Insolvenzverfahren über Dienstleistungs-Spezialisten

ComBase-Gruppe eröffnet und Investor für Teilbereich gefunden

(PresseBox) (Aschaffenburg/Karlstein, ) .
- Bertelsmann-Tochter arvato services übernimmt Logistiksparte
- Insolvenzverwalter Tobias Hoefer arbeitet weiter an Fortführungslösungen für Reparaturservice
- Schwierige Marktbedingungen erschweren Investorensuche

Das Amtsgericht Aschaffenburg hat zum 1. Juli das Verfahren über das Vermögen der ComBase-Gruppe eröffnet. Zum Insolvenzverwalter des international tätigen Spezialisten für Logistik, Reparaturservice und Kundenbetreuung bestellte das Gericht Tobias Hoefer von der Kanzlei Hack | Hoefer, der bereits seit Ende März als vorläufiger Insolvenzverwalter bei ComBase tätig ist.

Einen ersten Erfolg konnte Hoefer unmittelbar vor der Verfahrenseröffnung auf einer Betriebsversammlung mitteilen: Die Logistiksparte von ComBase mit rund 250 Mitarbeitern wird von arvato services, einem führenden Kontraktlogistiker in Deutschland, übernommen. Die entsprechenden Verträge mit der Bertelsmann-Tochter hatte Hoefer in den vergangenen Tagen ausverhandelt. Maßgeblich unterstützt wurde dies durch den Telekommunikationskonzern Telefónica O2 Germany, einer der wichtigsten Auftraggeber von ComBase, der zuvor einen neuen Servicevertrag mit arvato services abgeschlossen hat und damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Arbeitsplätze leistete.

"Mit arvato services haben wir einen Partner gefunden, der eine langfristige Perspektive und eine neue Heimat für die Mitarbeiter bietet", so der Insolvenzverwalter. Über Vertragsdetails haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme steht noch unter den üblichen Vorbehalten der entsprechenden Gremien und der Zustimmung durch die Gläubiger.

Wegen der aktuell schwierigen Marktbedingungen im Telekommunikationsumfeld gestaltet sich die Investorensuche für den ComBase-Geschäftsbereich Reparaturservice dagegen schwieriger. In den vergangenen Wochen haben Hoefer und sein Team in Zusammenarbeit mit dem Management von ComBase ein Restrukturierungs- und Sanierungskonzept erarbeitet mit dem Ziel, das Unternehmen als Ganzes, alle Standorte und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Dazu wurden intensive Verhandlungen mit mehr als einem Dutzend Interessenten geführt. Aufgrund der aktuellen Marktbedingungen und der fehlenden Unterstützung der Hersteller aus dem Consumer-Electronics- und Handy-Bereich, langfristige Reparaturverträge mit dem neuen Investor abzuschließen, konnte die Übernahme von ComBase mit Logistiksparte und Reparaturservice jedoch nicht erreicht werden.

Hoefer wird den Bereich Reparaturservice deshalb zunächst über den 1. Juli hinaus mit rund 420 Mitarbeitern fortführen. "Für die Kunden ändert sich auch mit der Eröffnung des Verfahrens nichts", betonte der Insolvenzverwalter. "Solange die Kunden weiterhin Aufträge an ComBase vergeben und uns weiter die Treue halten, besteht noch Hoffnung auf Erhalt", sagte Hoefer. Gleichzeitig wird der Insolvenzverwalter die Verhandlungen mit Investoren für diesen Teilbereich fortsetzen, um für den Reparaturservice doch noch einen Übernehmer zu finden. Gelingen kann das nur, wenn die Hersteller ihren Teil dazu beitragen und dem Investor ihre Unterstützung zusagen.

Positive Zwischenbilanz

Hoefers Zwischenbilanz fällt positiv aus: In einer sehr schwierigen Marktsituation konnten rund 250 Arbeitsplätze im Logistikbereich gesichert werden, für die rund 420 Mitarbeiter der Reparatureinheit sucht der Insolvenzverwalter mit Hochdruck nach einem neuen Arbeitgeber. Bedingt durch die schwierige globale Wirtschaftssituation und die äußerst schwierigen Umstände im Unternehmen sind Personalanpassungen jedoch bereits jetzt schon unvermeidbar. 130 Mitarbeiter wurden vom Insolvenzverwalter mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens freigestellt.

Der Vorstand der ComBase AG mit Sitz in Karlstein bei Aschaffenburg hatte am 27. März 2009 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Trotz stabiler Auftragslage war es dem Unternehmen nicht gelungen, seine angespannte Liquiditätslage zu stabilisieren. Das zuständige Amtsgericht Aschaffenburg hat daraufhin den Experten für Konzernsanierungen und Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Hoefer von der Kanzlei Hack Hoefer zum vorläufigen Insolvenzverwalter der ComBase AG und ihrer Tochterunternehmen bestellt.

Weitere Informationen:

Die ComBase-Gruppe, die aus einem 1986 gegründeten Unternehmen entstanden ist, bietet weltweit Dienstleistungen rund um den Lebenszyklus elektronischer Produkte in den Bereichen Logistik, Reparaturservice und Kundenbetreuung an. Bei der ComBase-Gruppe sind derzeit knapp 800 Mitarbeiter (inkl. 64 Auszubildende) beschäftigt. Neben den Standorten in Deutschland verfügt die Gruppe über Töchter in der Schweiz und der Ukraine. Sie sollen im Rahmen der Sanierung weitergeführt werden.

Die österreichische Tochtergesellschaft der ComBase AG, die ComBase CEE Holding AG, hatte bereits am 16. März 2009 für sich und ihre Tochtergesellschaften Konkursantrag vor dem Handelsgericht Wien gestellt.

Die Kanzlei Hack Hoefer hat sich auf Insolvenzverwaltungen spezialisiert und beschäftigt bundesweit an sieben Standorten über 90 Mitarbeiter und Rechtsanwälte. Zu den bekanntesten Insolvenzverwaltungen bzw. Sanierungserfolgen von Hack Hoefer zählen der international tätige Felgenhersteller ATS, der Dachziegelhersteller Trost Dachkeramik, das St. Josef-Krankenhaus in Viernheim, Unternehmen der Meffert- sowie der ehemaligen Odenwälder CORONET-Gruppe und die Automobilzulieferer FAGRO sowie Utescheny.

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