Mannheimer "Illig-Wert": Neuer Maßstab in der gesamten deutschen Automobilindustrie

(PresseBox) (Mannheim, ) .
- Neuer Messwert für Schmutzpartikelmessung
- Hans Illig, Mitarbeiter des Mercedes-Benz Werk Mannheim ist Erfinder des neuen Messwerts
- „Illig-Wert“ misst ab sofort technische Sauberkeit in der gesamten Automobilindustrie
- Hermann Doppler, Leiter Mercedes-Benz Werk Mannheim: „Ich bin sehr stolz – es zeigt, dass der Erfindergeist von Mercedes-Benz in Mannheim noch immer ungebrochen ist und aktiv gelebt wird.“
- “Der Illig-Wert ist ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zu mehr technischer Sauberkeit in der Motorenfertigung und schon heute sehr praktikabel in der Beschreibung komplexer Sauberkeitszustände“, so Dipl. Physiker Markus Rochowicz, Mitarbeiter des Fraunhofer-Institut Produktionstechnik

Der so genannte "Illig-Wert" ist seit November fest beim Verband der Automobilindustrie e. V. verankert und gilt ab sofort als Maßstab für technische Sauberkeit in der gesamten Automobilindustrie. Die Methodik von Hans Illig, Mitarbeiter im Restschmutzlabor der Werkstoff- und Prozesstechnik im Mercedes-Benz Werk Mannheim, partikuläre Verunreinigungen zu bemessen, ist mittlerweile weit über die Werksgrenzen hinaus bekannt und trägt seinen Namen.

Hermann Doppler, Leiter Mercedes-Benz Werk Mannheim: "Ich bin sehr stolz - es zeigt, dass der Erfindergeist von Mercedes-Benz in Mannheim ungebrochen ist und aktiv gelebt wird."

Hans Illig arbeitet seit 23 Jahren im Werk Mannheim, seit fünf Jahren hat er sich ganz dem Thema "Technische Sauberkeit" verschrieben. Bei der "technischen Sauberkeit" geht es um winzigste Schmutzpartikel, die mit komplexen Apparaturen separiert und mit speziellen Mikroskopen ausgewertet werden. Der gelernte Elektroingenieur erfasst heute mit seinen modernen Apparaturen 20.000 Schmutzpartikel in nur zwei Minuten.

Die Herausforderung besteht darin, die Vielzahl der gefundenen Partikel mit nur einer Maßzahl zu bewerten. Mit Hilfe eines mathematischen Modells, das Illig selbst entwickelt hat, lässt sich das Risiko der Verschmutzung durch Partikelniederschlag konkret bewerten und Gegenmaßnahmen einleiten. Diese Maßzahl ist der sogenannte "Illig-Wert". "Wir messen Sauberkeit in der Luft, in Flüssigkeiten und am Bauteil selbst. Denn moderne Maschinen und insbesondere heutige Verbrennungsmotoren stellen sehr hohe Anforderungen an technische Sauberkeit", erläutert Illig. "Es geht hier keineswegs mehr um große Späne oder um Kolbenfresser. Nur sauber gebaute Motoren erfüllen das gesetzlich vorgeschriebene Abgasverhalten. Kleinste zusätzliche Riefen in der Zylinderlauffläche führen zu mehr Ölverschleppung in den Brennraum und somit zu schlechten Emissionen."

Wie wichtig technische Sauberkeit in der Produktion für die Qualität der Produkte ist, unterstreicht der in dieser Woche erschienene VDA-Band 19.2 "Technische Sauberkeit in der Montage", der sich in einem Kapitel mit dem neuen Messwert befasst. "Der Illig-Wert ist ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zu technischer Sauberkeit in der Motorenfertigung und schon heute sehr praktikabel in der Beschreibung komplexer Sauberkeitszustände", so Dipl. Physiker Markus Rochowicz, Mitarbeiter des Fraunhofer-Institut Produktionstechnik und Automatisierung und Co-Autor des VDA-Bands.

In Mannheim setzt man auf die Sensibilisierung der Mitarbeiter in diesem Thema. Dazu erstellt das Kompetenzzentrum für technische Sauberkeit unter der Leitung von Dr. Paul Kindermann am Standort Mannheim mit Hilfe von "Partikelfallen" eine "Schmutzlandkarte" des Werks und berät die Fachbereiche bei der Produktion bzw. Lagerung der Bauteile. Mit speziell zugeschnittenen Workshops schaffen die Mitarbeiter der Werkstoff- und Prozesstechnik mehr Bewusstsein für die notwendige technische Sauberkeit vor Ort. So wurden beispielsweise staubige Betonstrassen im Werk versiegelt und Fertigungs- bzw. Montageprozesse optimiert oder gar verlegt.

Weitere Informationen von Mercedes-Benz sind im Internet verfügbar:
www.media.daimler.com und www.mercedes-benz.com

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