Informationstechnik als Rückgrat moderner Hochschulen

DFG-Kommission für IT-Infrastruktur legt neue Empfehlungen vor

(PresseBox) (Bonn, ) Für den Erfolg von Hochschulen und Universitätsklinika im nationalen und internationalen Wettbewerb muss die IT-Infrastruktur für Forschung, Lehre, Organisation und Krankenversorgung effizient ausgestaltet sein. Wie dies in Zukunft geschehen kann, zeigen die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) herausgegebenen neuen Empfehlungen der Kommission für IT-Infrastruktur (KfR), die jetzt unter dem Titel "Informationsverarbeitung an Hochschulen - Organisation, Dienste und Systeme" erschienen sind, für den Zeitraum von 2011 bis 2015. Wie wichtig dies ist, betont auch DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner in seinem Vorwort: "Informationstechnik ist zum unverzichtbaren Teil jeder Forschungsinfrastruktur, Information zu einem zentralen Standortfaktor für Wissenschaft und Wirtschaft geworden."

Auf über 50 Seiten beleuchten die KfR-Empfehlungen die Entwicklung der klassischen Rechenzentren hin zu modernen IT-Servicezentren mit dem Ziel eines Integrierten Informationsmanagements. Sie rücken die stärkere Betrachtung der tatsächlichen Gesamtkosten von IT-Systemen ebenso ins Zentrum wie die Verankerung der IT-Strategie auf der Leitungsebene der Hochschulen. Sie befassen sich mit aktuellen Phänomenen wie der unter dem plakativen Schlagwort "Green IT" subsummierten Thematik der Energieeffizienz von IT-Produkten - oder dem enormen Potenzial neuer, derzeit noch nicht beherrschter Technologien wie dem "Exascale-Computing". Zudem thematisieren sie die signifikanten Veränderungen, die sich aus dem Wegfall des im Zuge der Föderalismusreform ausgelaufenen Hochschulbauförderungsgesetzes sowie dem Ende beziehungsweise der Änderung weiterer Programme ergeben haben. Markante Punkte sind hierbei der Wegfall des Computer-Investitions-Programms, die Änderungen im Wissenschaftler-Arbeitsplatzrechner-Programm sowie die nicht immer einfache Abgrenzung zwischen den Förderkriterien nach Art. 91b GG und Art. 143c GG.

Mit ihren Empfehlungen reagiert die DFG-Kommission nicht zuletzt auf wissenschaftspolitische Entwicklungen der letzten Jahre, welche die Hochschulen dazu angeregt haben, das Anforderungsprofil an die IT-Infrastruktur qualitativ und quantitativ zu erweitern - gerade auch, da diese Entwicklungen ohne eine verbesserte IT-Infrastruktur gar nicht mehr beherrschbar wären: namentlich die Exzellenzinitiative, strukturelle Reformen zur größeren Eigenständigkeit der Hochschulen oder die zunehmende Vernetzung über Institutionen und Ländergrenzen hinweg, aber auch Entwicklungen auf internationaler Ebene wie der Bologna-Prozess oder der Wettbewerb um internationale Fördermittel und die besten Köpfe.

"Die IT-Infrastruktur ist somit zum Rückgrat moderner Hochschulen geworden", resümiert der KfR-Vorsitzende Professor Hans-Joachim Bungartz. "Sie betrifft und beflügelt alle deren Bereiche wie Forschung, Lehre, Verwaltung, Leitungsstrukturen oder Hochschulmedizin. Nicht Kostenersparnis, sondern optimal unterstützte Prozesse sind dabei das Ziel. Für die Hochschulen bedeutet dies neben einer ganzheitlichen Konzeption und Definition aller Prozesse vor allem auch die Bereitstellung der qualitativ und quantitativ erforderlichen Ressourcen, insbesondere hoch qualifizierten Personals."

Die KfR-Empfehlungen richten sich an Antragsteller von Hochschulen und an Hochschulleitungen als Ganzes sowie an zuständige Stellen bei Bund und Ländern. Sie sollen den genannten Zielgruppen einen Überblick sowie eine Entscheidungshilfe bei der nachhaltigen Gestaltung IT-relevanter Prozesse an Hochschulen geben. Auch mit den neuen Empfehlungen zur "Informationsverarbeitung an Hochschulen - Organisation, Dienste und Systeme" begleitet und berät die DFG die Hochschulen auf ihrem Weg zu noch stärker von Informationstechnik durchdrungenen Strukturen und Abläufen.

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