Zweite Förderperiode im SPP 1409

"Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das Verständnis fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz"

(PresseBox) (Bonn, ) Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2008 die Einrichtung des Schwerpunktpro­gramms 1409 "Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das Verständnis fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz" (Science and the General Public: Understanding Fragile and Conflictual Scientific Evidence) beschlossen. Die erste zweijährige Förderperiode läuft seit 1.7. 2009. Zwei weitere zweijährige Förderperioden sind vorgesehen.

In dem Schwerpunktprogramm soll das Schnittfeld zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit empi­risch untersucht werden. Durch moderne Informationstechnologie ist für die Öffentlichkeit eine große Vielfalt an wissenschaftsbezogenen Informationen verfügbar. Das bedeutet, dass die Grenzen zwischen dem Wissen, das für Laien potenziell verständlich ist, und dem Fachwissen, das nur Spe­zialisten zugänglich ist, unscharf geworden sind. Insbesondere im Internet ist ein einfacher Zugriff auf Informationen aus vielen Wissenschaftsbereichen möglich. Menschen, die Probleme zu lösen versuchen, erwarten bzw. erhoffen sich Lösungsmöglichkeiten aus der Wissenschaft. Wie aber ge­hen sie damit um, dass die Wissenschaft oft nur fragile oder konfligierende Evidenz bietet?

Das Forschungsprogramm soll Bedingungen und Prozesse des Grundverständnisses wissenschaftli­cher Evidenzgewinnung und Evidenzsicherung der Öffentlichkeit (d. h. von Laien) empirisch unter­suchen und Theorien zum Wissenschaftsverständnis von Laien entwickeln. Außerdem soll es be­gründete Gestaltungsprinzipien für die Vermittlung wissenschaftsbezogener Informationen erarbei­ten. In dem SPP sind Forschungsprojekte aus Psychologie, Kommunikationswissenschaft, empiri­scher Pädagogik, naturwissenschaftlicher Fachdidaktik sowie Wissenschaftssoziologie vorgesehen. Die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit wird es ermöglichen, sowohl das Zustandekommen der Angebote an wissenschaftsbezogenen Informationen als auch deren kognitive, emotionale und kommunikative Verarbeitung unter Laien zu betrachten.

Die Projekte des SPP sollen vier prototypische Erfahrungsbereiche untersuchen, in denen sich Laien der Fragilität wissenschaftlicher Evidenzsicherung gegenübersehen:

A) Die wissenschaftsbezogene Informationssuche und bewertung im Internet. Dazu gehört auch die aktive Nutzung der Kommunikationsmöglichkeiten zur Wissenschaftsrezeption (z. B. in Inter­netforen, Wikipedia).

B) Die Darstellung und Rezeption von Wissenschaft in Massenmedien und Unterhaltungsangeboten. Dazu gehört auch die Arbeit der "Vermittler" zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, z. B. von Wissenschaftsjournalisten.

C) Die Darstellung und Rezeption von Prozessen und Bedingungen wissenschaftlicher Evidenz­sicherung in Wissenschaftsmuseen.

D) Die Vermittlung von Grundkenntnissen über wissenschaftliche Evidenzsicherung in Bildungsin­stitutionen.

Anträge für die zweite Förderperiode (24 Monate) sind in elektronischer Form auf CD-ROM und in zweifacher, ungebundener, gelochter Ausfertigung bis spätestens 17. Januar 2011 unter dem Stichwort "SPP 1409" bei der DFG einzureichen. Ein weiteres Exemplar des Antrages ist in elektronischer Form direkt an den Koordinator des SPP zu senden.

Es können sowohl Fortsetzungsanträge als auch Neuanträge gestellt werden. Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, auch Anträge gemeinsam mit auswärtigen Kooperationspartnern sowie Anträge für Transferprojekte zu dieser Thematik zu stellen.

Weiterführende Informationen

Antragstellung

Anforderungen zum inhaltlichen und formalen Aufbau des Antrages regelt das DFG-Merkblatt 1.02 „Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen mit Leitfaden für Antragstellung“.

Koordination und Betreuung

Das Schwerpunktprogramm wird von Prof. Dr. Rainer Bromme, Universität Münster, FB Psychologie & Sportwissenschaft, Fliednerstraße 21, 48149 Münster (bromme@uni-muenster.de) koordiniert. Mitarbeiterin des Koordinationsprojektes ist Dr. Dorothe Kienhues (kienhues@uni-muenster.de).

Den Rahmenantrag zum SPP 1409 finden Sie in Deutsch und Englisch (für etwaige auswärtige Kooperationspartner) unter http://wissenschaftundoeffentlichkeit.de/DFG-SPP1409.

Ansprechpartnerin für Fragen der Antragstellung bei der DFG
Ruth Krämer, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Kennedyallee 40, 53175 Bonn, Tel. +49 228 885-2381, ruth.kraemer@dfg.de

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