Schwerpunktprogramm SPP 1476

"Kleine Werkzeugmaschinen für kleine Werkstücke"

(PresseBox) (Bonn, ) Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des Schwerpunktprogramms "Kleine Werkzeugmaschinen für kleine Werkstücke" (SPP1476) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre bestehend aus zwei dreijährigen Förderperioden vorgesehen.

Ziel dieses Schwerpunktprogramms ist die Entwicklung und prototypische Erprobung wissenschaftlich fundierter Methoden, um neuartige Werkzeugmaschinen für die Mikrofertigung bauen zu können, die in ihren charakteristischen technologischen und technischen Kenngrößen an die zu fertigenden Mikrowerkstücke angepasst sind. Im Rahmen des Schwerpunktprogramms findet eine Konzentration auf Werkzeugmaschinen für trennende Verfahren unter Nutzung mechanischer (Spanen), thermischer (Laser), elektrothermischer (Funkenerosion) und elektrochemischer Energie statt. Erwartet wird, dass die neuen Maschinen technische, ökonomische und ökologische Vorteile besitzen. So sollen die Maschinen die Herstellung komplexer Werkstücke mit höherer Genauigkeit aus einem großen Werkstoffspektrum ermöglichen und sich zudem durch eine immanent höhere Veränderbarkeit in Struktur und Aufstellort auszeichnen. Ökonomische und ökologische Vorteile sollen durch geringe Kosten und durch einen geringeren Ressourcenverbrauch für Herstellung und Betrieb der Maschine realisiert werden. Erwartet wird insbesondere, dass durch das Unterschreiten einer kritischen Größe der zu entwickelnden Fertigungsmaschinen die Befähigung zu einer sprungartigen Verbesserung der genannten Eigenschaften erreicht wird.

Zielsetzung im ersten Antragszeitraum (2010-2013) ist die Schaffung von neuen Komponenten und Modulen für die Mikrofertigung. Ausgehend von der Analyse der Elemente-Funktions-Zuordnungen heutiger Werkzeugmaschinenkonzepte wird für einzelne Technologien oder Maschinenarten eine Dekomposition der Zuordnung zwischen Maschinenelementen und Funktionen der Werkzeugmaschinen durchgeführt. Für exemplarische Einzelverfahren oder Prozessketten sollen dann die benötigten, möglichen oder zu entwickelnden Befähiger und Basistechnologien ausgewählt und qualifiziert werden. Diese sollen die Verwendung neuer Basistechnologien wie zum Beispiel neue Werkstoffe, Funktionswerkstoffe, Kinematiken und Topologien, Steuerungs-/Regelungsverfahren, Modularisierungskonzepte sowie mechanische, energetische und Informations-Schnittstellen ermöglichen. Am Ende dieser Phase sollen neue Bearbeitungsmodule, die eine neue Zuordnung von einzelnen, vorzugsweise aber multiplen Funktionen ermöglichen, realisiert sein. Unter Funktionen werden hierbei nicht die Bearbeitungsverfahren, sondern die technischen Funktionen, die Werkzeugmaschinen zur Erzeugung geometrisch bestimmter Werkstücke erfüllen müssen, verstanden.

Zu Beginn des zweiten Antragszeitraums (2014-2016) soll die Entwicklung von multifunktionalen Modulen abgeschlossen werden. Im Vordergrund des zweiten Antragszeitraums steht die Synthese und Komposition dieser Module zu arbeitsfähigen Einheiten. In einer abschließenden Komplexitätsphase sollen aus den entwickelten Einheiten ad hoc Werkzeugmaschinen oder Maschinengruppen integriert und desintegriert werden können, die an relevante Bearbeitungsprozesse oder Prozessketten der Mikrogeometrieerzeugung optimal angepasst sind.

Nicht gefördert werden Anträge,

- deren Inhalt die rein geometrische Skalierung heutiger Kinematiken, Elemente (Gestelle, Antriebe, Führungen, Steuerungen, Regelungen) und Konzepte von Werkzeugmaschinen für die Mikrofertigung ist.
- die keine Miniaturisierung mittelbar oder unmittelbar als Technologiebefähiger nutzen.
- deren Dimensionen der zu bearbeitenden Geometrie oder Strukturen außerhalb der Mikrofertigung liegen. Im Fokus sollen also nur wenige Millimeter große Werkstücke oder Werkstücke mit Strukturen im Mikrometerbereich liegen.
- ohne erkennbare Interdisziplinarität: Die Interdisziplinarität muss mindestens durch entsprechende Schnittstellen zu anderen Fachgebieten in den Anträgen sichtbar gemacht werden.
- deren Schwerpunkt es ist, Wissen über die primären Prozessgrößen und physikalische Größeneffekte zu generieren. Dieses Wissen wird als bekannt vorausgesetzt.
- die die geforderte Modularität der Werkzeugmaschine nicht berücksichtigen.
- die die Montage, den Vorrichtungsbau oder die Mikrosystemtechnik zum Inhalt haben.
- die primär Subkinematiken für bestehende Werkzeugmaschinen betrachten.

Vollständige Anträge sind in einfacher, ungebundener, gelochter Ausfertigung sowie zusätzlich in elektronischer Form, die alle Anlagen (Publikationen, Angebote etc.), vorzugsweise als PDF-Datei, enthält, bis zum 19.10.2009 unter dem Stichwort "SPP 1476" bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft einzureichen. Ein weiteres Exemplar des Antrags ist jeweils in elektronischer Form an den Koordinator des SPP zu senden. Die Begutachtung ist mit einem Antragskolloquium verbunden, das voraussichtlich im Januar 2010 stattfindet.

Weitere Informationen

Weiterführende inhaltliche und organisatorische Informationen finden sich unter: www.spp1476.de/

Bitte beachten Sie beim Aufbau des Antrages das DFG-Merkblatt 1.02 "Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen mit Leitfaden für Antragsstellung" unter: www.dfg.de/forschungsfoerderung/formulare/download/1_02.pdf

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