Branchenorganisation GS1 veröffentlicht neue RFID-Richtlinien

Während des gesamten Transportweges wird der Echtzeit-Zugriff auf Produktinformationen möglich

(PresseBox) (Köln/Bochum, ) Die Branchenorganisation GS1, bekannt für Dienstleistungen und Standards rund um den Barcode und die Funktechnologie RFID, hat neue Richtlinien zum Umgang mit passiven RFID-Transpondern (UHF) veröffentlicht. Bereits 2009 veröffentlichte die GS1 eine Informationsschrift, die dem Einzelhandel bei der Installation von RFID-Lösungen zur Vereitelung von Diebstählen helfen sollte. Dieses Mal geht es unter anderem darum, den Herstellern von RFID-Etiketten die Besonderheiten einzelner Transportmittel -etwa Trucks, Eisenbahnwagons und Ozean-Container- zu verdeutlichen und einen Leitfaden zu veröffentlichen, wie und wo die Transponder am besten auf See- und Luftfrachtcontainern sowie Holzflachpaletten angebracht werden sollten. Zudem sollen die Richtlinien beschreiben, wie Unternehmen ihre Transportmittel mit der RFID-Technologie auf Basis des EPCglobal-Standars am besten identifizieren können.

Grundsätzlich besteht ein RFID-System immer aus einem Lesegeräte und dem Herzstück, dem Transponder, welcher am zu identifizierenden Objekt angebracht ist. Dieser besteht aus einer Antenne und einem winzigen Computerchip, welcher die Produktdaten speichert. Wird der Transponder mit Radiowellen vom Lesegerät angefunkt, so gibt sich dieser zu erkennen, indem er eine weltweit eindeutige unverwechselbare Nummer, den EPC-Code, zurückfunkt. Was für das Auto das Kennzeichen ist, ist also für die Palette der Funkchip mit identifikationsnummer.

Eine internationale Arbeitsgruppe, der führende Hersteller, Händler sowie Logistik- und IT-Dienstleister angehören, hat die neuen GS1 Richtlinien erarbeitet. Zugrunde liegen die Erfahrungen aus drei Transport- und Logistik-Pilotprojekten, die durch GS1 EPCglobal, der RFID Initiative von GS1, initiiert wurden. Das zuletzt abgeschlossene Projekt ermöglicht es den Partnern einer Versorgungskette und den Zollbehörden, in Echtzeit auf Informationen über Produkte und deren Versendung während des gesamten Transportweges zuzugreifen. Durch diese vollständige Digitalisierung von Lieferketten weiß jeder Zwischen- und Endhändler, wer das Produkt gemacht hat, wo es schon war und wohin es unterwegs ist.

Gegenwärtig werden RFID-Systeme oftmals als eine Weiterentwicklung des Barcodes gesehen. Doch wird dieser Vergleich der Technologie nicht gerecht, denn sie bietet mehr Möglichkeiten, als die Barcode-Technologie jemals zu leisten im Stande wäre. Man könnte die Transponder sogar mit Sensoren versehen, die dann zum Beispiel die Temperatur von Produkten überwachen können. "Mit Transpondern und Sensoren ausgestattete Dinge, die als "Smarte Dinge" bezeichnet werden, haben die Möglichkeit, ihre Umgebung wahrzunehmen und eine vollautomatische Maschinen-Maschinen-Beziehung zwischen realen Dingen und bestehenden Informationssystemen herzustellen", heißt es im Buch "RFID - Leitfaden für die Logistik (Hrsg. Werner Franke).

Das bestätigt auch Marc Büttgenbach, Sales Director Labels and Consumables beim Systemlöser Bizerba: "Defizite sind ganz klar der vielfach immer noch vorgenommene Vergleich mit dem Barcode. Dieser Vergleich hinkt, denn RFID kann deutlich mehr, ist aber noch kein Standard. Ein weiteres Defizit ist die Nutzermentalität. Viele wollen RFID nutzen, aber niemand möchte es bezahlen. Denken wir in diesem Zusammenhang an den Lebensmitteleinzelhandel, der vielfach die Lieferanten zu RFID verpflichten möchte, aber im Einkaufspreis keine Aufschläge akzeptiert. Hier muss deutlicher werden, dass, wenn für alle Nutzen entsteht, dann auch alle bezahlen müssen, was dann auch bezahlbar wird". Bizerba hat bereits die Möglichkeit geschaffen, RFID-Transponder unter herkömmliche Etiketten zu platzieren, so dass jeder Hersteller die Technologie nutzen kann, ohne dabei gravierend in den Produktionsablauf eingreifen zu müssen. Bei diesen so genannten Smart-Labels handelt es sich um eine papierdünne Transponderbauform. Die Transponderspule ist dabei auf eine etwa 0,1 Millimeter dicke Plastikfolie aufgebraucht und kann auf der Rückseite des Etiketts befestigt werden. Der Barcode ist ein optisches, der RFID-Chip ein elektronisches Instrument. Beide zusammen würden, so Büttgenbach, am Ende eine optimale Lösung ergeben.

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