EU Emissionshandel: News, Daten und Fakten der KW 10/2009

CO2 Markt: EU Allowances handeln deutlich über der 11 Euro Marke - Gewinne in Öl- und Strom-Märkten als Preistreiber - CERs folgen EUAs - sCER bei EUR 10,80

(PresseBox) (Mödling, ) Am Freitag 27.2. setzten die negativen Vorgaben aus den Öl- und Strommärkten (EEX: Cal10base gibt um 1 Euro auf EUR 43,40/MWh nach) einen einstweiligen Schlussstrich unter die rasanten Kursgewinne der letzten Tage, wobei Spot EUAs die Woche mit einem Tages-Minus von 46c bei EUR 9,92 beendeten.

Am Montag 2. März zeigte sich dann allerdings einmal mehr wie schwierig der CO2 Markt aktuell einzuschätzen ist. Trotz herber Verluste in den Strom-und vorallem Öl-Märkten (Brent crude verliert $4/bbl um knapp unter $42/bbl zu schliessen) konnten Spot EUAs nach einem noch relativ schwachen Start den Tag mit einem Plus von 4c bei EUR 9,96 beenden.

Unterstützung kam vorallen von Finanzinstituten und Trading-Häusern die bei dem derzeit knapper werdenden Angebot an Spot EUAs für ein leichtes Plus im sonst tiefroten Commodity-Umfeld sorgten.

Die ab Dienstag rasant zulegenden Energiewerten sorgten für zusätzlichen Auftrieb bei den CO2 Preisen, wobei der EUA Spot Kontrakt am Dienstag ein Plus von 81c einfuhr und am Mittwoch weitere 63c zulegen konnte um bei EUR 11,40 zu schliessen.
Am Donnerstag setzte der schwächelnde Energiekomplex den im morgendlichen Handel noch auf ein Tageshoch von EUR 11,65 steigenden CO2 Markt dann doch unter Druck, wobei der EUA Spot Kontrakt mit einem moderaten Tages-Minus von 33c bei EUR 11,07 schloss.

Der CO2 Markt war in der KWx für einige Überraschungen gut, wobei der Sprung über die 11 Euro Marke im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld den Prognosen praktisch aller Analysten widerspricht.

Folgende Faktoren bieten aktuell Unterstützung für die CO2 Preise:

- Deutlich reduziertes EUA-Spot-Volumen deutet auf geringere Verkaufstätigkeit der Industrie hin (BlueNext Handelsvolumen fällt von rund 12Mt / Tag auf aktuell 4Mt / Tag)

- Öl- und Strompreise ziehen kurzfristig merklich an

- Negative Stimmung im CO2 Markt wird langsam von positivem Ausblick - inkl. steigendem commitment der USA - ersetzt

- China scheint aktuell keine Reduktion der CER Floor-Preise anzudenken

Wir revidieren daher unseren short-term Preis-Forecast der letzten Wochen (EUR 9-11) um einen Euro nach oben (10,00 - 12,00 Euro), wobei nächste Woche bei anhaltender Knappheit von Spot-EUAs durchaus mit Preisen von 12 Euro zu rechnen sein könnte.

European CO2 permit issuances in 2008 and 2009

The European Union's 27 member states face a deadline of Feb. 28 to allocate permits to emit carbon dioxide to their industry and so far 20 have done so, the European Commission said.

Three countries have not yet issued their 2008 allocations.

Following is a table detailing the expected annual number of permits by country, followed by whether member states have issued their 2008 and 2009 allocations (Y/N). All figures are in millions of tonnes of carbon dioxide.

Klimaschutz: EU-Kommission unterstreicht die Bedeutung der Böden

Die Kommission hat einen Bericht veröffentlicht, der auf die Bedeutung der Böden für den Klimaschutz hinweist. Die in den Böden gebundene Kohlenstoffmenge ist etwa zweimal so groß wie in der Atmosphäre und dreimal groß wie in der Vegetation.

