EU Emissionshandel: News, Daten und Fakten der KW 44/2010

EUAs verlieren nur geringfügig im Wochenverlauf, obwohl Deutscher Strom auf 8 - Monatstief - Schwacher Dollar drückt Öl in Richtung der 90$ Marke - GB auktionierte 4,4 Millionen EUAs bei EUR 14,51- Spot EUAs bei EUR 14,47 - Spot CERs bei 12,25

(PresseBox) (Mödling, ) Der erste Handelstag der neuen Woche begann relativ ruhig und der CO2 Markt öffnete die Kalenderwoche 44 bei EUR 14,59. Positiven Signalen aus dem Energiekomplex standen einige Verkäufe der größeren Versorgungsunternehmen gegenüber, daher notierten die Zertifikate im Verlauf des Tages durchwegs stabil. Am Abend lag der Schlusskurs bei EUR 14,69 und somit um 6c höher als am Freitag.

Am Dienstag bot sich ein ähnliches Bild, wobei die EUAs diesmal bei EUR 14,65 eröffneten. Im Verlauf des Tages konnten sie jedoch erneut keine bedeutende neue Richtung einschlagen. Der leicht positive Trend des vorangegangen Tages konnte allerdings gehalten werden und daher notierten die Verschmutzungsrechte am Ende des Tages inmitten stabiler Energiepreise bei EUR 14,71 (+2c). In Deutschland wurden unterdessen am Vormittag 870k Spot EUAs nur bei EUR 14,62 auktioniert.

Der EUA Dez 10 Kontrakt erreichte sein Wochenhoch am Mittwoch bei EUR 14,88. Nach dem Erreichen dieses Levels herrschte allerding Zurückhaltung am Markt von den Teilnehmern, da der Ausgang der bevorstehenden Auktion am Donnertag in Großbritannien mit Spannung erwartet wurde. Durch diesen Umstand fiel der EUA Preis wieder auch mangels Kaufinteresse auf den Schlusskurs von Montag (EUR 14,69).

Die Auktion von 4,4 Millionen EUAs in GB am Donnerstag brachte schließlich einen Preis von EUR 14,51. Da von den Marktteilnehmern mit durchwegs höheren Preisen gerechnet wurde, tendierte der EUA Dez Kontrakt in weiterer Folge in Richtung Süden auf ein Wochentief von EUR 14,34. Der äußerst schwache deutsche Strom (8 Monatstief) und fallende CER Preise aufgrund deren Unsicherheit für Abgaben ab 2013 war dafür in gleicher Weise mitverantwortlich. Am Abend notierten die EUAs bei einem Preis von EUR 14,38, dies entsprach einem Minus von 31c.

Am Freitag konnte sich der EUA Dez 10 Kontrakt wieder ein wenig erholen und ging mit einem Preis von EUR 14,51 aus der Woche. Über den Wochenverlauf gesehen entsprach dies einem geringfügigen Minus von EUR 12c.

Spot EUAs verloren über die Handelswoche gesehen ebenfalls 12 Cents und lagen Freitag abends bei EUR 14,47. Spot CERs verloren im Vergleich 25 Cents zu und waren zu Wochenende 12,25 Euro wert. Dadurch vergrößerte sich der EUA/CER Spread auf EUR 2,22. Vor allem die Unsicherheit, welche Arten von CERs ab 2013 seitens der EU für die Abgabe anerkannt werden, waren für diesen Umstand verantwortlich. Mit einer Entscheidung wird frühesten Mitte November gerechnet.

UN wollen 100 Milliarden für Klimaschutz

Für weltweite Klimaprogramme können nach Ansicht der Vereinten Nationen jedes Jahr 100 Milliarden Dollar (72 Milliarden Euro) akquiriert werden. Das Geld solle, beginnend spätestens in zehn Jahren, bei Regierungen wie auch im privaten Bereich eingesammelt werden, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Freitag in New York. «Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber es ist möglich», sagte der Koreaner.

