EU Emissionshandel: News, Daten und Fakten der KW 18/2010

(PresseBox) (Mödling, ) .
- EUAs in wildem Auf und Ab
- Zwischenzeitliches 1-Jahres-Hoch am Dienstag
- hohe Volatilität durch gemischte Signale vom Energiekomplex
- Sorge um Stabilität der Eurozone lässt EUAs an Boden verlieren
- CERs noch stärker im roten Bereich
- Meldung über mögliche Abkehr vom 1:1 Verhältnis zu den EUAs lastet auf CER-Markt
- Spot EUAs 15,37
- Spot CERs 13,55

Nach der Rally der letzten Woche ging es auch am Montag - mit einem Schlusskurs von 16,52 Euro steil bergauf am Markt für Emissionszertifikate. Spekulationen, dass die EU-Kommission das Reduktionsziel für 2020 auf 30% anheben könnte, sowie steigende Strompreise in Deutschland beeinflussten die Entwicklung des EUA-Dez10 Kontrakts. Dazu kam ein Feiertag in Großbritannien, wodurch wichtige Londoner Finanzinstitutionen am Carbon Markt fehlten.

Obwohl die EUAs Dienstagvormittag auf einem 12-Monatshoch notiert hatten, brach der Preis bis Börsenschluss auf 15,92 Euro ein. Ausschlaggebend dafür waren der äußerst schwache Öl- bzw. der leicht negative Strompreis, sowie Gewinnmitnahmen der Händler. Im Rahmen der wöchentlichen Auktion verkaufte Deutschland 300.000 EUAs bei 15,91 Euro.

Die Sorge um die wirtschaftlichen Probleme einzelner EU-Länder griff am Mittwoch auch auf den EUA-Markt über. Am Vormittag wurde der Verfall des EUA-Preises am technischen Widerstand bei 15,50 Euro gestoppt. Die Auktion von EUA-Futures in Deutschland erzielte 15,62 Euro, am Abend gingen die EUAs nach einem starken Schluss bei 16,00 Euro aus dem Markt.

Am Donnerstag ging es wieder aufwärts, die Verluste der Vortage wurden bei einem Schlusskurs von 16,19 Euro teilweise wettgemacht. Wie im ganzen Wochenverlauf verlor Öl an Wert, Gas und Strom legten aber zu. Dazu kamen gute Nachrichten über die Performance der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal. Kolportiert wurde, dass CERs ab 2012 nicht mehr im Verhältnis 1:1 zu den EUAs im EU ETS gehandhabt werden könnten, was den EUA/CER Spread merkbar erweiterte.

Am Freitag verloren die Emissionszertifikate knapp einen halben Euro und beendeten damit die Woche bei 15,54 Euro. Trotz stabilen deutschen Stroms waren es massive Verluste bei Öl und die Sorge um die griechische Verschuldungskrise die den Preis erodieren ließen.

Der Spotmarkt folgte den Vorgaben des Dez10 Kontraktes, wobei die EUAs 38 Cent auf 15,37 Euro verloren. Durch die mögliche Einführung eines Multiplikators für die Bewertung von CERs im EU ETS sah es auf dem CER-Markt mit einem Minus von 72 Cent und einem Wochenendkurs von 13,55 Euro noch schlechter aus. Der EUA/CER Spread verbreiterte sich dadurch auf 1,82 Euro.

Ölpest verdüstert Aussicht für Obamas Klimagesetz

Die Ölpest facht unter US-Politikern Widerstand gegen Bohrungen vor der Küste an. Selbst Demokraten drohen das Klimagesetz von Barack Obama zu Fall zu bringen, sollte es neue Erschließungen gutheißen. Dabei wollte der Präsident damit nur seine Umweltziele sichern.

Washington - Irgendwann reichte es auch dem «Gouvernator». «Ich sehe im Fernsehen Bilder von ölverschmierten Vögeln, von Fischern ohne Arbeit, den riesigen Ölteppich, der unsere wertvollen Ökosysteme zerstört», wetterte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, immerhin Republikaner, beim Blick aufs Desaster im Golf von Mexiko. «Das wird hier in Kalifornien nicht passieren!»

Von neuen Ölbohrungen in Ufernähe, wie sie etwa vor Santa Barbara geplant waren, will der frühere Actionstar nichts mehr wissen. Auch sein Gouverneurs- und Parteikollege Charlie Crist aus Florida nicht. Selbst bei den Demokraten - vor allem, wenn sie aus Küstenstaaten stammen - gehen immer mehr Politiker in Opposition zu neuen Erschließungen. Und wer ohnehin dagegen war, verstärkt den Widerstand. Was für Barack Obama und seine angepeilte Klimagesetzgebung paradoxerweise zum Problem wird.

