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Deutschland noch nicht Europameister
Ende der analogen Satelliten-TV-Ära sorgt aber für weiteren Schub bei Digitalisierung und HDTV-Vielfalt
In ganz Europa ist die 14. UEFA-Fußball-Europameisterschaft derzeit ein Fest in HDTV. Alleine in Deutschland bieten die Sender hunderte Stunden Euro-Übertragung. Erst die überragende Bild- und Tonqualität von HDTV macht das sportliche Gemeinschaftserlebnis vor dem großen Bildschirm perfekt - egal ob zu Hause oder in der Kneipe. Die hochauflösende Bildqualität ist inzwischen nicht nur für sportliche Großereignisse zum Standard geworden. Der Ende April erfolgreich abgeschlossene Umstieg von analog auf digital beim Satellitenfernsehen sorgte zudem für einen wahren Digitalisierungsschub in Deutschland, der auch die technische Basis für die HD-Verbreitung erweitert hat.
Bei der Digitalisierung der Haushalte über alle Verbreitungswege hinweg heißt der Europameister allerdings Spanien, dicht gefolgt von Italien und Großbritannien. Auch Portugal und Frankreich rangieren noch vor Deutschland. Die Landesmedienanstalten gehen in ihrem jüngst veröffentlichen Jahrbuch von einem Digitalisierungsgrad von 71,4 Prozent aus. Das bedeutet einen Zuwachs von drei Millionen Haushalten allein im letzten Jahr, der sich sicher dieses Jahr dynamisch fortsetzt.
Die britischen Marktforscher von Digital TV Research rechnen zwar europaweit mit 150 Millionen digitalen TV-Haushalten in diesem Sommer, warnen aber zugleich vor einer Verlangsamung des Umstellungsprozesses von Analog-Fernsehen. Während die Vorreiter unter den EU-Ländern bereits alle Haushalte digitalisiert haben, wird dies in Deutschland erst für 2017 avisiert.
Dabei zeigen die Absatzzahlen digitaler Satellitenempfänger seit Jahresbeginn, was ein Branchen-übergreifender Umschalttermin hierzulande bewirken kann. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK Retail & Technology GmbH) hat sich der Verkauf von TV-Flachbildschirmen mit DVB-S-Tunern im Zeitraum Januar bis April 2012 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt (von über 800.000 Geräten auf mehr als 1,5 Mio.). Der Absatz von Satelliten-Receivern (Set-top-Boxen) hat sich allein im April 2012 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht (von knapp 200.000 auf über 600.000 Geräte). Etwa die Hälfte davon waren HDTV-Empfänger: Dies unterstreicht, dass die Zuschauer den Mehrwert der verbesserten Bild- und Tonqualität erkannt haben.
Anlass, in HDTV Geräte zu investieren, bietet inzwischen auch die Auswahl an hochauflösenden TV-Sendern: 14 neue HD-Programmen starteten allein im April und Mai, über 60 HD-Sender wird es bis Jahresende über Satellit geben. Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) rechnet damit, dass sich bis Jahresende die Zahl der 21 Mio HDTV-Empfangsgeräte in deutschen Haushalten um 12,5 Mio. TV-Flachbildschirme und Receiver mit HDTV erhöhen wird.
Auch im Kabel stehen immer mehr HDTV-Programme zur Verfügung - die Euro 2012 kann jetzt jeder in HD sehen. Der Digitalisierungsgrad beim Kabel als der letzten Infrastruktur in Deutschland mit analogem Senderangebot ist allerdings noch ausbaufähig. Die Prognose von Digital TV Research zeigt aber: Der Übergang zu rein digitaler Verbreitung ist absehbar. Gestochen scharfe EM-Torschüsse in Viertel-, Halb- und Finalspielen sind jedenfalls ebenso wie olympische Rekorde im August überall in Deutschland zu empfangen - und wecken die Lust auf mehr HD.
Die Deutsche TV-Plattform, Wegbereiter für neue Technologien wie HDTV, 3DTV oder interaktives Fernsehen und Smart TV, engagiert sich als Forum der Branche für eine umfassende Digitalisierung. Detaillierte Informationen zum Verein, seinen Aktivitäten sowie alle Publikationen der Plattform stehen unter www.tv-plattform.de zur Verfügung.
Über den Deutsche TV-Plattform e.V.
Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern, Geräteherstellern, Infrastrukturbetreibern, Service- und Technik-Providern, Forschungsinstituten und Universitäten, Bundes- und Landesbehörden sowie anderen, mit den digitalen Medien befassten Unternehmen, Verbänden und Institutionen. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist seit über 20 Jahren die Einführung von digitalen Technologien auf Grundlage offener Standards. In den Arbeitsgruppen der Deutschen TV-Plattform engagieren sich Vertreter aus nahezu allen Bereichen der Medienbranche und der Unterhaltungselektronik für wichtige Weichenstellungen bei Schwerpunktthemen des digitalen Rundfunks.
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