Durchstarten mit gebremstem Schub

Deloitte-Report: A&D-Branche zeigt sich stabil

(PresseBox) (Stuttgart/München, ) Unternehmen der zivilen und militärischen Luftfahrt (Aerospace & Defense) haben sich in den vergangenen Monaten als vergleichsweise krisenresistent erwiesen. Laut dem Deloitte-Report "Holding steady - 2010 Midyear outlook for the global aerospace and defense sector" ist zwar auch hier nennenswertes Wachstum ausgeblieben, doch wurde die Branche von dramatischen Einbrüchen weitgehend verschont. Dabei sind die einzelnen Segmente unterschiedlich betroffen: Die zivile Luftfahrt - vor allem in den aufstrebenden Wirtschaftsräumen - verheißt positive Perspektiven, während der militärische Bereich mit zunehmenden Herausforderungen und Problemen rechnen muss. Hier kommt es auf neue Konzepte und kreative Ansätze an, um stagnierende Verteidigungsbudgets insbesondere der USA und Europas zu kompensieren. Im Bereich Fracht- und Passagiermaschinen erholt sich hingegen der Markt, aber auch bei Kleinflugzeugen und Privatjets rechnen Experten wieder mit einer moderaten Nachfrage.

"Die Aerospace-&-Defense-Branche signalisiert Stabilität auf Vorjahresniveau: Im Jahr 2009 nahmen die Gesamtumsätze der Branche zwar zumindest um 1,3 Prozent zu, die Erträge sanken gegenüber 2008 jedoch um 15 Prozent. Diese Tendenz wird sich auch in 2010 fortsetzen. In der ersten Jahreshälfte fielen die Umsätze der 25 wichtigsten Player um ein Prozent, die operativen Gewinne gaben um 1,9 Prozent nach und die operativen Margen sanken durchschnittlich um 0,9 Prozent", kommentiert Michael Hessenbruch, Partner A&D bei Deloitte.

Mehr Verkehrsflugzeug-Bestellungen nach 15-Jahres-Tief

Anlass zum Optimismus gibt die Tatsache, dass die Nachfrage in der Passagierbeförderung derzeit spürbar anzieht. Branchenkenner rechnen beim Verkehrsaufkommen für die nächsten Jahre mit Wachstumsraten von bis zu fünf Prozent – parallel dazu stiegen die Bestellungen bei den Herstellern wieder an. Bis Mai 2010 nahm der Absatz gegenüber dem Vorjahr sogar um 127 Prozent zu – Schwerpunkt der Nachfrage liegt in Asien. Davon abgesehen haben die großen Flugzeughersteller mit insgesamt 979 ausgelieferten Maschinen im Krisenjahr 2009 einen Rekord aufgestellt.

Business-Jets wieder gefragt

Bei Kleinflugzeugen und Business-Jets, bei denen die Krise deutliche Bestelleinbußen zur Folge hatte, sind die Aussichten verhalten. Die Hersteller gehen davon aus, dass die Talsohle 2010 erreicht ist und die nächsten Quartale sogar ein kleines Plus bringen werden. Anlass dazu gibt unter anderem eine wieder wachsende Nachfrage von Chinesen, Russen und Arabern. Zudem lockert sich die Kapitalklemme der Hersteller, denn auch die Börsen erholen sich, was sich vor allem belebend auf die private Nachfrage auswirkt.

Verteidigungsindustrie muss umdenken

Weniger rosig ist die Lage im militärischen Sektor. Schrumpfende Verteidigungsbudgets, repriorisierte Programme und verschobene Bestellungen bringen die Hersteller in Bedrängnis. Hier gilt es, nach neuen Ansätzen, Möglichkeiten und Märkten zu suchen, zum Beispiel im Bereich missions-relevanter Softwareintegration, Simulationsfähigkeit, Energiebündelung, Identification/Reconnaissance/Surveillance sowie Energie und Infrastruktursicherheit. Ein Wachstumsmarkt ist Indien: Die Rüstungsausgaben des Landes steigen kontinuierlich – entsprechend attraktiv ist der dortige Markt für europäische und US-Anbieter. Die Lage im militärischen Bereich hängt stark von geopolitischen Entwicklungen ab, sodass belastbare Prognosen für das komplette Segment schwer fallen.

M&A: Player stellen sich neu auf

Bei Mergers & Acquisitions ist jüngst ein Anstieg der Aktivitäten zu verzeichnen. Schon 2009 lag die Zahl der Transaktionen um zehn Prozent höher als im Vorjahr. Faktoren wie besserer Kapitalzugang und wachsendes Interesse sowohl strategischer Käufer als von Private Equity lassen mit einer weiteren Zunahme von Firmenkäufen rechnen. Vor allem die großen Player werden aggressiver und übernehmen kleine Unternehmen mit attraktiven Innovationspotenzialen.

„Die Stärke der gesamten Branche ist erstaunlich: Selbst in schwierigen Zeiten hat es keine bedeutenden Pleiten oder Zusammenbrüche gegeben, die Zahl der Beschäftigen blieb im Großen und Ganzen erhalten und die finanzielle Situation – obschon derzeit weit von dynamischem Wachstum entfernt – zeigt sich immerhin stabil“, schließt Michael Hessenbruch.

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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