Das deutsche "Beschäftigungswunder" hat handfeste Gründe

(PresseBox) (Berlin, ) Abbau der Arbeitslosigkeit ...

Deutschland unterschreitet die Marke von drei Mio. Arbeitslosen. Das Ausland spricht vom deutschen Beschäftigungswunder. In der EU ist die Arbeitslosenquote nur in den Niederlanden, in Österreich, Malta und Luxemburg geringer als hierzulande. Noch vor einigen Jahren galt Deutschland hingegen als "kranker Mann Europas". Zu Beginn des Jahres 2005 waren mehr als fünf Mio. Menschen arbeitslos. Nun sinkt die Arbeitslosigkeit in immer mehr Regionen auf drei bis vier Prozent. Das Wort Vollbeschäftigung macht die Runde.

... setzt sich fort

Im Herbst 2010 verbessern sich die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen weiter - das zeigt die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage. Der stärkste Beschäftigungsimpuls kommt dabei aus dem Mittelstand. Selbst die in der Krise arg gebeutelten Industriebetriebe der Metallerzeugung, der Elektrotechnik und des Maschinenbaus wollen verstärkt Personal aufbauen. Auch IT-Unternehmen sowie Forschungs- und Entwicklungsdienstleister expandieren.

Aufschwung kommt bei den Menschen an

Das Exportgeschäft kurbelt derzeit die Konjunktur in Deutschland an - und nun auch Investitionen und Beschäftigung. Mehr Vollzeitstellen, sinkende Arbeitslosigkeit auch bei Jugendlichen und Älteren sowie ein Abbau der Kurzarbeit um mehr als eine Mio. Menschen sind die positiven Folgen. Mit den zusätzlichen Arbeitsplätzen steigen zugleich die Konsumspielräume. Der Übertragungsmechanismus von Exporterfolgen zu mehr Beschäftigung funktioniert mittlerweile auch deshalb wieder, weil die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert haben. Sie haben einen Internationalisierungskurs mit Service- und Produktionsstätten überall auf der Welt eingeschlagen.

Reformen zahlen sich aus

Ein Grund für den Erfolg sind auch die Reformen der Agenda 2010. Der deutsche Arbeitsmarkt ist flexibler geworden. Das Prinzip des Förderns und Forderns sowie die stärkere Aktivierung Arbeitsloser helfen, obgleich hier noch Potenziale zu heben sind. Auch die relativ moderate Lohnentwicklung stützt den Beschäftigungsaufbau. Ferner hat die flexible Arbeitszeitgestaltung in den Betrieben einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungssicherung geleistet. Die aktuell gute Konjunktur sorgt zudem dafür, die Lohnzusatzkosten im Zaum zu halten. Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt ist also kein Wunder, sondern hat ganz handfeste Gründe.

Erfolgsspur halten

Deutschland tut gut daran, nicht den Rückwärtsgang einzulegen:

- Steuerpolitik und Lohnabschlüsse müssen die Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten. Den Beschäftigten muss mehr Netto vom Brutto bleiben. Zu hohe Lohnabschlüsse würden die Erholung gefährden. Viele Unternehmen haben in der Krise hohe Kosten getragen - auch, um ihre Mitarbeiter zu halten - und befinden sich derzeit noch im Erholungsprozess. In der DIHK-Konjunkturumfrage sehen mehr als ein Drittel der Unternehmen steigende Arbeitskosten daher auch als Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten. Trotz des Tritts auf die Kostenbremse sind die Arbeitskosten hierzulande weiterhin hoch - weltweit belegt Deutschland immer noch den fünften Platz.

- Die Krise hat gezeigt: Aufträge werden kurzfristiger erteilt und schwanken stärker. Flexibilität wird damit immer wichtiger. Deshalb darf die Zeitarbeit nicht überreguliert werden. Daneben bedarf es weiterer moderater Flexibilisierungsschritte, z. B. im Kündigungsschutz und bei der Befristung. Das würde auch Geringqualifizierten den Einstieg in Arbeit erleichtern.

- Fehlende Fachkräfte dürfen nicht zum Engpass werden. Dazu wollen die Unternehmen in erster Linie die Potenziale hier in Deutschland heben - mit mehr Aus- und Weiterbildung, besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie einer vermehrten Beschäftigung Älterer. Aber auch die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte darf in einem Gesamtkonzept nicht fehlen.

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