Obama, der eigentlich als bisher «grünster» US-Präsident gilt, will mit dem Vorhaben unter anderem bis zum Jahr 2020 den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase 17 Prozent unter das Niveau von 2005 drücken. Doch das Projekt steckt im US-Senat fest. Angesichts äußerst knapper Mehrheiten sollten Zugeständnisse bei neuen Bohrungen vor der Küste dringend benötigte Stimmen von Republikanern wie konservativen Demokraten sichern. Die heimische Ölproduktion bleibe auch nach der Katastrophe im Golf «ein wichtiger Teil unserer Gesamtstrategie», erklärte entsprechend Obama noch, als schon das besorgniserregende Ausmaß der Ölpest deutlich war. Die Geschehnisse im Golf haben die Strategie nun schwer ins Schlingern gebracht.

Demokraten wie der aus Florida stammende Senator Bill Nelson droht mit schwerem Geschütz, zu dem sonst nur die Opposition greift: «Wenn ich einen Filibuster anwenden muss,(...) dann werde ich das machen», drohte er. Er meint damit die Taktik, einen Gesetzesentwurf durch Dauerreden zu Fall zu bringen, wird er nicht von mindestens 60 der 100 Stimmen in den kleineren Kongresskammer unterstützt. «Dieser Deal ist jetzt nur noch schwieriger, und die Liste der Entschuldigungen, mit denen Parlamentarier das Gesetz versenken können, ist noch einmal länger geworden», urteilt die «Washington Post».

Nächste Woche soll laut «New York Times» der Senatsentwurf endlich vorgestellt werden, nachdem das Repräsentantenhaus seine Version bereits 2009 verabschiedete. Hoffnungen, dass das Gesetz flink die parlamentarischen Hürden nimmt, sind angesichts des Streits ums Öl höchst gedämpft. «Ich schätze, dass sich da im Moment gar nichts bewegt», meint der republikanische Senator Jon Kyl.

Oberwasser haben dagegen jetzt die Umweltgruppen. Bis vor kurzem schien es, als hätten sie die Kröte geschluckt, für ein Klimagesetz inklusive eines Systems zum Emissionshandel eine Ausweitung der Ölbohrungen vor den Küsten in Kauf zu nehmen. Angesichts des Umweltdesasters halten sie nun Pressekonferenzen ab, drehen Fernsehspots und organisieren Demonstrationen, um zusätzliche Erschließungen zu torpedieren und für mehr Klimaschutz zu werben.

«Es ist schwer, in unserer Gesellschaft durch das Geschrei zu dringen und die Leute zum Zuhören zu bewegen», sagte der Direktor der Umweltgruppe Friends of the Earth, David Hirsch, der «Washington Post». «Bedauerlicherweise sind es Zeiten wie diese, in denen es funktioniert. Das sind die Momente, in denen zugehört wird.»
Quelle: dpa

USA melden Rekord-Minus bei CO2-Ausstoß

Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in den USA ist nach offiziellen Angaben 2009 um sieben Prozent gesunken und damit so stark wie nie seit Beginn der Statistik vor gut 60 Jahren. Gestiegenes Umweltbewusstsein alleine sei aber nicht der Grund, teilte die Behörde für Energie-Information (EIA) am Mittwoch mit.

Auch die massive Konjunkturkrise habe beigetragen, zusammen mit einem anhaltenden Trend zu einer insgesamt weniger energiehungrigen Wirtschaft und Energiequellen, die weniger CO2 freisetzen, das als einer der wichtigsten Verursacher der Klimaerwärmung gilt.

Den EIA-Angaben zufolge ist der Kohlendioxid-Ausstoß in den USA seit Anfang des neuen Jahrtausends im Durchschnitt um lediglich 0,9 Prozent pro Jahr zurückgegangen. In den 90er Jahren hingegen gelangten im Schnitt noch jedes Jahr 1,4 Prozent mehr des Treibhausgases in die Atmosphäre. Die größte Volkswirtschaft der Welt und die aufstrebende Wirtschaftsmacht China sind derzeit zusammen für rund 40 Prozent allen produzierten Kohlendioxids verantwortlich.
Quelle: dpa

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