Die Summe war vor knapp einem Jahr auf dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen in Aussicht gestellt worden, allerdings erst vom Jahr 2020 an. Ban hatte daraufhin eine hochrangige Arbeitsgruppe prüfen lassen, ob das Ziel realistisch sei. Das Gremium unter Leitung der Ministerpräsidenten Norwegens, Jens Stoltenberg, und Äthiopiens, Meles Zenawi, kam jetzt zu dem Ergebnis, dass die 100 Milliarden «finanziell machbar und politisch praktikabel» seien. Fast ein Drittel des Geldes erhoffen sich die Berater vom Handel mit Verschmutzungsrechten.

«Es gibt keine Patentlösung und keine Silberkugel», sagte Ban in Anspielung auf mythische silberne Patronen als angeblich sichere Abwehr gegen Monster. «Nötig sind ein nachhaltiger politischer Wille, entsprechende Signale für die Märkte und finanzieller Scharfsinn.» Er werde den Bericht an alle Regierungen schicken und zum nächsten Klimagipfel in drei Wochen im mexikanischen Cancún mitnehmen. «Die Beratergruppe hat uns den Weg gezeigt. Es liegt nun an den Regierungen, zu handeln.»

Greenpeace will die westlichen Regierungen nun beim Wort nehmen. «Es gibt jetzt keine Entschuldigung mehr für versäumtes Handeln», hieß es von der Umweltschutzorganisation. Aber selbst wenn die Länder ihr Versprechen hielten und die einzelnen Programme langfristig finanzierten, gäbe es noch immer kein wirksames Klimaschutzabkommen.
Quelle: dpa

Klimagipfel: USA müssen «später mit ins Boot»

Die Niederlage der demokratischen Partei von US-Präsident Barack Obama bei den Kongresswahlen hat weitreichende Folgen. Unter anderem wird erwartet, dass durch die neue Machtverteilung in Washington Verhandlungen über internationale Klimaschutzverhandlungen erheblich schwieriger werden könnten.

Barbara Lueg, Experten für Internationale Klimapolitik beim WWF (World Wide Fund For Nature), sieht die USA beim Klimagipfel im mexikanischen Cancùn im Dezember aber weiter in der Pflicht.

Welche Auswirkungen hat Obamas Wahlschlappe für Cancùn?

Lueg: «Dass diese Wahl so ausgeht, hat uns jetzt nicht sonderlich überrascht. Deshalb ändert das mit Blick auf die Verhandlungen in Cancùn nicht viel. In Cancùn muss trotzdem dafür gesorgt werden, dass in einzelnen Themengebieten Zwischenschritte erreicht werden, um sich dann zu überlegen, wie man in Südafrika voranschreiten kann.»

Muss man befürchten, dass in den USA nun alle bisherigen Schritte in Richtung Klimaschutz rückgängig gemacht werden?

Lueg: «Der WWF geht davon aus, dass die USA schon ein relativ geringes Anspruchsniveau in den nächsten Jahren haben werden und hofft, dass zumindest dieses Niveau eingehalten wird. Wichtig ist, dass die Angebote, die Herr Obama in Kopenhagen gemacht hat - zum Beispiel die 17 Prozent Emissionsreduktion bezogen auf das Jahr 2005 - weiter eingehalten werden. Als positives Beispiel kann man auch Kalifornien nehmen: Da haben sie probiert, Klimagesetzte zu kippen und das ist zum Glück missglückt.»

Könnten andere Länder die aktuelle Klimaschutz-Position der USA noch beeinflussen?

Lueg: «Der WWF geht nicht davon aus, dass sie die USA zurzeit so weit beeinflussen können, dass sie in Cancùn ein verbindliches Abkommen unterschreiben. Allerdings geht der WWF auch nicht davon aus, dass bereits in Cancún solch ein rechtlich verbindliches Abkommen erreicht wird. Im Moment zeigen die USA auch keine Ambitionen, ein mögliches Abkommen im Jahr 2011 zu unterzeichnen. Man muss sich auch Wege überlegen, wie man wenigstens am Anfang ohne die USA im Klimaschutz voranschreiten kann, um sie dann später mit ins Boot zu holen. Denn weiterhin auf die USA zu warten ist keine Strategie. Ich glaube, es ist sehr wichtig, wie die Europäische Union sich weiterhin positioniert und das sie sich mehr als Vorreiter gibt.»

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