETRA III ermöglicht genaueste Einblicke in den Nanokosmos, die mit supraleitenden Linearbeschleunigern ausgestatteten Freie-Elektronen-Laser FLASH und European XFEL, der 2014 in Betrieb geht, werden sogar Filmaufnahmen aus dem Nanokosmos erlauben. Mit diesen Blicken in die Nanowelt kann man die Funktion von Biomolekülen oder Materialien auf atomarer Ebene erforschen - die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Medikamente oder moderner Werkstoffe. Bestes Beispiel für den Erfolg auf diesem Gebiet ist der diesjährige Chemie-Nobelpreis der Forscherin Prof. Ada Yonath, die 18 Jahre lang eine Max-Planck-Arbeitsgruppe bei DESY leitete und hier die Struktur und Funktion des Ribosoms entschlüsselte.

Nach der Wiedervereinigung bekam DESY einen zweiten Standort in Zeuthen in Brandenburg. Hier befassen sich die Wissenschaftler insbesondere mit Astroteilchenphysik und der Entwicklung von Hochleistungsrechnern.

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