Mehr Chancen als Risiken durch Forschung

(PresseBox) (Bonn, ) Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, und der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, mahnen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Chancen und Risiken von Wissenschaft an. Forschungsergebnisse könnten genutzt, aber auch missbraucht werden. Die grundgesetzlich verbürgte Forschungsfreiheit finde dort ihre Grenzen, so Gruss in einem Beitrag für die Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre", "wo ein Wissenschaftler gegen ethische Regeln verstößt oder die Wissenschaft beispielsweise für Biowaffen, Computerviren, unethische Vernehmungstechniken oder terroristische und militärische Zwecke missbraucht wird".

So wie die Ziele der Forschung müssten auch die Mechanismen für die Einhaltung ethischer Prinzipien und guter wissenschaftlicher Praxis aus der Wissenschaft heraus entwickelt werden, ergänzt Kleiner in einem Interview, das ebenfalls in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift erscheint: "Der mögliche Verlust des guten Namens oder der Antragsberechtigung bei der DFG sind wirkungsvollere Sanktionen und halten Wissenschaftler eher von Fehlverhalten ab als staatliche Aufsichtsbehörden oder rechtliche Strafandrohungen." Die Vielzahl von Ethikkommissionen und Kodifizierungen wertete Kleiner als ein Indiz für das Verantwortungsbewusstsein der Wissenschaft. "Dies darf allerdings nicht dazu führen, dass der einzelne Wissenschaftler seiner Verantwortung enthoben wird und das eigene ethische Denken und Handeln einstellt." Die Chancen, die durch Forschung eröffnet würden, überwögen letztlich die Risiken, die mit Wissenschaft verbunden blieben: "Nur Wissenschaft kann das Überleben der Menschheit sichern", so Kleiner.

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