"Bachelor Welcome"? Unternehmen lassen "Generation Bologna" im Stich

(PresseBox) (Bonn, ) Den Absolventen der Bachelor-Studiengänge sind von Seiten der Wirtschaft und vor allem von den 15 Erstunterzeichnern der Initiative "Bachelor Welcome" attraktive Karrierechancen zugesichert worden. Dass gerade diese Unternehmen Studierende der "Generation Bologna" ohne Berufserfahrung im Stich lassen, geht aus einer Studie des Instituts für Managementkompetenz (imk) an der Universität des Saarlandes hervor.

Von den 743 Angeboten, die diese 15 Unternehmen an Bachelor-Absolventen ohne Berufserfahrung gerichtet hätten, seien 86 Prozent Praktika, neun Prozent Trainee-Positionen und nur fünf Prozent Direkteinstiege. Die absolute Zahl von 39 Direkteinstiegen relativiere sich dadurch, dass Bachelor-Absolventen bei derartigen Angeboten in Konkurrenz zu Masterund Diplom-Absolventen treten müssten.

In großem Umfang seien dagegen Offerten für duale Studiengänge vorhanden, die sich unmittelbar an Abiturienten richteten: "Die Unternehmen wollen also ihre eigenen Bachelors ausbilden und an das Unternehmen binden", resümiert der Autor der Studie, Professor Dr. Christian Scholz, in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre". ",Fertigen' Bachelors wird offenbar die Berufsqualifizierung abgesprochen und lediglich der Umweg (die Sackgasse?) von Praktika angeboten. Mit der Verkürzung der Ausbildungszeit hat das nichts mehr zu tun."

Um als Bachelor nicht sofort den Wechsel von der "Generation Bologna" zur "Generation Praktikum" zu vollziehen, könnten Studieninteressierte entweder mit 18 Jahren in ein duales Ausbildungsprogramm einsteigen oder sich von vornherein dazu entschließen, im Anschluss an den Bachelor ein Masterstudium aufzunehmen. Scholz fordert vor diesem Hintergrund, "1) klare Bologna-Forderungen an die Unternehmen zu stellen, 2) ihr tatsächliches Verhalten zu evaluieren und 3) ihre erbrachte Umsetzungsleistungen an die Studierenden zu kommunizieren".

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