Die Böden in Europa enthalten riesige Mengen Kohlenstoff (rund 75 Mrd. Tonnen), und eine mangelhafte Bodenbewirtschaftung kann ernsthafte Folgen haben. Werden z. B. die letzten Torfmoore Europas nicht geschützt, so wird ebenso viel Kohlenstoff freigesetzt, wie zusätzliche 40 Mio. Autos auf den europäischen Straßen erzeugen würden.

Der Bericht, eine Zusammenfassung der besten verfügbaren Informationen über den Zusammenhang zwischen den Böden und dem Klimawandel, unterstreicht die Notwendigkeit, Kohlenstoff in den Böden zu binden. Das Verfahren ist kostengünstig und sofort einsetzbar, erfordert keine neuen oder noch unerprobten Technologien und bietet ein Klimaschutzpotenzial, das mit jedem anderen Wirtschaftssektor vergleichbar ist.

Wie in der Bodenschutzstrategie (vgl. IP/06/1241) festgestellt wurde, ist es notwendig, den derzeitigen Trend hin zu einer Verschlechterung der Böden umzukehren und die Bodenbewirtschaftungsverfahren zu verbessern, wenn ein hoher Grad an CO2-Sequestrierung erreicht werden soll.

Hierzu erklärte Umweltkommissar Stavros Dimas: "Richtig bewirtschaftete Böden können riesige Mengen Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnehmen und verschaffen uns so wertvolle Zeit, um die Emissionen zu drosseln und mehr Nachhaltigkeit zu schaffen. Aber die Böden in Europa brauchen dringend besseren Schutz, und die Lösung hierfür muss in einer koordinierten Vorgehensweise bestehen. Ich begrüße diesen Bericht, der das Ergebnis der Konferenz der Kommission zu Bodenbewirtschaftung und Klimawandel vom Juni 2008 bekräftigt und klar aufzeigt, in welche Richtung wir uns bewegen müssen."

Wechselwirkungen zwischen den Böden und dem Klimawandel

Die europäischen Böden enthalten schätzungsweise 73 bis 79 Mrd. Tonnen Kohlenstoff. Davon sind beinahe 50 % in den Torfmooren Schwedens, Finnlands, des Vereinigten Königreichs und Irlands gespeichert. Die Böden sind für den Klimaschutz außerordentlich wichtig, weil schon 0,1 % des Kohlenstoffs in europäischen Böden, der in die Atmosphäre entweicht, der Menge entspricht, die 100 Mio. zusätzliche Autos - etwa die Hälfte der derzeit auf unseren Straßen befindlichen Zahl - erzeugen würden. Umgekehrt wäre ein Anstieg derselben geringen Menge Kohlenstoff in den Böden etwa 200 Mio. EUR (in heutigen Preisen) wert.

Die Landnutzung hat einen erheblichen Einfluss auf den Kohlenstoffgehalt der Böden. Die meisten Böden in Europa speichern Kohlenstoff: Grünland und Wälder binden bis zu 100 Mio. Tonnen jährlich und sind damit Kohlenstoffsenken, wogegen Ackerland als Nettoemittent wirkt und zwischen 10 und 40 Mio. Tonnen Kohlenstoff jährlich freisetzt. Kohlenstoff entweicht aus den Böden, wenn Grünflächen, bewirtschaftete Forstflächen oder natürliche Ökosysteme in Kulturflächen umgewandelt werden; dieser Prozess kehrt sich langsam um, wenn Kulturflächen wieder in ihren ursprünglichen Zustand übergeführt werden.

Der Bericht kommt zu einigen beunruhigenden Schlussfolgerungen. Mit dem Anstieg der Weltbevölkerung werden noch mehr Grün- und Forstflächen in Kulturflächen umgewandelt, wodurch Böden, die derzeit noch als Kohlenstoffsenken dienen, zu Nettoemittenten werden. Die wirksamste Strategie zur Eindämmung der weltweiten Freisetzung von Kohlenstoff wäre die Einstellung der Flächenumwandlungen -wodurch jedoch ein Konflikt mit dem weltweiten Anstieg des Nahrungsmittelbedarfs entstehen könnte.

