Bolognareform noch nicht am Ziel

Wissenschaftlervereinigungen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland ziehen Bilanz

(PresseBox) (Zürich/Wien/Bonn, ) Die Vereinigung der Schweizerischen Hochschuldozierenden (VSH), der Universitätsprofessorenverband Österreich (UPV) und der Deutsche Hochschulverband (DHV) haben auf einer Tagung in Zürich unter anderem über den gegenwärtigen Stand der Umsetzung der Bologna-Reform in den Ländern Schweiz, Österreich und Deutschland beraten. Die Wissenschaftlervereinigungen sind übereinstimmend der Auffassung, dass das wichtigste Ziel der Reform, die Mobilität aller Studierenden in Europa zu erhöhen und den Studienplatzwechsel durch ein Credit-Punkte-System zu vereinfachen, bislang nicht oder nur unvollständig erreicht worden sei. Dem stünden aber an vielen Hochschulstandorten Verbesserungen der Studiencurricula gegenüber. Nationale und lokale Besonderheiten sowie die unterschiedliche Prädisposition für eine Zweiteilung des Studiums in den einzelnen Fachdisziplinen stünden einer generellen, europaweiten Beurteilung des Bologna-Prozesses entgegen. Umso mehr müsse die Reform an den von ihr selbst gesetzten Zielen gemessen werden. VHS, UPV und DHV bekannten sich uneingeschränkt zur Sinnhaftigkeit der Ziele des Bologna-Prozesses.

Die Wissenschaftlervereinigungen sehen länderübergreifend den Master - und nicht den Bachelor - als berufsqualifizierenden Regelabschluss an. Dies schließe nicht aus, dass der Bachelor in einigen Fächern und Fallgestaltungen berufseinmündend und -qualifizierend sein könne. Der Master müsse inhaltlich dem Diplom äquivalent sein. Die Bachelor- und die Masterausbildung seien an den Universitäten nach denselben wissenschaftlichen Maßstäben auszurichten. Dem Postulat, die wissenschaftliche Ausbildung solle an Universitäten erst in der Masterphase beginnen, sei im Interesse der Studierenden an einer qualitativ hohen universitären Bildung und Ausbildung entgegenzutreten. In allen drei Ländern sei der Erfolg der Reform wesentlich von der Zurverfügungstellung zusätzlicher Ressourcen abhängig. Es sei immer noch nicht generell erkannt worden, dass die neue Studienarchitektur mehr Personalmittel erfordere, erklärten die Vorsitzenden von VSH, Professor Dr. Christian Bochet, UPV, Professor Dr. Bernhard Keppler, und DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen, in Zürich übereinstimmend.

Der Präsident der Vereinigung
der Schweizerischen Hochschuldozierenden
Professor Dr. Christian Bochet
Université Fribourg
Dépt. Chimie
Chemin du musée 9
CH-1700 Fribourg

Der Vorsitzende des Österreichischen
Universitätsprofessorenverbandes
Professor Dr. Dr. Bernhard Keppler
Universität Wien
Währingerstr. 42
A- 1090 Wien

Der Präsident des Deutschen
Hochschulverbandes
Professor Dr. Bernhard Kempen
Rheinallee 18
D-53173 Bonn

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