Wasserstoff und Brennstoffzellen von unten nach oben

Regionale Netzwerke bringen die Technik näher zum Anwender

(PresseBox) (Berlin, ) Auf welchem Weg kommen Wasserstoff und Brennstoffzellen beim einzelnen Bürger an? Wenn Bundesminister oder Europäische Kommissare sich positiv darüber äußern und politische und finanzielle Unterstützung versprechen, ist das natürlich gut für das Image dieser Technologien. Den Einzelnen berührt das aber ziemlich wenig. Für ihn ist viel interessanter, was vor seiner Haustür passiert.

Daher begrüßt der DWV, dass sich zusätzlich zu den Initiativen zahlreicher Bundesländer immer mehr regionale oder kommunale Initiativen oder Netzwerke bilden, um das Thema in ihrem Gebiet zu fördern. Das jüngste Beispiel dafür ist das h2-netzwerk-ruhr, das gestern offiziell seine Gründung feierte (siehe unten). Hier sollen beispielhaft noch einige andere genannt werden.

Bundesländer

Schon lange vor dem Bund hatte eine Reihe von Bundesländern den Wert von Wasserstoff und Brennstoffzellen als Wirtschaftsfaktor erkannt und mit der Förderung des Themas begonnen. Heute verfügen Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen über etablierte Landesinitiativen in Form von Rechtskörperschaften, die von der jeweiligen Landesregierung unterstützt werden. In Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind Vorstufen oder frühe Stadien derartiger Einrichtungen vorhanden.

Regionen

Wo die industrielle und wissenschaftliche Infrastruktur und die politische Unterstützung vorhanden sind, bilden sich auch regionale Netzwerke auf kleinerer Ebene. In Nordrhein-Westfalen gibt es gleich zwei Beispiele dafür.

Vor einigen Wochen haben sich die Städte Bottrop, Gladbeck, Herten und Marl, die Emschergenossenschaft sowie die Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH und die WiN Emscher-Lippe GmbH zum h2-netzwerk-ruhr e.V. zusammengeschlossen. Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt, die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in der Region zu fördern. Das Netzwerk sieht sich als Plattform, welche die vielfältigen unternehmerischen und institutionellen Aktivitäten der Region national und international präsentiert. Die Partner verfolgen das Ziel, dieser Technologie zu einer tieferen Marktdurchdringung zu verhelfen. Im Verbund können die einzelnen Keimzellen den Strukturwandel des Energie-Landes NRW von einer ehemals montan geprägten Region zu einem Standort "Neuer Energien" einleiten.

Die Geschäftsstelle des Netzwerks ist bei der Stadtverwaltung von Herten angesiedelt. Die offizielle Gründungsveranstaltung fand gestern in Bottrop statt. Der DWV-Vorstandsvorsitzende Johannes Töpler referierte dabei über die Partnerschaft zwischen Wasserstoff und Brennstoffzellen einerseits und erneuerbaren Primärenergien andererseits.

Bereits seit 2007 existiert in der Region Köln der Verein "HyCologne Wasserstoff Region Rheinland e. V.". Rückgrat ist hier die Chemieindustrie, die große Mengen Wasserstoff für zukunftsweisende Projekte zu attraktiven Konditionen zur Verfügung stellen kann. Der regionale Wasserstoff-Cluster in der Region Rheinland stärkt die deutschen und europäischen Aktivitäten für die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger. Mit seinem Projekt Chemenergy ist HyCologne der internationalen Bus-Allianz beigetreten.

Zu den Partnern gehören aus dem kommunalen und öffentlichen Bereich: Energy Hills (Kompetenzregion), Regionalverkehr Köln (RVK), Rhein-Erft-Kreis, Stadt Köln, Stadt Hürth, Stadtwerke Hürth, Stadtwerke Brühl, START HÜRTH (Technologiezentrum), Wirtschaftsförderung Rhein-Erft; aus der Forschung: FH Köln, DLR; und aus der Industrie: ChemCologne, CK Standortentwicklung, Infraserv Knapsack (Chemieparkbetreiber), Praxair (Industriegase), TÜV Rheinland. Durch die vielfältigen und komplementären Kompetenzen der Partner sind sowohl zuverlässige Beratung als auch die Versorgung mit Wasserstoff gesichert.

Kommunen

Die rheinland-pfälzische Verbandsgemeinde Kaisersesch bietet in einem Technologie- und Gründerzentrum vielfältige Dienstleistungen für Existenzgründer. Dabei haben auch Wasserstoff und Brennstoffzellen einen wichtigen Platz. 2005 wurde der Verein "H2BZ - Wasserstoff-Brennstoffzellen Kooperationsnetzwerk Rheinland-Pfalz am TGZ Kaisersesch e. V." zu diesem Zweck gegründet, der eine Netzwerkfunktion weit über die Kommune hinaus übernimmt. Dabei hilft die Zusammenarbeit mit nahe gelegenen Hochschulen, nämlich der TSB - Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung an der Fachhochschule Bingen, der Universität Kaiserslautern und der Fachhochschule Koblenz sowie dem WBzU - Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm. Es bestehen auch Partnerschaften zu Handwerkskammern, Forschungszentren und Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland.

Der DWV begrüßt und unterstützt den Trend, dass die Nutzer und Interessenten auf allen Ebenen die Initiative ergreifen, um sich den Fortschritt zu Nutze zu machen. Unter den oben genannten Mitwirkenden findet sich daher auch eine ganze Reihe von DWV-Mitgliedern. An mehreren der aufgeführten Gründungen hat der DWV entweder direkt durch seinen Vorstand oder seine Landesbeauftragten oder indirekt durch kompetente Mitglieder mitgewirkt. Wir werden die Entwicklung auch weiter in diesem Sinne begleiten, da wir darin einen wichtigen Weg sehen, um die neuen Technologien direkt zum Entwickler, Produzenten und Anwender zu bringen.

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