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Neues DFG-Forschungszentrum zur Biodiversität: Entscheidung für Leipzig/Jena/Halle-Wittenberg
Hauptausschuss wählt gemeinsame Bewerbung aus drei Bundesländern aus / Erforschung und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen / 33 Millionen Euro bis zunächst 2016 / Sitz Leipzig
Der Hauptausschuss der DFG hatte bei seiner Entscheidung die Wahl zwischen vier Kandidaten: der FU Berlin, der Universität Göttingen, dem Universitätsverbund Leipzig/Jena/Halle-Wittenberg und der Universität Oldenburg. Sie waren im Juli 2011 vom DFG-Senat unter elf Bewerbungen ausgewählt worden, die nach der Ausschreibung des Zentrums im Oktober 2010 von 15 Universitäten eingereicht worden waren. Die vier vorausgewählten Bewerbungen wurden im Januar 2012 von einer internationalen Prüfungsgruppe vergleichend begutachtet. Auf ihr Votum hin kamen die Bewerbungen der FU Berlin und aus Leipzig/Jena/Halle-Wittenberg als wissenschaftlich gleichermaßen exzellent in die engste Wahl, in der sich das Konsortium aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt durchsetzte.
"Das von den drei Universitäten geplante Zentrum verfügt über das Potenzial, innerhalb weniger Jahre zu einem international sichtbaren Standort der Biodiversitätsforschung zu werden", sagte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner nach der Entscheidung. Das Zentrum stellt vier Leitfragen in den Mittelpunkt: Wie lässt sich Biodiversität erfassen? Wie entsteht und erhält sie sich? Welchen Einfluss hat sie auf das Funktionieren von Ökosystemen? Wie kann sie geschützt werden? Die Beantwortung dieser Fragen soll in fünf Forschungsfeldern zu Biodiversitätstheorie, Interaktionsökologie, Evolution und Adaption, Biodiversitätsschutz und Biodiversitätssynthese vorangetrieben werden. Ein Synthesezentrum will die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen der Biodiversitätsforschung und die kreative Weiterentwicklung des gesamten Gebietes fördern. Die am iDiv beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen aus der Biologie, Chemie und Physik, den Geo- und Wirtschaftswissenschaften und der Informatik.
Neben dem wissenschaftlichen Konzept des Zentrums überzeugten vor allem die wissenschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen an den drei benachbarten Standorten. Die drei beteiligten Hochschulen verfügen schon jetzt über ein ausgeprägtes Profil und zahlreiche, auch international ausgerichtete Forschungsprojekte in den Biodiversitätswissenschaften. An dem neuen Zentrum ist darüber hinaus eine Reihe außeruniversitärer Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter mehrere Max-Planck-Institute, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig und Institute der Leibniz-Gemeinschaft. Die Zusammenarbeit der drei Universitäten mit den außeruniversitären Einrichtungen - die sich bis zur gemeinsamen, länderübergreifenden Finanzierung von neuen Professuren, Arbeitsgruppen und Infrastruktur erstreckt - wurde als vorbildlich gewertet.
Insgesamt sollen an dem Forschungszentrum 13 neue Professuren und Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Große Bedeutung wird der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses beigemessen, die unter anderem in einer integrierten Graduiertenschule erfolgen soll. Einen Schwerpunkt will das Zentrum auch auf die Vermittlung seiner Forschungen in die Öffentlichkeit legen.
Das neue Zentrum ist die siebte Einrichtung im Programm der Forschungszentren, das im Jahr 2000 von der DFG als besonders strategisches Förderinstrument initiiert wurde. Die ersten drei Zentren - "Der Ozean im Erdsystem" in Bremen, "Funktionelle Nanostrukturen" in Karlsruhe und "Experimentelle Biomedizin" in Würzburg - wurden 2001 eingerichtet und zuletzt 2009 bis Mitte 2013 verlängert. Zwei weitere Zentren - "Matheon - Mathematik für Schlüsseltechnologien" in Berlin und "Molekularphysiologie des Gehirns" in Göttingen - wurden 2002 eingerichtet und zuletzt 2010 bis 2014 verlängert. 2006 erfolgte der Start für das Forschungszentrum "Regenerative Therapien" in Dresden, das sich aktuell in der zweiten Förderperiode bis Ende 2013 befindet. Forschungszentren können maximal bis zu zwölf Jahren gefördert werden.
Mit ihrer gebündelten wissenschaftlichen Kompetenz und ihren Kooperationen zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen wurden die Forschungszentren auch zum Modell für die Exzellenzcluster in der Exzellenzinitiative; vier der sechs Zentren werden auch als Exzellenzcluster gefördert. Anders als die Exzellenzcluster werden die Zentren von der DFG jedoch thematisch gezielt ausgeschrieben. Sie sollen international sichtbare Forschungseinrichtungen schaffen, die Profile der jeweiligen Hochschulen schärfen und exzellente Ausbildungs- und Karrierebedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs begründen.
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