Gute Bewirtschaftung der Torfbestände ist entscheidend

Der Bericht unterstreicht die Bedeutung des Schutzes der Böden mit hohem Kohlenstoffgehalt. Etwa 310 000 km2 vormals unberührte Torfböden (die Fläche entspricht etwa der Hälfte der Fläche Frankreichs) sind durch Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen oder Forstflächen, Verstädterung oder Erosion verloren gegangen. Mehr als die Hälfte der restlichen Fläche wird außerdem trockengelegt, was zu einem zusätzlichen Verlust von mehr als 30 Mio. Tonnen Kohlenstoff jährlich (dem Ausstoß von weiteren 40 Millionen Autos auf unseren Straßen) allein durch die Landwirtschaft führen könnte. Die realistischste Lösung zur Erhaltung und Verbesserung der Kohlenstoffbestände in den Böden ist ein Schutz dieser Böden, von denen die meisten in Nordeuropa liegen.

Verbesserungsbedarf bei der landwirtschaftlichen Praxis

Die Praxis der Bodenbewirtschaftung hat erheblichen Einfluss auf die Kohlenstoffbestände. Der Bericht zeigt auf, wie die landwirtschaftliche Praxis im Hinblick auf eine Minimierung der Kohlenstofffreisetzung verbessert werden kann, zum einen bei den Anbaupflanzen und Ernterückständen und zum anderen durch den Schutz der Böden vor Wasser und Regen mittels ständigem Pflanzbewuchs, weniger störenden Pflugtechniken und geringerem Maschineneinsatz. Auf diese Weise lassen sich jährlich zwischen 50 und 100 Mio. Tonnen Kohlenstoff in europäischen Böden binden.

Mehr Überwachung

Ein Hindernis bei dieser Analyse war das Fehlen EU-weiter Daten über den Kohlenstoffgehalt der Böden und seine Entwicklung. Deshalb ist es dringend notwendig, die Überwachung in diesem Bereich zu verbessern, um sicherzustellen, dass die Böden bei einem künftigen Klimaschutzabkommen eine größere Rolle spielen.

USA: Größere Rolle für Erdgas beim Klimaschutz
In den USA wollen Erdgas-Versorger eine größere Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen.

Die vermehrte direkte Nutzung des Brennstoffes in Privathaushalten und Unternehmen sei ein bewährtes Mittel, um Treibhausgas-Emissionen zu senken, erklärten Unternehmen wie Piedmont Natural Gas, National Grid und Northwest Natural Gas. Es sei effizienter, Erdgas in Haushalten direkt für Heizung, heißes Wasser und zum Kochen einzusetzen als den Brennstoff für die Stromerzeugung zu nutzen, argumentieren die Erdgas-Versorger. Ein höherer Erdgasverbrauch würde zudem die Nachfrage nach CO2-intensiveren Energiequellen wie Heizöl oder Strom aus Kohlekraftwerken senken.

Während die neue US-Regierung unter Barack Obama hohe Investitionen in Erneuerbare Energiequellen wie Windkraft und Solarenergie fließen lassen will, blieb Erdgas bislang außen vor. Wegen dieses Mangels an Aufmerksamkeit haben sich unabhängige Erdgas-Produzenten nun in einer neuen Gruppe, der American Natural Gas Alliance, zusammengeschlossen. Auch die Erdgas-Verteiler werden mit Thomas Skains, Chief Executive von Piedmont, als neuem Vorsitzenden der American Gas Association aktiv.

Der größte Anreiz für den direkten Einsatz von Erdgas liegt nach Ansicht der Unternehmen in seiner Effizienz im Vergleich zu Strom. Bei der Erzeugung und dem Transport von Strom gehen nach Angaben der American Gas Association etwa 70% der Energie von Erdgas verloren, während dies bei direkter Nutzung von Erdgas nur 10% seien. Ein Cap-and-Trade-System könne das Argument für einen verstärkten direkten Erdgas-Einsatz unterstützen, sagen Analysten und Umweltgruppen. Eine potenzielle Herausforderung stelle allerdings der volatile Gaspreis dar.

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