Die Zahlungsbilanz des Euro-Waehrungsgebiets (April 2009)

(PresseBox) (Frankfurt, ) Im April 2009 wies die saison- und arbeitstäglich bereinigte Leistungsbilanz des Euro- Währungsgebiets ein Defizit von 5,9 Mrd EUR auf. In der Kapitalbilanz waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen Nettokapitalabflüsse in Höhe von 7 Mrd EUR zu verzeichnen.

Leistungsbilanz

Die saison- und arbeitstäglich bereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets wies im April 2009 ein Defizit von 5,9 Mrd EUR auf (in nicht bereinigter Betrachtung entspricht dies einem Defizit von 9,2 Mrd EUR). Dahinter verbargen sich Minussalden bei den laufenden Übertragungen (8,8 Mrd EUR) und den Erwerbs- und Vermögenseinkommen (2,7 Mrd EUR), die nur teilweise durch Überschüsse bei den Dienstleistungen (2,9 Mrd EUR) sowie im Warenhandel (2,6 Mrd EUR) aufgewogen wurden. Im Warenhandel wurde nach fünf aufeinanderfolgenden Monaten mit Defiziten erstmals ein Überschuss erzielt.

Bei der über zwölf Monate kumulierten, arbeitstäglich bereinigten Leistungsbilanz wurde im April 2009 ein Defizit in Höhe von 105,7 Mrd EUR (rund 1,1 % des BIP im Euro- Währungsgebiet) verzeichnet, nachdem hier ein Jahr zuvor ein Minussaldo von 13,4 Mrd EUR ausgewiesen worden war. Diese Erhöhung ergab sich aus einem Umschwung im Warenhandel von einem Überschuss (37,5 Mrd EUR) hin zu einem Defizit (11,8 Mrd EUR), aus einer Zunahme des Passivsaldos bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen (von 9,7 Mrd EUR auf 32,5 Mrd EUR) und bei den laufenden Übertragungen (von 93,3 Mrd EUR auf 96,6 Mrd EUR) sowie aus einer Verringerung des Überschusses bei den Dienstleistungen (von 52,0 Mrd EUR auf 35,2 Mrd EUR).

Kapitalbilanz

In der Kapitalbilanz kam es im April 2009 bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo zu einem Mittelabfluss in Höhe von 7 Mrd EUR, was auf Nettokapitalabflüsse sowohl bei den Wertpapieranlagen (6 Mrd EUR) als auch bei den Direktinvestitionen (1 Mrd EUR) zurückzuführen war.

Die moderate Entwicklung bei den Direktinvestitionen ergab sich aus Nettokapitalabflüssen bei den sonstigen Anlagen (vor allem Krediten zwischen verbundenen Unternehmen) (1 Mrd EUR). Die Direktinvestitionen in Form von Beteiligungskapital und reinvestierten Gewinnen waren ausgewogen. Was diese Kategorie von Direktinvestitionen angeht, so waren die im April 2009 verzeichneten recht hohen Beträge sowohl bei den Nettoinvestitionen im Eurogebiet ansässiger Unternehmen im Ausland als auch bei den Nettoinvestitionen gebietsfremder Unternehmen im Euroraum (48 Mrd EUR) in erster Linie auf eine Transaktion zurückzuführen, die von einer im Eurogebiet niedergelassenen Verbriefungszweckgesellschaft (FVC) von einem Drittland in ein anderes weitergeleitet wurde. Folglich wirkte sich diese Transaktion nicht auf den Saldo der Direktinvestitionen aus.

Im Bereich der Wertpapieranlagen waren bei den Aktien- und Investmentzertifikaten Nettokapitalabflüsse in Höhe von 19 Mrd EUR zu verzeichnen, was in erster Linie dem Nettoverkauf von Aktien- und Investmentzertifikaten des Euroraums durch Gebietsfremde zuzuschreiben war, der wiederum teilweise durch Mittelzuflüsse bei den Schuldverschreibungen von per saldo 13 Mrd EUR ausgeglichen wurde. Letztere ergaben sich vornehmlich aus dem Nettoerwerb von Geldmarktpapieren des Eurogebiets durch Gebietsfremde.

Bei den Finanzderivaten wurden Nettokapitalimporte in Höhe von 7 Mrd EUR verzeichnet.

Der übrige Kapitalverkehr wies per saldo Kapitalzuflüsse in Höhe von 3 Mrd EUR aus. Ursächlich hierfür waren Nettokapitalimporte bei den übrigen Sektoren (26 Mrd EUR) und beim Staat (9 Mrd EUR), die größtenteils durch Mittelabflüsse beim Eurosystem von per saldo 31 Mrd EUR sowie bei den MFIs (ohne Eurosystem) (2 Mrd EUR) ausgeglichen wurden.

Die Währungsreserven (ohne Bewertungseffekte) waren ausgeglichen. Der vom Eurosystem gehaltene Bestand an Währungsreserven belief sich Ende April 2009 auf 387 Mrd EUR.

Im Zwölfmonatszeitraum bis April 2009 wurden bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo kumulierte Mittelzuflüsse von 296 Mrd EUR verzeichnet, verglichen mit Nettokapitalabflüssen von 40 Mrd EUR ein Jahr zuvor. Dieser Umschwung resultierte hauptsächlich aus einem Anstieg der Nettokapitalimporte bei den Wertpapieranlagen (von 131 Mrd EUR auf 497 Mrd EUR), der zum größten Teil eine Verlagerung von Nettoabflüssen zu Nettozuflüssen bei den Geldmarktpapieren widerspiegelte. Die gestiegenen Nettokapitalzuflüsse bei den Wertpapieranlagen wurden bis zu einem gewissen Grad durch höhere Nettokapitalabflüsse bei den Direktinvestitionen (201 Mrd EUR nach 171 Mrd EUR) gemindert

Datenrevisionen

Neben den Zahlungsbilanzdaten für April 2009 enthält diese Pressemitteilung auch Datenrevisionen für März 2009, wodurch sich bei den Direktinvestitionen per saldo geringere Nettokapitalabflüsse (19 Mrd EUR statt 25 Mrd EUR) und bei den Wertpapieranlagen geringere Nettokapitalimporte (86 Mrd EUR statt 96 Mrd EUR)ergeben.

Zusätzliche Informationen zur Zahlungsbilanz und zum Auslandsvermögensstatus des Euro-Währungsgebiets

Eine vollständige Reihe aktualisierter Statistiken zur Zahlungsbilanz und zum Auslandsvermögensstatus des Euro-Währungsgebiets steht auf der Website der EZB im Abschnitt "Statistics" unter "Data services"/"Latest monetary, financial markets and balance of payments statistics" zur Verfügung. Diese Statistiken sowie historische Zeitreihen zur Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets können auch über das Statistical Data Warehouse (SDW) der EZB heruntergeladen werden. Die Ergebnisse bis April 2009 werden zudem in der Ausgabe des EZB-Monatsberichts und des "Statistics Pocket Book" vom Juli 2009 veröffentlicht. Detaillierte methodische Erläuterungen sind auf der Website der EZB abrufbar. Die nächste Pressemitteilung zur monatlichen Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets erscheint am 23. Juli 2009.

Anhang
Tabelle 1: Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets - saison- und arbeitstäglich bereinigte Angaben
Tabelle 2: Monatliche Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets - nicht saisonbereinigte Angaben.

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