Bessere Luft durch Umweltzonen?

(PresseBox) (Berlin, ) Von Berlin bis Bottrop, von Hannover bis Heilbronn - immer mehr Umweltzonen sollen für bessere Luft in unseren Innenstädten sorgen. Mit Luftqualitätsplänen müssen die Kommunen dafür sorgen, dass bestimmte Schwellenwerte z. B. für Feinstaub und Stickoxide nicht überschritten werden. Um das zu erreichen, haben seit Anfang 2008 bereits 32 deutsche Städte eine Umweltzone eingerichtet - neun weitere stehen in den Startlöchern. Die Folge: Nur Fahrzeuge, die eine Umweltplakette haben, dürfen in die Umweltzone fahren. Für Wirtschaft, Anwohner und Besucher, aber auch für die Verwaltung bedeuten die Umweltzonen bürokratischen Aufwand und zusätzliche Kosten.

Rot, gelb oder grün?

Ob ein Fahrzeug eine rote, gelbe, grüne oder gar keine Plakette bekommt, ist einheitlich geregelt. Ob damit auch die Einfahrt in die Umweltzone möglich ist, entscheidet aber jede Kommune selber: Berlin und Hannover verlangen schon ab 2010 die grüne Plakette, Bremen ab Mitte 2011, Frankfurt erst ab 2012, und in den Ruhrgebietsstädten genügt wahrscheinlich dauerhaft die rote Plakette. Wer sich nicht vorher informiert, stellt erst vor Ort fest, dass er mit seinem Fahrzeug draußen bleiben muss.

Ausnahmen einheitlich regeln!

Einige Fahrzeuge wie Krankenwagen, Zweiräder und Arbeitsmaschinen sind in ganz Deutschland von der Plakettenpflicht ausgenommen. Über weitere Ausnahmen kann jede Kommune selber entscheiden: Ob Anwohner oder Gewerbetreibende, Reisebusse oder Oldtimer - einheitliche Regelungen gibt es nicht. Wer also für Mannheim eine Ausnahmegenehmigung bekommt, kann sich nicht darauf verlassen, auch in die Umweltzonen von Wuppertal oder München fahren zu dürfen. Die Folge: Für fast jede Stadt muss gesondert eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Und das geht ins Geld: Für eine (zeitlich befristete) Ausnahmegenehmigung können bis zu 1.000 Euro fällig werden! Um die Situation kurzfristig zu entschärfen, sollten einheitliche Ausnahmeregelungen und ein überschaubarer Aufwand zur Beantragung der Genehmigung angestrebt werden.

Zweck erfüllt?

Dabei kann noch immer nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass die Umweltzonen ihren Zweck erfüllen und für bessere Luft sorgen. Zu groß ist der Einfluss des Wetters und anderer Feinstaubquellen. Einige Städte haben gar keine Messstellen, so dass sie die Feinstaubwerte folglich nicht einmal überprüfen können. Hinzu kommt, dass die Feinstaubbelastung auch ohne Umweltzonen langfristig zurückgeht. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes werden die Emissionen von PM10 aus dem Straßenverkehr bis 2020 durch Innovationen und Modernisierungen um mehr als 40 Prozent sinken. In Berlin sind die Feinstaubwerte in den letzten Jahren daher nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Umweltzone kontinuierlich zurückgegangen. Deshalb muss im Einzelfall genau geprüft werden, ob eine Umweltzone überhaupt sinnvoll ist oder nicht.

Es muss nicht immer die Umweltzone sein!

Einige Städte machen schon vor, dass auch andere Maßnahmen für bessere Luft in Innenstädten sorgen können. In Aachen trägt eine freiwillige Vereinbarung zwischen Stadt und Wirtschaft zu einer umweltfreundlichen, kostengünstigen und effizienten Mobilität bei. Stadtverwaltung, Unternehmen und Bürger setzen gemeinsam darauf, dass z. B. durch die Mobilitätsberatung von Betrieben, die Ausgabe von Jobtickets und die Überprüfung des Verkehrsleitsystems die Schwellenwerte eingehalten werden können. Auch in Bonn und Braunschweig werden alternative Wege diskutiert. Im Ergebnis müssen die Maßnahmen der Situation und den Interessen vor Ort gerecht werden, um so einen Mehrwert für Mensch, Wirtschaft und Umwelt zu schaffen.

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